Was verbirgt sich hinter dem Belohnungssystem?

12. Dezember 2016 en Psychologie 91 Geteilt

Das Belohnungszentrum, das auch mesocortikolimbisches Belohnungssystem genannt wird, ist ein kleines verzweigtes Netz aus Hirnarealen, in denen der höchste Dopaminwert entsteht.

Dieses Netz wird aktiv, wenn wir Reize wahrnehmen, die uns mit Freude erfüllen, wie Schokolade zu essen, Geschlechtsverkehr zu haben, einkaufen zu gehen, etc. Selbst eine einfache Vorstellung kann es aktivieren.

Dieses Belohnungssystem ermöglicht es, Aktivitäten die mit unserem Überleben zu tun haben mit angenehmen Situationen zu verbinden, weshalb es eine Anpassungsfunktion besitzt.

Doch dieses Netz kann sich auch durch schädliche Substanzen aktivieren, wie zum Beispiel durch Drogen. Nehmen wir beispielsweise den Konsum von Kokain, der den Dopaminwert im Gehirn künstlich erhöht.

In der John-Hopkins-Universität wird der Prozess des Belohnungssystems als eine Erfahrung beschrieben, die uns sofort und ohne Zeitverzögerung freudig stimmt.

Diese Erfahrung hat mit externen visuellen sensorischen Reizen, Gerüchen und Geräuschen und anderen internen Reizen, wie Gedanken und Gefühlen, zu tun.

Sobald diese Verbindung entsteht, wird dieses Verhalten, das uns Freude bereitet, wahrscheinlich in ähnlichen Situationen wiederholt werden.

Der Prozess des Belohnungssystems

Alless beginnt damit, dass wir in unserem Umfeld etwas wahrnehmen, was uns dazu bewegt, einer konkreten Aktivität nachzugehen, die uns in der Vergangenheit Freude und/oder Befriedigung hat verspüren lassen.

Es gibt Gefühle, die unsere Gefühlswelt bestimmen und uns dazu bringen, uns zu wünschen, einer Handlung nachzugehen.

In diesem Moment kommt das Dopamin mit ins Spiel, sodass wir uns bereits vorstellen können, wie wir diese Aktivität ausüben.

Nach dieser Phase des Verlangens wollen wir dieses in die Tat umsetzen.

Sobald wir dann handeln, aktivieren sich auch die Substanzen Adrenalin und Noradrenalin, die den Organismus in Gang setzen, mit dem Ziel, bereit zu sein, um zu handeln.

Sobald die Tat beendet ist oder während sie stattfindet, wird die Aktivität mit einem Gefühl des Gefallens belohnt.

Wenn die Aktivität dann ein Ende gefunden hat, schließt sich dieser „Schaltkreis“ des Belohnungssystems mit dem Gefühl von Befriedigung.

An diesem Punkt angekommen erscheint das Serotonin, welches in Zusammenhang mit unserem Gemütszustand und dem Verlangen steht, dieses Gefühl wieder zu erfahren.

Dank diesem Gefühl von Befriedigung möchten wir, wenn in unserem Gehirn das Signal entsteht, das diesen Wunsch auslöst, diese Handlung wiederholen.

schokoladelust durch das belohungssystem

Welchen Weg legt das Gefühl von Freude in unserem Gehirn zurück?

Das Belohnungszentrum besteht aus verschiedenen speziellen Gehirnarealen, wie der Area tegmentalis ventralis (VTA), die die Verbindung ihrer Neuronen auf andere Areale, die in diesem Prozess eine Rolle spielen, überträgt.

Diese Gehirnregionen sind der Nucleus accumbens, das Corpus striatum, der anteriore cinguläre Cortex, der Hippocampus, die Amygdala und die Großhirnrinde.

Jedes einzelne dieser an dem Prozess zur Entstehung von Freude oder am Belohnungssystem beteiligten Gehirnareale hat eine andere Funktion.

Das Corpus striatum zum Beispiel steht in Zusammenhang mit der Bildung von Gewohnheiten, der anteriore cinguläre Cortex und die Amygdala sind für Gefühle verantwortlich, der Hippocampus für das Gedächtnis und die Großhirnrinde für die Meinungsbildung und die Entstehung von Plänen.

Dopamin ist der Neurotransmitter, der die Kommunikation zwischen der VTA und den restlichen Gehirnregionen herstellt.

Wenn gewisse Erfahrungen die Neuronen der VTA aktivieren und Dopamin freisetzen, werden diese Erfahrungen als wohltuend eingeordnet und hinterher erinnern wir uns an sie als positive Ereignisse und bringen sie als solche damit in Verbindung.

Das führt dazu, dass diese Handlung in der Zukunft höchstwahrscheinlich wiederholt wird.

Welche Rolle spielt das Belohnungssystem bei Süchten?

Gewisse Aktivitäten, denen nachgegangen wird und die für das Überleben wichtig sind, setzen unser Belohnungssystem in Gang, aber diese Aktivitäten sind nicht die einzigen, die dazu in der Lage sind, dieses Gefühl bei uns auszulösen.

Es gibt auch Gewohnheiten, wie der Drogenkonsum, die das Belohnungssystem reizen.

Die meisten Suchtmittel haben einen direkten Einfluss auf das Belohnungssystem des Gehirns und setzen Dopamin frei.

Diese Neurotransmitter befinden sich in verschiedenen Gehirnarealen, die die Bewegung, Motivation, Gefühle und auch Glücksgefühle steuern.

Die Freisetzung von Dopamin durch den Konsum von Drogen kann dieses System überreizen und das Gefühl von Euphorie erzeugen, was den Konsum zusätzlich verstärkt.

Wer Drogen konsumiert, wie beispielsweise Kokain, schüttet zwei bis zehnmal mehr Dopamin aus als durch eine natürliche Belohnung (z.B. durch Essen).

Außerdem tritt der Effekt sofort ein und kann länger anhalten.

Die Widerstandsfähigkeit gegenüber Drogen, die durch wiederholten Konsum entsteht, kann zu grundlegenden Veränderungen im Belohnungssystem führen, da Drogen die Macht besitzen, es zu zerstören.

rauchende-frau-mit-verändertem-belohnungssystem

Wann wird das Belohnungssystem aktiviert?

Es gibt eine Vielzahl an Situationen, in denen eine bestimmte Aktivität dazu führen kann, dass unser Belohnungssystem aktiviert wird und wir uns dadurch gut fühlen.

Im Folgenden findest du ein paar Beispiele dieser Aktivitäten:

  • der Verzehr von Nahrungsmitteln, die viele Kalorien besitzen
  • der Akt des Geschlechtsverkehrs
  • Musik hören
  • Sport machen
  • der Konsum gewisser Drogen
  • anderen helfen
  • die Wertschätzung unserer Mitmenschen

In den Augen von Wissenschaftlern ist das Belohnungssystem eine Funktion, die unser Überleben sichert, da es sich mit notwendigen Aktivitäten verbindet, um unsere Existenz zu bewahren, doch es stellt auch eine Falle für Süchte dar.

Die Verknüpfung die unser Gehirn zu verschiedenen Reizen herstellt, wie es bei einer Party der Fall sein kann, bei der wir beabsichtigen, Alkohol zu trinken, kann die Handlung so weit stärken, dass sie zu einem Suchtverhalten führt.

Auch interessant