Depression in der Kindheit: die Tränen eines Kindes sind Kugeln mitten ins Herz

21, April 2017 en Psychologie 506 Geteilt

Depression in der Kindheit existiert, auch wenn man nur wenig darüber weiß. Depressive Kinder sind traurige Kinder, die weinen, die nicht lachen, die ständig sauer werden und das Leben nicht genießen. Kinder, die in ihren Leben in Leid ertrinken. Kinder, deren Unschuld vom schrecklichen Monster der Depression getrübt wird.

Denn schlussendlich, ja, es gibt Kinder, die sich in tiefer Traurigkeit befinden. Kinder, die nicht lachen können, weil ihre Realität es ihnen nicht gestattet. Es erscheint unwirklich, denn das Bild, das wir von der Kindheit haben, ist eines von lachenden, glücklichen und spielenden Menschen.

Wenn wir ein ernstes und geknicktes Kind sehen, dann wollen wir ihm sagen, dass es nicht traurig sein soll. Wir sagen ihm, es soll nicht weinen, sondern lachen. Das ist der erste schwerwiegende Fehler.

Ein depressives Kind führt einen inneren Dialog mit sich selbst, der nur sehr selten sichtbar und explizit ist. Einige der Fragen, die es sich stellt, sind: „Wie kann ich mich dazu zwingen, mich besser zu fühlen? Warum bestehen die Leute darauf, dass ich lache, spiele, nicht weine und nie wütend werde? Ich kann nicht damit aufhören, mich gereizt zu fühlen, warum ist das so? Warum schaut mich jeder so komisch an? Vielleicht bin ich komisch und es ist die Anstrengung nicht wert.“

Depression in der Kindheit: eine symptomatische Depression

Depression in der Kindheit existiert und es gibt klinische Anzeichen dafür, dass etwas im inneren unserer Kleinen nicht richtig läuft. Einige der Symptome sind die gleichen wie bei Erwachsenen, beispielsweise kommt es häufig zu Traurigkeit und einer verminderten Leistung. Allerdings sind Gereiztheit und Aggressivität sehr viel verbreiteter bei Depressionen in der Kindheit. Auch treten hier öfter somatische Beschwerden wie Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen auf.

Wir können auch sehen, wie Dunkelheit die Motivation der Betroffenen und ihr Verlangen danach, zu spielen oder verschiedene Aktivitäten auszuüben, erstickt. Man kann weiterhin feststellen, dass das Kind nicht richtig isst oder schläft und oft an einem generellen Energiemangel leidet.

Ein Kind, das unter Depressionen leidet, kann sich wahrscheinlich nicht gut konzentrieren oder Entscheidungen treffen. Es kann sogar Gedanken über den Tod oder Ideen, Pläne und Selbstmordversuche erfahren.

Wenn du fünf oder mehr der genannten Symptome bei deinem Nachwuchs beobachtest, dann wird ein Spezialist wahrscheinlich eine Depression in der Kindheit diagnostizieren.

Es ist auch möglich, dass wir gewisse motorische Unruhe in depressiven Kindern beobachten, was man agitierte Depression nennt. Es handelt sich hierbei um eine atypische Depression: Das Kind kann nicht still sitzen. Es scheint so, als ob der Stuhl auf seiner Haut brennt. Es wringt mit den Händen, geht konstant auf und ab, trommelt mit den Fingern…

Es scheint eine immer volle Batterie zu haben. Dieser Zustand sollte nicht mit Hyperaktivität verwechselt werden. Deshalb ist es für Experten immer essenziell, alle anderen Symptome zu beobachten, die begleitend auftreten könnten, um die korrekte Diagnose zu treffen.

Das Gegenstück zu agitierter Depression kann in langsamer Depression gesehen werden. Der Kleine denkt, spricht und bewegt sich in Zeitlupe. Du kannst nicht mit ihm sprechen und du musst alle Fragen, die du ihm stellst, wiederholen. Seine Themen sind immer dieselben und er bleibt für lange Zeiträume schweigsam.

Ein weiterer Hinweis kann sein, wenn das Kind ein sehr geringes Selbstbewusstsein hat. Das Kind mag denken, dass es wertlos und von Natur aus fehlerhaft ist. Es mag die Fehler in seiner Wahrnehmung sogar vergrößern.

Du solltest aber im Kopf behalten, dass gewisse Zustände von Apathie, Widerwillen oder Traurigkeit völlig normal sind.

Tatsächlich sollten wir die Apathie oder Traurigkeit eines Kindes mit Vorsicht betrachten. Wir bestehen oft darauf, ihnen zu sagen, dass sie glücklich sein sollen, ohne zu verstehen, was sie sich so unwohl fühlen lässt. Das heißt, dass vermittelt wird, dass Traurigkeit, Frustration und Wut nicht normal sind, dass es sich um nutzlose Emotionen handelt.

