Was machen Psychologen eigentlich?

· 7. Juni 2018

Was machen Psychologen eigentlich? Psychologen haben die Aufgabe, das Verhalten von Menschen zu untersuchen. Sie helfen ihren Patienten, ihre Probleme zu verstehen, indem sie ihre Gedanken und Emotionen interpretieren und zur Reflexion anregen. Sie hören auf das, was ihre Patienten ihnen sagen – und auf das, was sie sehen.

Jacques Lacan, ein französischer Psychoanalytiker, schlug vor, dass das Unbewusste die Struktur einer Sprache habe. Das Unbewusste sei der Ort, an dem wir unsere Wünsche, Ängste und Emotionen speichern. Demnach sind Psychologen diejenigen, die ihren Patienten die Ressourcen an die Hand geben, um sich ihr Unbewusstes bewusst zu machen.

„Wir können nichts ändern, bis wir es akzeptieren.“

Carl Gustav Jung

Fähigkeiten, die Psychologen helfen, Gedanken und Emotionen zu interpretieren

Psychologen haben bestimmte Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichen, die Gedanken und Gefühle ihrer Patienten zu interpretieren. Sie können ihr Wissen auch in eine Sprache fassen, die für den Patienten einfach zu verstehen ist. Hier sind einige dieser besonderen Fähigkeiten:

  • Empathie. Für Psychologen ist es einfacher, zu verstehen, wie und warum die Probleme eines Patienten auf diese wirken, wenn sie sich in die Lage des Patienten versetzen. Dazu brauchen sie Empathie, also die Fähigkeit, sich in jemand anderen hineinzuversetzen.
  • Bewusstes Zuhören. Psychologen müssen sehr genau darauf achten, was ihre Patienten sagen, damit ihnen nichts Wichtiges entgeht.
  • Kommunikation. Paul Watzawick, ein österreichischer Psychologe, glaubte, dass Kommunikation die Grundlage von Beziehungen sei. Deshalb können Psychologen anhand dessen, was sie sehen, erahnen, was der Patient denkt und fühlt.
  • elbstbewusstsein. Psychologen müssen die Probleme ihrer Patienten von ihren eigenen trennen. Andernfalls könnte das den Behandlungserfolg beeinträchtigen.
Tröstende Hand

Nonverbale Sprache

Gesten, Mimik, Tonfall und Haltung sprechen Bände darüber, was in unserem Leben vor sich geht. Sie können wertvolle Informationen über unsere Emotionen liefern, von denen wir vielleicht gar nichts wissen. Da wir manche Emotionen nur unbewusst verspüren, bringen wir sie auch nicht zum Ausdruck. Andere Gedanken und Emotionen passen nicht in Worte.

Um sie dennoch zu entziffern, beobachten Psychologen ihre Patienten sehr genau. Zum Beispiel achten sie auf ihren Gesichtsausdruck, wenn sie über ein Problem sprechen. Der Ton der Stimme ist ein weiterer Punkt, den Psychologen vermerken. Ändert sich der Tonfall des Patienten, wenn er über bestimmte Themen spricht? Pausiert er? Bleiben er still? Wird er kurzatmig? Wird seine Sprache schneller oder langsamer? Wie laut spricht er? Psychologen beobachten auch, wie ihr Patient sitzt und wo er hinschaut.

Die Aspekte, die wir gerade aufgelistet haben, sind wichtig, weil sie dem Psychologen helfen, das Gesamtbild zu betrachte verstehen. Die nonverbale Sprache gibt dem Psychologen Hinweise auf die Vorstellungen des Patienten, auf seine Wahrnehmung der Realität und seine Gefühle.

Was sind die Lieblingstechniken von Psychologen?

Das Verständnis der nonverbalen Sprache ist nicht das einzige Instrument, das Psychologen anwenden. Hier ist eine Liste weiterer Techniken, die Psychologen in ihrer Praxis häufig verwenden:

  • Kognitive Techniken. Aaron Beck, ein Psychologe aus den Vereinigten Staaten, ist überzeugt, dass es eine Beziehung zwischen unseren Gedanken und unseren Gefühlen gebe. Beck glaubt, dass wir diese nutzen können, um Gedanken und Gefühle umzustrukturieren. Psychologen können uns bei dieser Aufgabe helfen.
  • Zeichnen oder Malen. Der Prozess des Zeichnens oder Malens macht das Unbewusste sichtbar. Hier hilft der Psychologe, die Ideen und Emotionen des Patienten auszudrücken, wenn sie schwer in Worte zu fassen sind.
  • Durch Sprache. Der Therapeut erkennt und identifiziert die Gedanken und Emotionen der Menschen, während sie sprechen.
Psychologe mit deprimiertem Patienten

  • Durch Verhalten. Psychologen beobachten, wie sich Patienten während der Therapie verhalten. Sie lassen sich erzählen, wie die Patienten sich außerhalb der Therapie verhalten. Zum Beispiel, ob sie aggressiv, apathisch, motiviert oder aufgeregt sind.
  • Das Unbewusste ans Licht bringen. Die meisten Psychologen, die an die Existenz des Unbewussten glauben, sind der Überzeugen, dass es sich auf verschiedene Arten manifestiere. Es könnte in künstlerischen Werken stecken, in Sprachfehlern oder Vergesslichkeit.
  • Psychodrama. Das ist eine Technik, die von Jacob Levy Moreno entwickelt wurde, in der Patienten vorgeben, was passiert. Danach hilft der Psychologe dem Patienten, sein Handeln zu interpretieren, und zu verstehen, dass einige Aspekte aus dem Unbewussten stammen können.

Psychologen agieren oft als eine Art Spiegel. Sie spiegeln die Äußerungen des Patienten wider, damit dieser sie interpretieren kann. Psychologen können auch helfen, die Rede und die Ideen ihrer Patienten zu organisieren. Sie tun das, indem sie ihnen erlauben, frei zu sprechen und unterstützend wirken, damit der Prozess nicht an Kontinuität verliert.