Anerkennung – Grundlage unseres Selbstwertgefühls

· 28. März 2016

Wir alle wünschen uns Anerkennung. Dabei geht es weniger um Stolz, Selbstsucht oder Unreife. Menschliche Wesen brauchen einfach vom ersten Moment ihres Lebens an den Respekt und die Zuneigung von Menschen in ihrem Umfeld. Und dieses Umfeld ist genau der Ort, an dem wir als Menschen echte Anerkennung finden.

Dort wird uns unser Wert als geliebtes menschliches Wesen vermittelt. Dort werden unsere Werte und unsere Fähigkeit, durchs Leben zu gehen und Dinge zu erreichen, anerkannt. Und darin liegt unsere Fähigkeit, auf reife und integere Art und Weise glücklich zu sein. Die Stärke dieser engen Beziehungen gibt uns Selbstvertrauen und hilft uns dabei, zu wachsen. Unsere Eltern und unsere Familie bilden das erste soziale Umfeld, das dafür verantwortlich ist, uns Anerkennung, Respekt und Zuneigung zukommen zu lassen.

Wenn uns Anerkennung und Respekt entgegengebracht wird, kann unser Selbstwertgefühl aufblühen. Dabei gilt es allerdings zu beachten: Genauso, wie wir sie empfangen, ist es wichtig, dass wir lernen, wie wir anderen Menschen Anerkennung entgegenbringen können. „Du bist mir wertvoll. Ich erfreue mich an dir und ich glaube an dich. Ich weiß, was du alles schaffen kannst und dafür verdienst du meinen Respekt. Du bist ein Teil meines Lebens.“

Heute wollen wir uns also diesem Thema zuwenden. Lasst uns der Anerkennung auf den Grund gehen.

Anerkennung und Selbstwertgefühl

Zunächst sollten wir uns all die Säulen vor Augen führen, die das Grundgerüst unseres Selbstwertgefühls bilden:

  1. Respekt sich selbst gegenüber: Das ist unverzichtbar. Wenn wir nicht einmal uns selbst wertschätzen und uns nicht als wichtige und fähige Person betrachten, dann haben wir auch nichts in der Hand. Liebe beginnt immer bei der eigenen Person. Wenn ich mich selbst wertschätze und in der Lage bin, all meine Werte und mein Recht, glücklich zu sein, anzuerkennen, dann werde ich auch zu vielem fähig sein.
  2. Selbstbewusstsein: Ich bin mir meiner Fähigkeiten und meiner Begrenzungen bewusst. Ich kann mir selbst vertrauen, dass ich in Ausgewogenheit und mit festem Schritt meinen Lebensweg gehen werde. Wenn ich kein Vertrauen in mich selbst habe, dann verliere ich auch die Kontrolle über mein Leben – oder noch schlimmer – ich lasse zu, dass mein Leben von anderen bestimmt wird.
  3. Die Verantwortung, das eigene Leben in die Hand zu nehmen: Du bist der Kapitän deines Schiffes. Du bist kein einfacher Schiffsjunge und erst recht kein blinder Passagier. Es ist wichtig, dass wir schon früh in unserem Leben lernen, wie man eigene Entscheidungen trifft, wie man sich selbst als Mensch wertschätzt und wie man mutig ist.
  4. Die Überzeugung, dass man angenommen ist: Schau niemals aus der Perspektive eines Verlustes auf dein Leben, sondern stets aus der Perspektive von Möglichkeiten und Chancen. Erkenne deine Werte und deine Stärke an – fokussiere dich nicht auf deine Schwachpunkte. Wir alle haben ein Recht, in dieser komplexen Welt glücklich zu sein. Alles, was es dazu braucht, ist ein gewisses Vertrauen in die eigene Person und eine Portion Mut. Denke nicht, dass andere mehr verdienen als du, denn sonst wirst du beginnen, Mauern um dein Leben zu errichten. Sorge dafür, dass du nicht in diese Falle tappst.

Wie du siehst, brauchen wir alle Anerkennung und vor allem brauchen wir die Anerkennung unserer Selbst. Jeder von uns muss in sich die Überzeugung tragen, dass er Erfolg, inneres Gleichgewicht und Glück verdient. Vielleicht hast du diesen Respekt und diese Anerkennung in den ersten Jahren deines Lebens nicht von deiner Familie bekommen. Es ist möglich, dass diese engen Verbindungen dir nicht wirklich zum Besten gedient haben.

Doch auch wenn du davon betroffen warst: Lass nicht zu, dass deine unglückliche Vergangenheit dich gefangen hält. Geh lieber in dich, mach dich auf die Suche nach dieser Stärke, die wir alle in uns tragen und suche nach diesem Rettungsanker namens Selbst-Anerkennung. So wirst du erfahren, dass du mutig bist, dass du das Beste verdienst und dass Liebe immer bei dir selbst beginnt.

Das Bedürfnis nach gesunder Anerkennung

Bisher haben wir darüber geredet, dass diese essenzielle Form der Anerkennung das Konzept unseres Selbstwertgefühls beeinflusst. Nun ist es allerdings an der Zeit, noch eine kleine Unterscheidung zu machen: Bestimmt kennst du einen oder gleich mehrere Menschen, die ständig auf der Suche nach Anerkennung von anderen sind.

Wenn sich unser Bedürfnis nach Anerkennung unserer eigenen Taten, unserer Worte, unseres Verhaltens, unserer Einstellungen und sogar unserer äußeren Erscheinung zu einer Obsession entwickeln, dann haben wir eine Grenze überschritten und suchen nun auf ungesunde Weise nach Anerkennung. Dann suchen wir in unserem Umfeld nach etwas, was wir in unserer eigenen Welt nicht finden können.

Es ist zwar völlig richtig, dass wir alle unsere Freunde, unsere Familie und unseren Partner brauchen, um diese Form der Anerkennung zu erhalten, das darf sich allerdings nicht zu einer Obsession entwickeln. Denn so zeigen wir nur, dass wir als Person in uns eine große Unsicherheit tragen.

Anerkennung ist wichtig für menschliche Wesen. Sie hilft uns dabei, immer sicherer zu werden. Es ist allerdings auch sehr wichtig, dass wir diese Anerkennung in uns selbst kultivieren, damit sie in uns so zu einer inneren Antriebskraft wird, die uns mit Selbstvertrauen, Stärke und Stabilität versorgt.