Lasst uns mal darüber nachdenken, was das für ein Kind oder einen Jugendlichen impliziert. Ist es nicht normal, über einen Verlust traurig zu sein? Fühlen wir uns nicht alle an einem gewissen Punkt genervt? Sind diese emotionalen Zustände nicht für die Umsetzung von bestimmten Dingen nützlich?

10 Ideen, um einem depressiven Kind dabei zu helfen, sich besser zu fühlen

Francisco Xavier Mendez, ein spanischer Kinderpsychologe, bietet in seinem Buch Das Kind lacht nicht  zehn Ideen an, um Lächeln und Freude in Kindern, die unter anhaltender Traurigkeit leiden, zu fördern.

  • Gehe mit gutem Beispiel voran: Lächle, zeige guten Humor, genieße deine Freizeit und Ferien, denke laut auf eine sensible Art und Weise, etc.
  • Hilf dem Kind dabei, Spaß zu haben und sich gut zu fühlen: Plane angenehme und spaßige Aktivitäten, lade seine Freunde nach Hause ein, überrasche es mit innovativen und attraktiven Plänen, schenke seinen Erfolgen Aufmerksamkeit, behalte seine Vorlieben im Kopf.
  • Schütze es vor unnötigem Leid: Sorge dich um seine Gesundheit (Impfungen, Hygiene, Schlafgewohnheiten, Nahrung, und so weiter), bereite es auf stressige Situationen vor (zum Beispiel auf den Schuljahresbeginn oder den Tod eines Familienmitglieds).
  • Fördere eine harmonische Umgebung innerhalb der Familie und zu Hause: Drücke deine Liebe mit Worten und Taten aus; vermeide es, als Eltern Diskussionen in ihrer Anwesenheit zu führen.
  • Erziehe sie mit Zuneigung und Stimmigkeit: Verhalte dich dem Umfeld entsprechend, stelle angemessene Verhaltensregeln auf und fordere ihre Mitarbeit. Sei verständnisvoll und flexibel, kooperiere mit ihrer Schule.

  • Fördere ihre Qualitäten, Hobbies und Interessen: Melde sie im Sportverein an, erwecke ihr Interesse für lesen, Musik, Theater, Film, Sammeln, Handwerk, usw. Ermutige sie dazu, bereichernde Erfahrungen, wie z.B. neue Geschmäcker, Sport oder Spiele, auszuprobieren.
  • Trainiere sie drauf, mit Frustration umzugehen: Gehe nicht auf ihre irrationalen Forderungen ein. Ignoriere ihr temperamentvolles Theater. Bring ihnen bei, darauf zu warten, bis sie dran sind. Verzögere die Erfüllung ihrer Forderungen Schritt für Schritt. Bringe sie dazu, ihre Spielzeuge und Besitztümer zu teilen.
  • Mache sie verantwortlich, nicht schuldig: Schätze die Mühen ihres Lernens und nicht ihre erreichten Noten. Setze realistische Ziele und gratuliere ihnen entsprechend. „Herzlichen Glückwunsch zu deinen Noten!“ ist besser als, „ich will das nächste Mal nur Einsen sehen!
  • Forme eine rationale Denkweise: Vermeide Label und absolutistische Sprache wie „Du bist schlecht. Du machst das nie richtig.“  Anstatt die Lösung zu vereinfachen, bringe sie dazu, darüber nachzudenken. Frage: „Was könnten wir tun, um das zu lösen? Und was noch?“  Sprich mit ihnen, weise ihre irrationalen Ideen und Vorstellungen zurück.
  • Stärke ihre Autonomie: Bringe ihnen fundamentale Fähigkeiten bei, wie beispielsweise sich selbst zu waschen oder anzuziehen, zu kochen oder wie sie mit ihrem Geld umgehen. Gib ihnen die Möglichkeit, zu üben. Hilf ihnen bei allem, wenn es nötig ist, aber löse ihre Probleme nicht für sie. Gestatte es ihnen, Stück für Stück am Entscheidungsprozess teilzunehmen.

Nichtsdestotrotz, wenn wir eines der oben genannten Symptome für eine kontinuierliche Zeit beobachten, dann sollten wir uns mit einem Spezialisten in Verbindung setzen, um das Kind zu untersuchen. Sie werden gemeinsam an den oben beschriebenen Aspekten arbeiten. Und das wird das fantastische Lächeln, das jedes Kind auf seinem Gesicht und in seinem Herzen zeigen sollte, beleuchten.

Die emotionale Gesundheit von Kindern ist nichts, was einfach so, auf magische Weise auftritt. Sie ist etwas, das du kultivieren musst. Und deshalb dürfen wir nicht vergessen, dass es einfacher ist, starke Kinder zu erziehen, als gebrochenen Erwachsene zu reparieren.

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