Wie überdecken wir unsere Emotionen?

27. Januar 2017 en Psychologie 160 Geteilt

Negative Emotionen triggern normalerweise Verhaltensweisen oder Handlungen, um diese emotionalen Zustände loszuwerden. Es ist eine Strategie, die wir als Menschen sehr oft anwenden. Auf kurze Sicht funktioniert sie sehr gut, denn sie führt zur Erleichterung und befreit uns von den unangenehmen physiologischen Symptomen dieser Emotionen.

Zu Problemen kommt es hier auf lange Sicht, wenn die Lösung einfach nur wie ein Flicken ist, der hastig auf das dringende Bedürfnis, das Problem loszuwerden, geklebt wurde. Unsere Verhaltensweisen sind dafür verantwortlich, dass das Problem länger erhalten bleibt. Und wenn wir am wenigsten damit rechnen, bricht dieser schwache Schutzwall, den wir errichtet haben, zusammen.

Beispiele für solche Verhaltensweisen sind Fressanfälle nach einer Panikattacke, verzweifelte Anrufe an unseren Partner in einem Eifersuchtswahn, Drogen zu nehmen oder um große Geldmengen zu spielen.

Emotionstoleranz

Psychologen erklären ihren Patienten , dass ihr Verhalten und ihre negativen Gedanken für ihre Probleme verantwortlich sind. Solange diese nicht aufhören, wird der emotionale Schaden größer werden.

Die meisten Menschen weisen diese Theorie zurück, denn es ist sehr schwierig, Emotionen zu tolerieren, sie existieren zu lassen, sie zu fühlen. Die Symptome sind manchmal so unangenehm, dass wir alles tun, um sie nicht zu spüren. Auch dann, wenn wir uns dessen bewusst sind, dass wir uns hinterher in einer noch schwierigeren Situation befinden werden.

Das ist ein hedonistischer Ansatz: Das heißt, wir versuchen Schmerz zu vermeiden, und suchen zu jedem Preis nach sofortiger Befriedigung, ohne dabei an die Konsequenzen zu denken.

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Es gibt beispielsweise Menschen, die sehr ängstlich werden, weil sie ihre Gedanken überbewerten. Das kann dazu führen, dass sie Fressattacken bekommen. Natürlich werden diese Fressattacken das Problem nicht lösen. Tatsächlich wird ein neues Problem entstehen, wenn sich die Person an dieses Verhalten gewöhnt.

Es ist aber schwerer, intensive Angst zu tolerieren, als sich einer schnellen und schlecht durchdachten Lösung hinzugeben. Das Verhaltensmuster kann so markant werden, dass schon der kleinste Hinweis auf Stress dazu führen kann, dass die Person im Kühlschrank stöbert, um sich etwas in den Mund zu schieben.

Es wäre ideal, sich bei Angstzuständen anders zu verhalten, beispielsweise Atemübungen zu machen, das Problem gut zu analysieren, Lösungen und Alternativen zu finden, rationaler zu denken und schließlich die gewählte Lösung anzugehen. Ja genau das: zu tolerieren, dass wir Angst empfinden.

Angst ist eine Emotion, die sich wie eine Kurve verhält: Sie steigt zu ihrem Höhepunkt an und fällt danach ab.

Strategien gegen Emotionen

Jeder hat irgendwann seine Emotionen schon einmal überdeckt, um weniger zu leiden und sich für einen Moment Erleichterung zu erfahren. Wenn das nicht zur Gewohnheit wird, ist es auch nicht so problematisch.

Einige Arten, wie wir unsere Emotionen überdecken, sind die folgenden:

Essen

Essen hat durch das Wohlgefühl, das es bringt, eine sehr bestärkende Kraft, die über das Hungerstillen hinausgeht. Fressattacken, besonders in Form von süßen oder fettigen Speisen, können uns glauben lassen, dass wir weniger oder gar keine Angst mehr haben. Wir neigen deshalb dazu, unsere emotionalen Zustände mit Essen auszubalancieren, was dazu führen kann, eine ernste Essstörung zu entwickeln.

Drogen

Drogen aktivieren unsere Freuden- und Belohnungszentren, indem sie im Gehirn die Freisetzung von Dopamin bewirken, was uns auf kurze Sicht gut fühlen lässt.

Tabak, Haschisch, Alkohol und andere Drogen wirken wie ein mächtiger emotionaler Schock. Menschen mit geringer Frustrationstoleranz neigen stark dazu, abhängig zu werden.

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Glücksspiel

Wie in den vorhergehenden Beispielen der Fall, ist auch Glücksspiel eine Belohnung für unseren Geist. Sogar dann, wenn wir mehr Geld verlieren, als wir gewinnen. Die Erwartung, zu gewinnen, hält uns aufmerksam und motiviert, lenkt uns von unseren Sorgen ab und hilft uns, für einen Moment zu entfliehen. Später, nachdem wir verloren haben, kann das Problem noch größer sein.

Nichtstun

Sehr typisch bei Depressionen. Um nicht mehr zu leiden und sich selbst von Anstrengungen zu befreien, hören die Menschen auf zu leben, bleiben zu Hause, lassen Termine sausen und sich im schlimmsten Fall krank schreiben.

Unbestimmtheit

Aggressiv sind wir, wenn wir andere dazu drängen das zu tun, was wir wollen. Auf kurze Sicht bekommen wir das normalerweise auch. Wenn wir unterwürfig sind, nehmen wir Schuld auf uns, die uns davon abhält, unsere Rechte zu verteidigen.

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Vergewisserung

Auf das Handy unseres Partners spähen, tausendmal nachschauen, ob wir das Gas abgestellt haben, oder unzählige medizinische Tests zu machen sind weitere Verhaltensweisen, die uns von Angst befreien. Wir führen diese Maßnahmen aus, denn wir denken, dass etwas Bedrohliches passieren kann, auch wenn das nicht sehr realistisch ist.

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Ich sage immer zu allen, dass ich möchte, dass man mir in jeder Angelegenheit
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