5 Mythen über Alterssexualität

· 3. Februar 2019

Viele halten Alterssexualität für ein Tabuthema. Die Gesellschaft spricht aus Scham, Angst oder einfach Unwissenheit nicht darüber. Man lobt die ewige Jugend, verbindet die Sexualität damit und denkt, dass sie ausschließlich für junge Menschen bestimmt wäre.

Altern bedeutet aber nicht, dass man plötzlich das Interesse am Sex verlieren müsste. Normalerweise bleiben Menschen, die bei guter Gesundheit sind, ein Leben lang sexuell aktiv. Daher ist auch hier die Prämisse, dass eine gute Gesundheit der Schlüssel zum vollen Genuss der Sexualität ist.

Es gibt viele Stereotype, Vorurteile und Mythen in Bezug auf Alterssexualität. Dies führt dazu, dass ältere Menschen aufhören, über ihre Sexualität zu reden und schließlich auch ganz aufhören, Sex zu haben, weil Probleme nicht angesprochen werden.

Alterssexualität: Körperliche Veränderungen

Um die Sexualität im hohen Lebensalter weiterhin zu genießen, ist es wichtig, zu akzeptieren, wie sich der Körper im Laufe der Zeit verändert. Diese Veränderungen zu verstehen bedeutet, eine Perspektive zu schaffen, in der der Verlust bestimmter körperlicher Fähigkeiten das Wohlbefinden nicht einschränken muss.

In diesem Sinne ist es unerlässlich, sich der körperlichen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Alter wirklich bewusst zu werden, um den Mythen um das Thema Sex und Vergnügen zu begegnen. Diese Mythen führen sonst zu einer Ablehnung der Sexualität.

Alterssexualität als Tabuthema? - Nicht bei diesem Paar

Fachleute sind sich einig, dass das wichtigste Organ der Sexualität das Gehirn sei. Angst oder Unsicherheit kann zu einem unüberwindbaren Hindernis für die Aufrechterhaltung intimer Beziehungen werden. Die Hauptangst bei Männern ist in der Regel Impotenz, keine Erektion zu bekommen oder sie nicht zu halten zu können. Auf der anderen Seite beziehen sich typische Ängste von Frauen auf ihre körperliche Erscheinung, wie z. B. nicht sexy oder sinnlich genug zu sein. Es ist wahr, dass das Alter unaufhaltsame Veränderungen bewirkt, aber genau deshalb muss man sie akzeptieren.

Zahlreiche gerontologische Studien belegen, wie wichtig es ist, die falschen Annahmen über die Sexualität im Alter abzulegen. Wir stellen deshalb fünf der am weitesten verbreiteten Mythen über Alterssexualität vor.

Männer haben größere sexuelle Bedürfnisse als Frauen

Einer der am weitesten verbreiteten Mythen über Alterssexualität hat mit dem Glauben zu tun, dass Männer ausgeprägtere sexuelle Bedürfnisse hätten als Frauen. Sowohl Männer als auch Frauen haben sexuelle Bedürfnisse, unabhängig von ihrem Alter.

Altern und Sex sind, außer in extremen und pathologischen Fällen, gute Begleiter. Es geht nicht darum, das gleiche Sexualleben wie in der Jugend zu pflegen. Stattdessen geht es darum, sich zu bemühen, die liebevolle Beziehung des Paares zu verbessern und sie genießen zu können.

Sexualität ist was für junge Menschen

Es ist nicht wahr, dass Menschen mit dem Alter zwingend das Interesse am Sex verlieren: Das Sexualleben bleibt in der Regel stabil und zufriedenstellend. Faktoren wie körperliche und geistige Gesundheit können die sexuelle Leistungsfähigkeit im Laufe der Zeit zwar beeinträchtigen, bestimmen sie aber fast nie.

Sexuelle Aktivitäten schaden dem älteren Erwachsenen

Die Realität ist, dass eine gesunde Alterssexualität das genaue Gegenteil bewirkt: Sexuelle Aktivität hilft beiden Partnern, sich besser zu fühlen. Sie ist wunderbar für ihre geistige und körperliche Gesundheit. Das mit ihr einhergehende Gefühl von Selbstwert und Glück steigert ihr jeweiliges Selbstbewusstsein sowie ihre emotionale Verbindung zueinander.

Es gibt viele Vorteile, die mit Genuss von Sex im Alter verbunden sind, wie z. B. Glückseligkeit, Schmerzlinderung und Regulierung von Schlaflosigkeit und Depressionen. Auch ältere Menschen können sich über ein aktiveres Immunsystem und verbesserte zwischenmenschliche Beziehungen freuen, wenn sie sexuell aktiv sind.

Senioren brauchen keine Partner

Liebe kennt kein Alter, aber es ist normal, dass sie sich im Laufe der Jahre verändert. In der Jugend mag sie leidenschaftlicher sein, während sie mit der Zeit reifer und ruhiger wird.

Ältere Menschen stellen deshalb vielleicht andere Aspekte in den Vordergrund, wie z. B. gute Gesellschaft. Das Paar schafft eine emotionale Verbindung, indem es diese Komplizenschaft teilt, die zu Gefühlen von Vertrauen und Begehren führt.

Senior schenkt Seniorin eine Blume

Sexuelle Impulse verschwinden mit dem Alter

Das Altern führt nicht zum Verlust des Begehrens oder zur Einstellung der sexuellen Aktivität. Es ist wahr, dass sich der Körper verändert und die sexuellen Reaktionen tendenziell langsamer werden. Der Genuss ist jedoch derselbe, wenn der richtige Reiz erzeugt wird.

Sex ist in jedem Alter großartig und ein ausgiebiges Sexualleben vermittelt Selbstwertgefühl und Freude. Vor diesem Hintergrund gibt es in den meisten Fällen keinen Grund, auf eine so große Quelle des Wohlbefindens zu verzichten. Leider ist dies in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema.

„Ein angenehmes Alter ist die Belohnung einer gut verbrachten Jugend.“

Maurice Chevalier