Wie man mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgeht

Jeder muss irgendwann in seinem Leben den Verlust eines geliebten Menschen verkraften und diese Situation ist nicht einfach. Obwohl jeder Mensch anders mit Schmerzen, Trauer und Kummer umgeht, sind die Strategien, die wir dir in unserem heutigen Artikel aufzeigen möchten, für jeden Menschen geeignet.
Wie man mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgeht

Letzte Aktualisierung: 10 Juni, 2021

Der Verlust eines geliebten Menschen ist ein unvermeidlicher Bestandteil des Lebens. Aber trotz dieser Tatsache sind nur wenige Menschen mental und psychisch darauf vorbereitet, mit dieser Art von emotionalem Schmerz, mit der inneren Verwirrung und den Auswirkungen eines unerwarteten und als unfair empfundenen Abschieds umzugehen.

Viktor Frankl sagte, dass Leiden den Menschen klarer und die Welt transparenter macht. Schmerz eröffnet Perspektiven, so der Vater der Logopädie. Obwohl dies sicherlich der Wahrheit entspricht, braucht der Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen dennoch eine gewisse Zeit. Es ist ein heikler Prozess der Anpassung und intensive innere Arbeit erforderlich, um diesen mentalen Zustand absoluter Klarheit und Akzeptanz zu erreichen.

Dieses psychologische Handwerk erfordert eine Reihe von Strategien, die angewendet werden müssen, und verschiedene Veränderungen. Es sind kleine tägliche Scharniere, mit denen der Weg zur Genesung und zur Verarbeitung des Verlustes erleichtert wird. Denn auch wenn die Gestalt eines geliebten Menschen nie verschwindet, kann jeder lernen, in einem neuen Lebensabschnitt mit der Erinnerung zu leben.

“Der Tod hinterlässt einen Kummer, den niemand heilen kann, die Liebe hinterlässt eine Erinnerung, die niemand stehlen kann.”

-Richard Puz-

Verlust eines geliebten Menschen - weinende Frau

Der Verlust eines geliebten Menschen – Strategien, um sich an die neue Realität anzupassen

Den Verlust eines geliebten Menschen zu akzeptieren und zu integrieren, ist ein heikler Prozess. Und diesen Prozess erlebt jeder Mensch auf seine eigene und ganz persönliche Weise. Manche Menschen werden psychologische Unterstützung brauchen, während andere eine Zeit der Selbstbeobachtung und Erinnerung beginnen, in der sie sich neu definieren und lernen, mit ihrer Verwirrung, Wut, Traurigkeit und Trauer umgehen zu können.

Jeder wird seine eigenen Lücken auf eine bestimmte Weise füllen und spezifische Strategien anwenden. Das Entscheidende ist in allen Fällen, weder zu stagnieren noch die Trauer zu einem dauerhaften mentalen Zustand zu machen. Daher ist es wichtig, eine Reihe von Ressourcen und Ansätzen zu haben, um mit diesen Situationen besser umgehen zu können. Nachfolgend wollen wir uns damit eingehender befassen.

Jede Emotion hat ihre Berechtigung

Leiden, körperliche Erschöpfung, Verleugnung, Ablehnung, Angst, Frustration und sogar Wut. All dies sind Emotionen, die mit dem Verlust eines geliebten Menschen einhergehen können. Darüber hinaus sind diese Emotionen sehr intensiv, benebelnd und beinahe übermächtig und sie lassen sich nur sehr schwer in Worte fassen. Was du in dieser Situation aber auf keinen Fall tun darfst, ist es, diese Emotionen und Gefühle zu unterdrücken. Auch die Annahme, du müsstest so schnell wie möglich wieder in die Normalität zurückkehren, ist keine gute Strategie.

Du brauchst jetzt vor allem eines: Zeit. Und diese Zeit solltest du dir unbedingt nehmen. Sobald du alle Formalitäten erledigt hast, die nach dem Verlust eines geliebten Menschen erledigt werden müssen, steht dir ein schwerer Gang bevor. Der letzte Abschied von diesem Menschen.

Und nach der Bestattung beginnt eine Phase der Akzeptanz, in der du jede Emotion zulassen solltest, um ihr Präsenz und den erforderlichen Raum zu geben. Denn der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen hat nicht nur ein Element der Traurigkeit. Tatsächlich gibt es unzählige Gefühle, die dich überkommen. Und du musst sie irgendwie handhaben, kanalisieren und annehmen.

Wenn du den Verlust eines geliebten Menschen betrauerst, solltest du darüber reden, in Gesellschaft sein und aktiv bleiben

Trauer ist ein Prozess, kein Zustand. Daher ist die Konzentration auf Sehnsucht, Nostalgie und bleibende Erinnerungen an die Vergangenheit eines der Elemente, die verhindern, dass du den Verlust eines geliebten Menschen annehmen kannst. Auch wenn sich das kompliziert anhören mag, ist es dennoch wichtig, dass du versuchst, in der Gegenwart zu bleiben. Daher solltest du dich auch darum bemühen, ein aktives Leben aufrechtzuerhalten.

