Fünf Gründe, Leid anzunehmen, um glücklich zu sein

18, April 2017 en Emotionen 198 Geteilt

Glück und Leid scheinen ein widersprüchliches und unvereinbares Paar zu sein. Ist es wirklich möglich, im Schmerz glücklich zu sein? Auf der Suche nach dem Glück ist es nicht nur möglich, das Leid zu bejahen, es ist sogar notwendig.

Ehrlich gesagt bedeutet Glück nicht, dass gerade kein Schmerz da ist. Tatsächlich gibt es das wahre Glücklichsein sogar im Leid. Es geht darum, den Schmerz, den wir fühlen, nicht zu vermeiden, und seine Wirkung auf unser Leben nicht kleinzureden. Seine Auswirkung und unser Leben an sich sind beide herzergreifend schön und schmerzvoll. Du kannst das eine nicht ohne das andere haben.

Milton Erickson

Sogar mitten im Leid ist Glücklichsein ansteckend

Glücklichsein steckt an. Das ist nicht nur ein angenehmer Gedanke, sondern ein chemischer Vorgang in unserem Gehirn. Das liegt an den Spiegelneuronen.

Wenn wir jemanden beobachten, der gerade ein Gefühl empfindet, kann unser Gehirn genau dieses „ausprobieren“. Es stellt sich vor, was die andere Person im Moment durchlebt. Das Gehirn will die gleichen Synapsen reizen, die mit dem identifizierten Gefühl assoziiert werden. In den Grundzügen ist das Empathie. So bekommen wir eine Ahnung davon, wie die Geisteshaltung der Masse aussieht.

Jedes Mal, wenn die Synapsen feuern, wird das Gehirn neu gestaltet. Darum ist es auch so wichtig, Zeit mit Leuten zu verbringen, die zu guter Laune fähig sind, mit Menschen, die Freude ausstrahlen. Vermeide im Übrigen Pessimisten und übel gelaunte Zeitgenossen. Das ist allerdings bloß der erste Schritt. Den Schmerz annehmen umfasst noch weitere Punkte, die wir genauer betrachten müssen.

Warum fühlst du dich glücklicher, wenn du den Schmerz annimmst?

Die Vorteile des Glücklichseins sind unbestritten. Wir können damit zum Beispiel ein längeres und gesünderes Leben führen. Es ist allerdings wahr, dass viele Menschen keine Ahnung davon haben, wie Glücklichsein eigentlich geht. Vielmehr nehmen die Ansätze für die Suche nach dem Glück bei manchen Leuten ein kontraproduktives Ende. Unter anderem liegt das daran, dass dabei jegliche Sorge im Leben vermieden und ausgeklammert wird.

Aber wir sagten ja bereits, dass Glücklichsein viel mehr ist als das Nichtvorhandensein von Schmerz. Eigentlich gehört Leid sogar notwendigerweise zum Glücklichsein dazu. Forschung und Studien belegen in der Tat, dass das Leid uns auf vielerlei Weise die Tür zur Freude öffnet. Du wirst gleich sehen, warum.

1. Durch Schmerz kannst du die Freude erst erkennen

Beim Glücklichsein als Geisteshaltung geht es um Gegensätze. Wenn du immer glücklich wärst, könntest du diesen Zustand nicht als Glück erkennen. Manchmal ist es erforderlich, das andere Ende des Spektrums zu erfahren, um wahres Glück erkennen und schätzen zu können.

Das heißt nicht, das Schmerz durch Abwesenheit glänzen muss, damit man die Freude erkennt. Stattdessen ist es möglich, die kleinen Dinge zu schätzen und sich an Ihnen zu erfreuen. Egal, wie sie aussehen oder wo sie herkommen. Dabei handelt es sich vielleicht um Dinge, die du sonst nicht einmal wahrnehmen würdest.

“Glück ist dem Körper zuträglich, aber nur durch Schmerz entwickeln sich die Geisteskräfte.”

Marcel Proust

2. Wenn der Schmerz nachlässt, nimmt deine Freude zu

Es ist nicht angenehm, Schmerz zu fühlen. Aber es ist schön, wenn er nachlässt. Studien zeigen, dass der Körper einen Zuwachs an Glücksgefühlen verspürt, wenn der Schmerz abgeklungen ist, weit jenseits des Grades, den man erfahren würde, wenn man den Schmerz nie gespürt hätte.

Dies betont die Tatsache, dass einfache Dinge mehr geschätzt werden und ein größeres Glücksgefühl auslösen, wenn man eine harte Phase erlebt. Das erhöht auch das Gefühl von Dankbarkeit. Die Freude verwandelt sich zudem in etwas Tieferes und Andauerndes, in mehr als nur in eine körperliche Erfahrung.

3. Schmerz stärkt die sozialen Beziehungen

Schmerz nährt Empathie. Darum fühlen sich Menschen tendenziell zu anderen hingezogen, die eine schwere Zeit durchleben, sei es der Tod eines geliebten Menschen oder eine schwere Krankheit. Dieser sozialer Kontakt, der der Sorge entspringt, fördert eine engere Zusammenarbeit. Und bringt das Beste in den Menschen hervor.

So kommt man leichter über den Schmerz hinweg. Und die Beziehung wird gestärkt. Die Verbindung wird nachhaltiger und tiefer. Wenn man es so betrachtet, hilft die Sorge dabei, Menschen richtig kennenzulernen und das Gute in Ihnen zu erkennen. Du wirst Dinge entdecken, die den Sturm überdauern werden.

4. Am Ende des Tunnels hast du eine Belohnung verdient

Eine schwierige Situation ist überstanden. Und du hast das Gefühl, eine Prämie verdient zu haben. Weil du dich so angestrengt hast. Was genau du verdienst, ist in diesem Fall nicht wichtig. Jedenfalls ist das Gefühl wichtig, dass du alle Widrigkeiten gemeistert hast. Dass du über dich selbst hinausgewachsen bist.

Du hast eine Situation in der Tat gemeistert und weißt, wie du es angestellt hast. Das ist die wahre Belohnung. Und das lässt sich wirklich auf jede einfache Sache übertragen. Ihre Aufgabe ist es, uns bewusster machen, wie viel Einsatz wir gebracht haben.

5. Im Schmerz bist du bewusster

Schmerz macht dir bewusst, was im Augenblick gerade passiert. Dann lebst du im Hier und Jetzt. So ausgedrückt klingt das vielleicht belanglos, aber es gibt dennoch eine direkte Verbindung zwischen Bewusstheit und Glücklichsein.

Wenn du dir bewusst bist, was du gerade erlebst, rücken oberflächliche Themen in den Hintergrund. Dann kannst du dich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Auf diese Weise vermeidest du, über Dinge nachzudenken, für die es keine Lösung gibt. Oder dich beklommen zu fühlen, weil du nicht weißt, was morgen passiert. Selbst wenn du gerade Leid erfährst – du lernst, im Moment zu bleiben und kannst so ein glücklicheres Leben führen.