Wie überwindet man die Sucht nach Bestätigung?

13, Mai 2016 en Psychologie 200 Geteilt

Ist irgendetwas schlecht daran, anderen gefallen zu wollen? Im Prinzip nein, es ist sogar genau das Gegenteil davon. Doch es ist etwas anderes, immer die Bestätigung anderer zu brauchen, um sich selbst zu akzeptieren.

Immer auf der Suche nach der Anerkennung deiner Mitmenschen zu sein ist nur dann ein wirkliches Problem, wenn du das Gefühl hast, dass du diese Bestätigung brauchst, um dich vollkommen zu fühlen. Denn wer auf die Unterstützung seines Umfeldes zählen muss, ist von ihm abhängig, was dazu führt, dass das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein schwindet.

Eine weitere Problematik der regelrechten Sucht nach Bestätigung besteht darin, dass du anfälliger dafür bist, von anderen manipuliert zu werden. Wenn Mitmenschen herausfinden, dass du Angst davor hast, von ihnen keine Bestätigung zu erhalten, fühlen sie sich dir gegenüber im Vorteil, weil sie wissen, dass alles nach ihrer Nase geht, denn du bemühst dich ja mit allen Mitteln darum, anerkannt zu werden.

Menschen, die stets die Anerkennung anderer brauchen, verlieren sich mit der Zeit in einem Teufelskreis, aus dem sie nur schwer wieder herausfinden. Das ist nicht nur so, weil man sich daran gewöhnt, dass die eigenen Entscheidungen gewertet werden, sondern auch weil Mitmenschen Druck auf einen ausüben. Sie wissen auch, dass man von ihrer Meinung abhängig ist und dementsprechend verhalten sie sich. Die folgenden Ratschläge können für dich sehr hilfreich sein, um dieser Sucht endlich ein Ende zu bereiten, an Selbstvertrauen und Selbstsicherheit zu gewinnen und anzufangen, deine eigenen Entscheidungen zu treffen.

1 – Sage, was du denkst

Es ist nicht immer einfach, zu sagen, was man denkt. Auch wenn es Situationen gibt, in denen man vorsichtig sein muss, gibt es wiederum andere, in denen du deinem Umfeld deine ehrliche Meinung mitteilen musst. Das muss man üben. Rede zuerst mit dir selbst, erkenne deine Gedanken und die Tatsache an, dass du eine eigene Meinung hast, auch wenn du damit nicht bei allen auf Zuspruch stößt.

Nachdenkliche Frau auf Sofa

Übe, wie du sagen kannst, was du denkst, ohne dabei dein Umfeld anzugreifen, aber du musst auch dich selbst, deine Ideologie und dein persönliches Streben respektieren. Du darfst nicht zulassen, dass dein Wunsch nach Anerkennung dazu führt, dass du zuerst an die Anderen denkst, bevor du an dich selbst denkst, und gegen deine Interessen arbeitest.

Du kannst deinen Mitmenschen widersprechen, ohne dich dabei selbst zu enttäuschen. Wenn du nicht das denkst und sagst, was andere meinen, bist du dein eigener Herr über dich.

2 – Denke an dich

Stets auf der Suche nach der Bestätigung anderer zu sein bedeutet, sich immer darüber Sorgen zu machen, der Rest der Welt könnte eine schlechte Meinung über einen haben. Das macht dich verletzlich und zwingt dich in eine Opferrolle wegen der Überlegung darüber, ob deine Mitmenschen mit dir zufrieden sind oder nicht. Das ist auch gleichzeitig das Ende von Vergnügen, Kreativität, Güte und Spontanität in deinem Leben.

Hin und wieder musst du auch an dich selbst denken, dir selbst gefallen und stolz auf dich sein, auch wenn nicht jeder deine Wünsche und dein Streben nachvollziehen kann. Das heißt nicht, dass du egoistisch bist. Ganz im Gegenteil: eine Person, die mit sich selbst zufrieden ist und sich gut fühlt, ist auf sozialer Ebene viel nützlicher, weil sie glücklicher ist, mehr Lebensfreude besitzt und nur von Vorteil für andere ist.

3 – Vergiss nicht, dass es immer jemanden gibt, dem nicht gefällt, was du tust

Die Suche nach Anerkennung ist normalerweise ein Versuch, Kontrolle zu gewinnen oder diese zu behalten. Wenn wir bewirken könnten, dass unsere Mitmenschen über uns das denken, was wir uns wünschen, würden wir demnach nicht zurückgewiesen oder verlassen werden.

Doch du kannst die Gedanken anderer nicht kontrollieren, genauso wenig wie du jeden von deinem Vorgehen überzeugen kannst. Egal was du tust, es wird immer jemanden geben, der anderer Meinung ist oder deine Entscheidung nicht verstehen kann. Wir können nicht der ganzen Welt gefallen. Da wird immer jemand sein, der eine andere Auffassung hat als wir.

4 – Konzentriere dich darauf, was richtig ist und sei du selbst

Der Gruppenzwang kann dafür sorgen, dass wir uns dazu gezwungen fühlen, das zu tun, was der Rest für richtig erachtet, doch das ist nicht immer auch der Fall. Um nicht gegen den Strom zu schwimmen, ziehen viele einfach mit, obwohl es ihnen falsch vorkommt oder sie nicht verstehen, was andere machen.

Mann umarmt Herz

Das hat zur Folge, dass sich daraus eine Dynamik entwickelt, in der du nicht mehr du selbst bist, du verlierst deine Persönlichkeit und deine Entscheidungsfreiheit. Entferne dich davon, konzentriere dich darauf, was du für richtig erachtest, analysiere die Philosophie und die Ziele dahinter und bleibe dir selbst treu. Wenn dir etwas oder jemand nicht gefällt, wieso willst du ihm dann gefallen? Was bringt es dir, Teil dieser Gruppe zu sein?

5 – Lasse dir von anderen keinen Stempel aufdrücken

Menschen, die so darüber besorgt sind, die Bestätigung anderer zu erhalten, bekommen oft einen Stempel aufgedrückt und sie werden in eine Schublade gesteckt. Doch die Mehrheit der Menschen trifft nicht einfach so eine Entscheidung, noch urteilen sie vorschnell über andere, nur weil sie nicht verstehen, wieso sie etwas tun oder weil sie sich der Gruppe nicht anpassen wollen.

Sogar wenn Menschen dich dazu zwingen, ihrer Meinung Beachtung zu schenken,  führt die Tatsache, dass du das tust, was du für angemessen empfindest, weder dazu, dass du mit anderen in eine Schublade gesteckt wirst, noch verlierst du dadurch die Zuneigung deines Umfeldes. Entgegengesetzt der Annahme verdienst du dir den Respekt deiner Mitmenschen dadurch, dass du du selbst bist. Wenn man dir einen Stempel aufdrücken will, versuche dich zu behaupten, damit du so wahrgenommen wirst, wie du dir das wünschst.