Der Wunschbaum – eine Geschichte von Osho

· 3. Dezember 2018

Der Wunschbaum  ist eine der bekanntesten Geschichten von Osho. Erinnern wir uns daran, dass dieser er der wichtigsten religiösen Führer des 20. Jahrhunderts war. Er wurde trotz seiner scharfen Kritik an Mahatma Gandhi und verschiedenen anderen Führern dieser Zeit als ein spiritueller Meister angesehen.

Osho war ohne Zweifel eine umstrittene Persönlichkeit. Zu jener Zeit, als er als außergewöhnlicher Redner und einzigartiger Denker auftrat, spielte er auch eine Hauptrolle in mehreren Skandalen, die sein Andenken schwer belastet haben. Er war beispielsweise bekannt für seine große Sammlung an Luxusautos, die aus den Vereinigten Staaten importiert worden waren, und dafür, dass sich 21 Länder weigerten, ihn in ihrem Land willkommen zu heißen.

Für manche war er ein Held, für andere ein Bösewicht. Wie dem auch sei, die Wahrheit ist, dass seine Lehren durchaus Gültigkeit besitzen, obwohl er selbst diese oft überschritten hat. Die Geschichte von Osho, die wir heute mit euch teilen, zeigt uns, dass er definitiv jemand war, der große Weisheit besaß.

„Achte weniger auf die Angst, denn sie ist gefährlich. Wenn wir der Angst zu viel Aufmerksamkeit schenken, füttern wir sie nur und sie wird wachsen.“

Osho

Eine Geschichte von Osho

Diese Geschichte von Osho sagt uns, dass im Konzept des Paradieses der Hindus angenommen werde, dass dieses ein Ort sei, der von außergewöhnlichen Wesen und Möglichkeiten bevölkert sei. Unter diesen befinden sich auch die Wunschbäume. Sie seien Wesen mit magischen Kräften. Sie sehen aus wie gewöhnliche Bäume, haben aber die Macht, die Wünsche der Sterblichen zu erfüllen, sobald diese sie zum Ausdruck gebracht haben.

Es wird erzählt, dass es einst einen Mann gegeben habe, der das Materielle sehr geliebt habe. Er habe all seine Sorgen dem Unmittelbaren gewidmet. In einer Situation habe besagter Protagonist dieser Geschichte von Osho sehr tief geschlafen. Sein Geist habe begonnen, zu wandern. Es sei ungewöhnlich gewesen, dass ihm dies zu Lebzeiten passiert sei, doch die natürliche Ordnung der Welt habe Übergänge erlaubt. Deshalb sei er in die Welt des Jenseits gelangt.

Plötzlich habe sich der Geist dieses Mannes an einer Wegkreuzung wiedergefunden. Er habe nicht gewusst, welchen Weg er nehmen sollte, und sich für jenen entschieden, der ihm am nächsten gewesen sei. Dies sei ein großes Glück gewesen, da dieser Weg direkt zum Paradies der Hindus geführt habe. Das habe der Mann jedoch nicht gewusst.

Osho

Die Wünsche werden wahr

Nach Oshos Geschichte sei der Mann von allem fasziniert gewesen, das er im verzauberten Garten vorgefunden habe. Es sei ihm alles sehr schön erschienen, doch er habe nicht die geringste Ahnung gehabt, dass er sich in Eden befunden habe. Darum habe er sich benommen, als hielte er sich an einem gewöhnlichen Ort auf. Er sei eine Weile spaziert, bis er sich müde gefühlt habe. Da habe er sich entschieden, ein wenig zu schlafen. Ohne es zu ahnen, habe er einen Wunschbaum gewählt, um sich in dessen Schatten auszuruhen. Dann sei er tief und fest eingeschlafen.

Als er aufgewacht sei, habe er nur daran denken können, dass er hungrig gewesen sei. Also habe er gesagt: „Ich möchte etwas Leckeres essen. Ich habe großen Hunger.“  Da habe er mit großem Erstaunen das köstlichste Fleisch vor seinen Augen erscheinen sehen. Ohne sich zu fragen, warum dies passiert sei, habe der Mann begonnen, seinen Appetit zu stillen.

Als er mit dem Essen fertig gewesen sei, habe er Durst verspürt. Darum habe er gesagt: „Ich wünschte, ich hätte etwas zu trinken. Ich bin sehr durstig.“  Er habe diesen Satz noch nicht einmal zu Ende gesprochen, als die leckersten Weine vor ihm aufgetaucht sei, die er alle verkostet habe, bis er zufrieden gewesen sei.

Baum mit eingedrehten Wurzeln

Ein verblüffendes Ende

Erst als ihn Hunger und Durst nicht länger gequält haben, habe der Mann erkannt, dass es ungewöhnlich sei, was ihm geschehen sei. Der Geschichte von Osho nach habe der Mann nun zu ahnen begonnen, dass etwas sehr Seltsames gesehen sei. Er sei in Panik geraten und fragte: „Bin ich am Träumen oder spielen mir die Geister einen Streich?“

Da all seine Worte Befehle als Befehle verstanden wurden, habe der Wunschbaum wahr werden lassen, was in seinem Kopf vorgegangen sei. So sei plötzlich eine Menge Geister aufgetaucht, die mit ihm gespielt und ihre Späße mit ihm getrieben haben. Natürlich habe sich der Mann aus Oshos Geschichte dadurch verängstigt gefühlt. Also habe er gerufen, ohne weiter darüber nachzudenken: „Sie sind schrecklich! Sie werden mich mit Sicherheit töten!“

Wie du dir vorstellen kannst, haben ihn die Geister daraufhin getötet. Trotz der Naivität, die dieser Geschichte von Osho innewohnt, vermittelt sie uns eine wahre Lehre. Sie erzählt uns von dieser Magie, die Worte haben können. Auf die ein oder andere Art ziehen wir das an, was wir sagen. Obwohl noch andere Zutaten benötigt werden, sind Wunsch und Ausdruck an sich schon erste Schritte, um etwas zu realisieren.

Durch unsere Worte geben wir unserem Bewusstsein und unserem Willen Form. Das gilt sowohl für Ziele als auch für Ängste.