Wie kannst du eine Phobie überwinden?

9. Juli 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Phobie überwinden - Frau in einem Feld

Wir alle haben eine Phobie, oder kennen jemanden, auf den das zutrifft. Phobien können sich auf Objekte beziehen, die unser tägliches Leben nicht beeinflussen, sodass wir sie einfach ignorieren können. Mit einer Schlangen- oder Rattenphobie wirst du gut leben können, wenn du in einer Stadt wohnst. Allerdings kann Fahrangst, die Amaxophobie, in der heutigen Zeit ein echtes Problem sein. Oder die Phobie vor dem Fliegen, wenn du für deinen Job oft reisen musst.  Aber wie kannst du eine Phobie überwinden?

Es ist wichtig, an der Angst zu arbeiten, die sie auslöst, weil Angst Vermeidungsverhalten erzeugt, welche die Panik nährt.

„Ein Mann, der Angst ohne Bedrohung fühlt, wird eine Bedrohung erfinden, um seine Angst zu rechtfertigen.“

Alain Emile Chartier

Der Schlüssel zu Phobien ist Angst

Angst ist ein Gefühl, das auftritt, wenn du an einer Phobie leidest. Du solltest vor allem lernen, ihre Intensität zu reduzieren. Mit diesem Ziel vor Augen solltest du dich über die Dinge informieren, die deine Phobie provozieren, da Phobien manchmal durch falsche Überzeugungen hervorgerufen werden. Durch die Entlarvung dieser Überzeugungen lässt die Angst meist nach. Es wird zudem nützlich sein, sich Fähigkeiten anzueignen, die dir helfen, die gefürchtete Situation zu meistern.

Frau schützt und umarmt sich selbst

Schauen wir uns ein Beispiel an. Wenn du Angst vor Hunden hast, denkst du wahrscheinlich, dass alle Hunde gefährlich wären. Wenn du etwas recherchierst, wirst du aber sehen, dass das nicht wahr ist. Außerdem kannst du nachschlagen, wie du dich um Hunde herum verhalten solltest, um deine Angst in verschiedenen Situationen zu regulieren. Auf diese Weise hast du mehr Ressourcen zur Verfügung, die du in „gruseligen“ Situationen nutzen kannst. Diese Ressourcen geben dir Sicherheit und reduzieren deine Ängste. Jetzt wird die Bedrohung weniger besorgniserregend erscheinen.

„Nichts im Leben ist zu fürchten, es ist nur zu verstehen. Jetzt ist die Zeit, mehr zu verstehen, damit wir weniger Angst haben.“

Marie Curie

Neben dem Erwerb von Informationen und dem Erlernen von Bewältigungsstrategien ist es wichtig, sich eine Reihe von Werkzeugen zuzulegen. In diesem Sinne wird es dir eine große Hilfe sein, zu lernen, wie du dich entspannst. Es gibt viele Techniken, um Entspannung zu erreichen. Deine Aufgabe ist es, diejenige zu finden, die für dich am besten geeignet ist, je nach Stimulus und persönlichen Eigenschaften.

Der nächste Schritt: Dich deiner Phobie aussetzen

Wenn du dich mit deiner Phobie konfrontiert siehst, wird Angst ausgelöst. Du spürst, wie dein Herz anfängt zu klopfen. Dein Atem beschleunigt sich. Du fühlst dich wie gelähmt und deine Aufmerksamkeit wird vom Reiz gefangen genommen. Alles, was du tun willst, ist weglaufen oder ihn vermeiden, richtig? Genau das ist es, was du tust. Deine Angst lässt nach … Bis der Reiz deiner Phobie wieder auftaucht und du in der gleichen Weise auf ihn reagierst. Dadurch wird das zugehörige Verhaltensmuster allerdings nur verstärkt.

Es ist klar, dass diese Strategie der Vermeidung kurzfristig wirksam ist, aber nicht langfristig. Also, was kannst du tun? Du kannst aufhören, wegzulaufen. Es klingt schwer, aber deshalb bist du im Voraus den Schritt, zu lernen, wie du dich entspannen und deine Angst kontrollieren kannst, gegangen. Wenn deine Phobie auftaucht, wirst du in der Lage sein, diese negative Emotion zu bewältigen.

Frau sitzt an einer Klippe

Um das zu tun, ist es notwendig, fich dem phobischen Reiz nach und nach auszusetzen. Bereite eine Liste der Situationen vor, in denen deine Phobie auftritt, und ordne sie in Bezug auf den Grad der Angst, den sie hervorrufen. Sobald du das getan hast, musst du anfangen, dich in jede dieser Situationen zu versetzen, in eine nach der anderen, ohne wegzulaufen.

Beginne mit derjenigen, die dir am wenigsten Angst macht, und wenn du das Auftreten dieser unangenehmen Emotion bemerkst, setze die Strategien, die du bereits erworben hast, in die Tat um, um sie zu bewältigen. Wenn du sie überwunden hast, bist du bereit, dich der nächsten Situation auszusetzen. Auf diese Weise wirst du sehen, wie du dich im Laufe der Zeit langsam Situationen aussetzen kannst, die früher sehr viel Angst in dir ausgelöst haben.

Belohne dich selbst!

Wann immer du ein Verhalten in eine Gewohnheit umwandeln willst, solltest du es nach der Umsetzung in die Praxis verstärken. Um das zu tun, ist es wichtig, dich jedes Mal, wenn du deine Angst erfolgreich bewältigt hast, zu belohnen. Du hast es verdient!

Auf diese Weise erhöhst du deine Selbstbeherrschung in Richtung dieses ersten Impulses. Aber nicht nur das, nach der Exposition wirst du auch sehen können, dass die negativen Folgen, die du erwartet hast, nicht so schlimm sind, wie du dachtest. Oder sie sind überhaupt nicht eingetreten. Das ist an sich schon eine Stärkung und Motivation, sich der nächsten schwierigen Situation zu stellen. Wenn du die vorherigen Sorgen überwunden hast, wird die nächste nicht mehr so schlimm sein.

Frau umarmt sich selbst

„Ängstlichkeit ist ein Fluss von Angst, der durch den Verstand fließt. Wenn dieser Fluss gewässert wird, kann aus ihm ein starker Strom werden, der all unsere Gedanken mit sich reißt.“

A. Roche

Eine Phobie überwinden ist relativ einfach, wenn du weißt, wie es geht und wenn du die richtigen Techniken in die Praxis umsetzt. Wenn dir eine Phobie dir Lebensqualität nimmt und du allein nicht in der Lage bist, sie zu bewältigen, solltest du die Hilfe eines Psychologen suchen. In ihm hast du einen Experten, der dich durch diesen Prozess führt, damit du wieder die Kontrolle über dein Leben übernehmen kannst.

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