Wenn du dein Bewusstsein steigerst, dann wird sich dein Leben verändern

· 4. Juni 2017

Jon Kabat-Zinn, ein Botschafter des Mindfulness in der westlichen Welt, glaubt, dass Veränderungen von ganz allein in unser Leben kämen, wenn wir unser Bewusstsein steigern. Aber er stellt nicht nur vage oder leere Behauptungen auf: Stattdessen hat dieser Forscher sein Leben dem wissenschaftlichen Beweis einer Tatsache gewidmet, die die menschliche Erfahrung schon seit Jahren lehrt. Hierbei handelt es sich um den Umstand, dass Erforschung, Introspektion und feste Verbindungen in unser Inneres dabei helfen, langanhaltende Veränderungen herbeizuführen.

Laut einem Interview mit der spanischen Zeitung La Vanguardia  könnten wir dank Mindfulness oder vollem Bewusstsein dem gegenwärtigen Moment aktiv mehr Aufmerksamkeit schenken und das ohne dabei zu urteilen. Durch das Erlernen dieser Fähigkeit könnten wir die Realität umarmen. Das sei wiederum auf allen Ebenen heilend und transformierend. Tatsächlich fände auch eine neurologische Transformation statt.

Mindfulness ist nicht nur für Gurus

Hinter dem Begriff Mindfulness steckt eine Menge medizinischer und psychologischer Forschung. Diese Forschung beweist, dass die Vereinigung von Zen-Meditation und Vipassana sehr gut für uns ist. Mindfulnessübungen haben Menschen dabei geholfen, chronische Schmerzen, Angst, Panik sowie andere körperliche und psychologische Leiden zu kontrollieren.

Man könnte sagen, dass volle Aufmerksamkeit zu höherem Bewusstsein führt, um eine Änderung in unserer Einstellung, unserer Perspektive und schließlich in unserem Leben zu erreichen. Man sagt uns nicht, dass wir uns ins Leben verlieben sollen. Stattdessen sollen wir es einfach akzeptieren und so erleben, wie es ist. Das ist ein innovativer Ansatz. Denn praktisch alle westlichen Gesundheitsdisziplinen konzentrieren sich auf das Eliminieren von Symptomen. Auch auf die Minimierung von Unwohlsein, der Zerstörung des Chaos und dem Bedürfnis nach Normalität.

Die Erfahrung deiner Gegenwart aufrechterhalten

In der Schule wird uns beigebracht, zu denken, um zu lösen. Mindfulness strebt allerdings danach, einfach nur die Erfahrungen des Lebens zu nutzen, um Veränderungen zu erreichen. Das Ziel ist tatsächlich, tiefer zu gehen und zwar im Hinblick darauf, wer man selbst ist und was seine Umgebung ist.

Die neurologischen Veränderungen, die nach einem angemessenen Mindfulnesstraining stattfinden, finden in Hirnregionen statt, die mit dem Lernen und dem Gedächtnis zusammenhängen. Diese Regionen erhöhen ihre Aktvitiät. Das betrifft speziell die Amygdala. Erinnere dich daran, dass sie der Sitz unserer Emotionen ist, denn sie kontrolliert unsere Reaktionen im Angesicht von Bedrohungen und warnt den Rest des Gehirns.

Im vorher erwähnten Interview erklärte Kabat-Zinn, dass Achtsamkeitstraining zur Veränderung der Genexpression führen könne. Er hebt besonders folgende Ergebnisse hervor:

  • Die Expression jener Gene, die mit Entzündungsprozessen und mit Krebs zu tun haben, wird gehemmt.
  • Die Neuronendichte des Gehirns nimmt weniger schnell ab, wenn man meditiert.
  • Neuronale Verbindungen entstehen neu und werden gefestigt.

Wie können wir all das mit Mindfulness erreichen? Was ist die Wahrheit, die dahinter steckt? Darauf gibt es bislang keine Antwort. Es geht einfach nur darum, mit dem verschlafenen „durchs Leben schleichen“ aufzuhören und zu beginnen, vollkommen wach zu leben. Ohne dies zu forcieren, einfach durch Meditation und gesteigertes Bewusstsein – aber dazu bedarf es jeder Menge Disziplin.

Wenn wir also die negativen Gedanken umarmen, die uns in den Abgrund ziehen, dann halten wir sie davon ab, ihren Einfluss auszuüben. Es ist offensichtlich, dass nicht alles im Leben wunderschön ist.  Aber ein abgelenkter Geist ist ein unglücklicher Geist. Nur wenn wir alles zu einem Ganzen kombinieren werden wir Gesundheit, Wohlbefinden und Weisheit erreichen. Denn die Kultivierung von Mindfulness ist ein radikaler Akt von Vernunft, Liebe und Mitgefühl sich selbst gegenüber.