7 buddhistische Schlüssel zum Umgang mit Zorn

· 24. April 2019

Buddhisten sind überzeugt, dass der Umgang mit Zorn Training erfordere, denn dazu müssen bestimmte Einstellungen und Tugenden entwickelt werden. So müssen Frust und Wut weder schwerwiegende Folgen haben noch zu einer selbstzerstörerischen Kraft werden.

Nun, das Gefühl von Zorn ist völlig normal. Das Problem ist, dass wir andere und uns selbst zu verletzen neigen, wenn wir nicht wissen, wie wir es kanalisieren und regulieren. Vergessen wir nicht, dass es unser ganzes Leben verändern kann, wenn wir für ein paar Minuten wütend werden.

„Der Geist ist alles. Was du denkst, wird zu etwas.“

Buddha

Der Buddhismus besteht auf der Meditation als einer Möglichkeit, mehr Selbstbeherrschung und Bewusstsein zu erlangen. Und es gibt noch weitere Schlüssel, die zusammen mit der Meditation dazu beitragen, dass wir den Umgang mit Zorn lernen. Wir stellen sieben von ihnen vor.

1. Akzeptanz – eine Achse für den Umgang mit Zorn

Der Buddhismus weist darauf hin, dass der beste Weg, den Umgang mit Zorn zu erlernen, darin bestehe, zu akzeptieren, dass wir ihn fühlen. Es mag verwirrend klingen, aber viele Menschen geben ihrem Zorn einen anderen Namen. Sie versuchen, ihn zu mildern oder zu beschönigen, weil sie es bedauerlich finden, ihn zu verspüren.

Keine Emotion ist von sich aus negativ oder positiv. Ihre negativen oder positive Folgen hängen davon ab, wie wir mit ihr umgehen. Der Mensch ist allen Arten von Emotionen ausgesetzt und das Wichtigste ist, sie zu erkennen und zu akzeptieren. Das gilt auch für Wut und Zorn.

Frau denkt über Zorn nach

2. Ein Held sein

Wenn wir angesichts der Wut nur explodieren und unsere Impulse entfesseln, bedeutet das, dass wir immer noch zu schwach für den Umgang mit Zorn sind. Eine höhere Stufe kann nur von starken Geistern, von Helden erreicht werden. Sie wissen, dass jeder, der Wut unkontrolliert loslässt, dazu neigt, neue Übel zu erzeugen.

Heroismus bedeutet, nicht zu reagieren und sich Geduld zu üben. Es geht darum, nicht loszulassen, zu warten, um nicht zu Gefangenen der eigenen Impulse zu werden, sich Zeit zu geben, um intelligent auf die Situation zu reagieren.

3. Realismus

Zorn ist eine Emotion, die uns in Gefahr bringt und unsere körperliche und geistige Gesundheit bedroht. Und dennoch hängen wir Fantasien nach, in denen das unkontrollierte Loslassen von Zorn einen Weg darstellt, uns zu behaupten. Wir dürfen uns nicht erlauben, uns von diesem Trugbild mitreißen zu lassen.

Ebenso ist es möglich, dass der Zorn selbst dazu führt, dass wir die Situation überdimensionieren. Deshalb ist es wichtig, realistisch zu bleiben: Verursacht uns die Situation oder die Person wirklich einen so schweren Schaden? Führt uns der Versuch, ihr zu schaden oder zerstörerisch zu sein, tatsächlich zu einer Lösung?

4. Beobachtung

Selbstbeobachtung ist ein direkter Weg, um den Umgang mit Zorn zu erlernen. Bevor wir reagieren, ist es gut, einen Moment innehalten, um zu erforschen, was in unserem Körper passiert: Welche Muskeln sind angespannt? Wie atmen wir? Was sagt uns unser Bauch?

Es ist auch wichtig, die Ideen zu erforschen, die uns durch den Kopf gehen. Anstatt über das Gegenüber oder die Situation nachzudenken, die uns Unannehmlichkeiten bereitet, konzentrieren wir unsere Aufmerksamkeit besser auf uns selbst. Diese Beobachtungsübung hat ein großes Potenzial, uns unangenehme Emotionen zu mindern.

Frau mit geschlossenen Augen denkt nach

5. Vom Feind lernen

Der Buddhismus rät, den Feind zu pflegen, zu schützen und zu bewahren. Zuerst mag das widersprüchlich erscheinen, aber dieses Vorgehen beschreibt einen mitfühlenden und intelligenten Weg für den Umgang mit Zorn. Die Frage ist: Was kann ich von dieser Person, diesem Objekt oder dieser Situation, die mich wütend macht, lernen?

Es ist wichtig, dass wir bereit sind, nachzugeben. Uns in Erinnerung zu rufen, dass wir weder die Wahrheit für uns gepachtet haben noch andere mit uns übereinstimmen müssen. Wir sollten versuchen, die Gültigkeit dessen zu erkennen, was uns entgegensteht. Sicherlich steckt etwas Wahrheit in der Opposition.

6. An den Tod denken

Es ist sehr häufig, Menschen zu finden, die Nahtoderfahrungen gemacht haben, die ihre Perspektive verändert haben. Das passiert, weil solche Situationen ihnen ins Bewusstsein rufen, dass alles ein Ende hat, auch das eigene Leben. Aus diesem Grund ist es nicht sinnvoll, es zu verschwenden.

Eine gute Idee wäre es also, uns zu fragen, wie wichtig diese Person oder Situation uns wäre, wenn dies der letzte Tag unseres Lebens wäre. Wären sie die Mühe wert, die Stunden, die uns verbleiben, diesen Umständen und unserem Zorn zu widmen?

7. Aussäen

Nach Ansicht der Buddhisten und des gesunden Menschenverstands neigen wir dazu, das zu ernten, was wir säen. Deshalb sind wir für unser Leiden verantwortlich. Wenn wir Zerstörung säen, werden wir Zerstörung ernten. Wenn wir einen Zyklus der Gewalt anregen, werden wir ihr Opfer werden.

Deshalb müssen wir vorsichtig sein, wie wir reagieren, über unser Wohlergehen nachdenken und uns der möglichen Auswirkungen bewusst sein. Im Zorn ist dies unmöglich. Es ist also richtig und wichtig, uns selbst einen Spielraum zum Nachdenken zu geben.

Alle diese Schlüssel des Buddhismus für den Umgang mit Zorn versuchen, uns daran zu erinnern, dass impulsives Handeln fast immer negative Folgen hat. Unser Verstand sollte unsere Handlungen leiten und nicht umgekehrt.

Hanh, T. N. (2002). La ira: el dominio del fuego interior. Oniro.