Nach einer gewissen Zeit der notwendigen Introspektion, in der du daran gearbeitet hast, deine Emotionen zu akzeptieren und sie loszulassen, solltest du allmählich wieder in dein soziales Leben zurückkehren. Auch Gespräche mit Freunden und der Familie können den Schmerz lindern. Wenn du dann wieder deine alte Routine aufnimmst, zwingst du deinen Geist dazu, sich auf das Hier und Jetzt statt auf die Vergangenheit zu konzentrieren. Verpflichtungen zu haben, dir neue Ziele zu setzen und Projekte zu verfolgen, erinnert dich daran, dass das Leben weitergeht.

Wenn du wieder ins “normale” Leben zurückkehrst, Kontakte knüpfst und das Haus verlässt, musst du dich nicht schuldig fühlen, denn den geliebten Menschen wirst du deswegen nicht vergessen. Du beschädigst damit auch nicht die Erinnerung und das liebevolle Andenken an diesen Menschen. Im Gegenteil, denn dies wird es dir ermöglichen, dich an diesen Menschen zu erinnern, ohne vom Kummer und dem Schmerz über den Verlust wie gelähmt zu sein. Jede Trauerarbeit erfordert auch Bewegung, damit du den Verlust akzeptieren und bewältigen kannst.

Verlust eines geliebten Menschen - Mann am Meer

Umgang mit Ängsten, die durch den Verlust eines geliebten Menschen auftreten

Wenn man den Verlust eines geliebten Menschen bewältigen muss, ist die Angst vor der Trauer eine ziemlich häufige Realität. Deine Emotionen halten dich gefangen und deine Gedanken sind chaotisch. All dies stürzt dich in einen Zustand psychischer Hilflosigkeit, der mehrere Monate andauern kann.

Wie du siehst, ist es überhaupt nicht einfach, sich an die Leere anzupassen, die ein geliebter Mensch hinterlässt. Es ist nicht leicht, die Zügel des Lebens wieder in die Hand zu nehmen, wenn der Schmerz und die Erinnerung schwer auf einem lasten. Daher ist es in diesen Fällen immer am besten, sich an einen spezialisierten Fachmann zu wenden, der die Ausprägung und Intensität deiner Angst beispielsweise mithilfe der Hamilton-Angst-Skala beurteilen kann.

Darüber hinaus sind auch kognitiv-behaviorale Ansätze immer geeignet, um dieser psychologischen Realität zu begegnen. Gleiches gilt für die Akzeptanz- und Commitment-Therapie. Nachfolgend findest du einige Techniken, die besonders hilfreich sind, um Trauernden dabei zu helfen, den Verlust eines geliebten Menschen und die damit verbundenen Ängste zu bewältigen:

  • Sorge dafür, dass dieser Mensch seinen Emotionen und Gedanken Raum geben, sie frei ausdrücken und loslassen kann.
  • Sprich mit dem Betroffenen über den Verlust, den dieser Mensch erlitten hat und über alles, was er oder sie in dieser Zeit erlebt hat.
  • Wende Techniken an, die die täglichen Probleme einer trauernden Person lösen können, um sie anzuleiten.
  • Unterstütze den trauernden Menschen bei der Akzeptanz der neuen Realität und auch bei der Formulierung neuer Ziele und Werte.
  • Darüber hinaus solltest du die Aufmerksamkeit des Trauernden im Laufe des Prozesses in die Zukunft lenken , damit er oder sie die eigene Routine wiederfindet und die Aktivitäten, die er oder sie früher gerne ausgeübt hat, wieder aufnehmen kann.

Abschließende Gedanken

Der gesamte Trauerprozess ist voller Schwierigkeiten, du wirst Fortschritte, aber auch Rückschläge erleben. Insbesondere wenn es darum geht, den Verlust eines geliebten Menschen überhaupt erst einmal zu akzeptieren. Aber irgendwann wirst du es schaffen. Auch, wenn sich dies zu Beginn schier unvorstellbar anhören mag. Dennoch wird es irgendwann einen Punkt geben, an dem du damit umgehen kannst. Eines Tages wachst du auf und spürst, dass du in Liebe und Frieden mit der Erinnerung an diesen geliebten Menschen leben kannst. Und der unsägliche Schmerz über diesen Verlust wird nachlassen.

Dennoch wirst du diesen Menschen natürlich niemals vergessen. Aber du wirst es schaffen, physisch ohne ihn oder sie zu leben. Und eines ist gewiss: Dieser geliebte Mensch wird immer bei dir sein, weil er oder sie stets einen ganz besonderen Platz in deinem Herzen haben wird.

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