Wie du die Angst vor dem Fliegen überwinden kannst

13, Mai 2017 en Psychologie 98 Geteilt

Schwitzige Hände, flacher Atem, klappernde Zähne, Bilder von zerstörten Flugzeugen vor deinem inneren Auge… Du würdest zwar gern, kannst aber keinen Urlaub planen, bei dem du zum Fliegen verpflichtet wärst, weil dich das in Panik versetzt.

Du verpasst die Gelegenheit, schöne Orte zu sehen, Freunde und Verwandte zu besuchen, die weit entfernt leben, oder sogar deinen Lebenspartner auf den Trip zu begleiten, der für ihn die Erfüllung eines Lebenstraums bedeuten würde: die ägyptischen Pyramiden besichtigen, in Hawaii Hula tanzen oder in Australien Kängurus beobachten.

Wusstest du, dass die Angst vor dem Fliegen recht häufig auftritt? Es wird vermutet, dass eine von vier Personen darunter leidet. Das ist ein Viertel der Bevölkerung. Und du bist einer davon! Die Hauptangst ist, dass das Flugzeug abstürzen könnte. Wie jede andere Angst ist die Angst vor dem Fliegen mit Emotionen und früheren Erfahrungen verbunden, oder auch einfach mit der Erinnerung an einen Film, in dem ein Flugzeug abstürzt. Es ist nun einmal so, dass die Menschheit auf dem Land verwurzelt ist und wir für gewöhnlich allem misstrauen, was mit der Luft oder dem Meer zu tun hat.

Es spielt keine Rolle, wie oft dir deine Verwandten erzählen, dass es viel wahrscheinlicher ist, bei einem Autounfall als bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, oder dass moderne Flugzeuge das sicherste Transportmittel der Welt sind. All diese vernünftigen Feststellungen, die aus einem Selbsthilfe-Buch zum Thema Phobien zu stammen scheinen, haben für dich überhaupt keine Bedeutung. Aber das Schlimmste an allem ist, dass keiner der Menschen um dich herum Angst vor dem Fliegen hat, deshalb verstehen sie dich nicht. Sie denken, dass du übertreibst oder dass du die Möglichkeit, innerhalb weniger Stunden nach New York, Rio de Janeiro oder Hong Kong fliegen zu können, nicht schätzt.

Die einzige Möglichkeit, die Angst vor dem Fliegen zu überwinden ist es, zu fliegen

Du kannst einen Psychologen aufsuchen, einen Flugzeugmechaniker-Kurs besuchen, um jedes Geräusch und jede Bewegung, die ein Flugzeug macht, zu verstehen, oder dich sogar in einen Flugsimulator setzen. Aber keine dieser Techniken wird die Angst vor dem Fliegen leichter beseitigen als… zu fliegen!

Es ist verständlich, wenn du schon beim bloßen Gedanken daran in Panik verfällst. Während du diesen Artikel liest, zittern dir wahrscheinlich die Knie, du hast vielleicht zu schwitzen begonnen und dein Herz schlägt schneller. Aber statt jedes Mal zu leiden, wenn dir jemand von seiner bevorstehenden Reise ans andere Ende der Welt erzählt, oder deinen Traumurlaub in unerreichbare Ferne rücken zu sehen, ist es wichtig, tief durchzuatmen und mit der Therapie zu beginnen.

Nimm an einem Training teil, dass von den Fluglinien angeboten wird. Viele Fluglinien verfügen über Trainingsprogramme, die Passagieren dabei helfen sollen, ihre Angst vor dem Fliegen zu überwinden. Beginne mit einem persönlichen Gespräch und dann mit mit einem von Piloten und Mechanikern durchgeführten theoretischen Kurs, in dem all deine Fragen beantworten werden. Durchlaufe schließlich eine praktische Stunde in einem Flugsimulator, in dem du dich jeder Situation stellst, die sich möglicherweise ergeben kann (Abheben und Landen, Turbulenzen, technische Probleme, usw.)

Meditiere oder übe dich in Entspannung. Das wird dir dabei helfen, besser mit dem Stress und den Ängsten umzugehen, die sich über dir zusammenbrauen, wenn du ans Fliegen denkst. Praktiziere diese Techniken schon einige Tage, bevor du fliegst, bis du sie problemlos abrufen kannst und sie automatisiert sind.

Vermeide es, Substanzen einzunehmen. Viele Menschen, die Angst vor dem Fliegen haben, nehmen Medikamente ein (hauptsächlich Anxiolytika) oder trinken am Tag des Fluges Alkohol. Ersteres ändert nichts an der Angst, lässt einen aber die Situation mit mehr Ruhe überstehen. Letzteres ist nicht zu empfehlen, weil es die Sinneswahrnehmung verstärkt und Magenprobleme, Kopfschmerzen, usw. verursacht. Außerdem vermindert es die Impulskontrolle.

Was tun am Tag des Abflugs

Du hast den Mut aufgebraucht (oder glaubst das zumindest), dem sehnlichen Wunsch deiner Frau oder deines Mannes, Macchu Picchu zu besichtigen oder in der Wüste Kamele zu reiten, endlich nachzugeben. Glückwunsch! Während du mit dem Organisieren der Reise, Kofferpacken und damit, einen Nachbarn deines Vertrauens mit dem Blumengießen zu beauftragen, beschäftigt warst, war kein Platz für Panik.

Aber das ändert sich alles, wenn du erst einmal am Flughafen ankommst und eincheckst. Da ist es wieder, das unangenehme Gefühl. Du bist nahe daran, dich aus dem Staub zu machen und den Terminal weit hinter dir zu lassen, ganz egal, ob dein Partner dann allein reisen muss. Beruhige dich. Du kannst deine Angst überwinden. Wie? Mit den folgenden Tipps.

  • Setze dich nicht ans Fenster. Ansonsten wirst du beim Start furchtbar nervös werden und auch, falls du tagsüber reist und nur noch Wolken sehen kannst. Es ist außerdem ratsam, sich in die Nähe der Flügel zu setzen, da man dort die Bewegungen des Flugzeugs am wenigsten spürt.
  • Beobachte die Crew. Sie werden vermutlich lachen und eine ruhige und sichere Ausstrahlung haben. Das wird dir zeigen, dass du nichts zu befürchten hast. Ich würde empfehlen, den Flugbegleitern mitzuteilen, dass du Angst hast, weil sie dann aufmerksamer sein werden und sich in den schlimmsten Momenten um dich kümmern können.
  • Atme tief durch. Schließe, wenn nötig, die Augen. Erinnere dich, dass es sich bei Turbulenzen nur um eine Veränderung in der Geschwindigkeit der Luftmasse handelt und dass das keine Gefahr für das Flugzeug bedeutet.
  • Beschäftige dich mit anderen Dingen. Wie wäre es mit einem Buch von deinem Lieblingsautor, einer Zeitschrift oder einem unterhaltsamen Film? Du könntest auch darüber nachdenken, was dich erwartet, wenn du landest.
  • Trage leichte Kleidung. Dir wird wahrscheinlich heiß sein, du wirst schwitzen und alles als störend empfinden, und du solltest dich so wenig eingesperrt wie möglich fühlen, deshalb sollte deine Kleidung so bequem wie möglich sein.
  • Versuche schließlich in Begleitung einer Person zu fliegen, die schon vorher geflogen ist. So kann sich deren Ruhe auf dich übertragen und du kannst ihre Hand halten, wenn du Angst bekommst.

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