Wie erziehen wir glückliche, emotional starke Kinder?

5. Dezember 2015 en Kuriositäten 22 Geteilt

Aufgrund des Rollenwechsels in der Figur der Frau kann man in den letzten Jahrzehnten ein Phänomen beobachten, das sich fast als Rabenmutter-Syndrom beschreiben lässt. Es ist einfach zu verstehen und wir sind sicher, dass sich mehr als nur eine Leserin angesprochen fühlt.

Die Frau von heute strebt nicht nur nach einer tollen beruflichen Karriere; danach, wirtschaftlich unabhängig zu sein; eine gute und verständnisvolle Partnerin zu sein; einen sozialen Umkreis aus Freunden, mit denen sie sich identifiziert, zu haben; inmittten dieses komplexen Kontextes befinden sich ihre Kinder. Sie sind das Wichtigste in ihrem Leben, aber sie kann ihnen nicht so viel Zeit widmen, wie sie eigentlich will.

Dadurch kommen Zweifel auf:  Mache ich das gut? Und was, wenn ich ihnen nicht genügend Aufmerksamkeit schenke? Und wenn ich irgendeinen Fehler mache?  All das kann dazu führen, dass man unter dem sogenannten „Rabenmutter-Syndrom“ leidet.

Heutzutage ist der Begriff Mutterschaft nicht mehr ausschließlich auf die Figur der Frau fokussiert. Die Rollen sind offener aufgeteilt, und das ist zweifellos etwas Gutes, aber auf irgendeine Weise wird die Mutterfigur weiterhin als lebensnotwendige Achse der Erziehung angesehen. Daraus entstehen Zweifel, daraus Sorgen.

Wie können wir inmitten dieser so anspruchsvollen Gesellschaft glückliche Kinder erziehen? In einer Gesellschaft, in der wir nicht so viel Zeit haben, wie wir sollten? Wir geben dir im Folgenden eine Reihe von Tipps, die dir helfen können, egal ob du Vater, Erzieher oder Mutter bist, und fälschlicherweise glaubst, keine „gute Mutter“ zu sein.

1. Hilf ihnen, Entscheidungen zu treffen

Es kann sein, dass du deinen Kindern nicht all die Zeit widmen kannst, die du ihnen gern widmen würdest. Du hast einen festen Zeitplan für die Arbeit und manchmal kommst du nicht pünktlich nach Hause, um mit ihnen die Hausaufgaben zu machen oder um mit ihnen etwas spazieren zu gehen. Das macht nichts. Trotzdem gibt es etwas, das du vermeiden solltest.

Erlaube nicht, dass sie sich in ihre Zimmer einschließen, erlaube nicht, dass der Fernseher, der Computer oder die Videospiele euch die wenige Zeit „rauben“, die ihr auf die beste Art und Weise verbringen könnt: im Gespräch mit deinen Kindern. Halte ein tägliches Gespräch in Ruhe und Nähe zu ihnen aufrecht. Wisse immer, welches ihre Sorgen und Wünsche sind.

Wenn sie ein Problem haben, löse es nicht für sie, aber biete ihnen Strategien und Ratschläge an, damit sie das dann selbst regeln. Um glückliche Kinder zu erziehen, müssen wie zunächst erreichen, dass sie sich für ihre eigenen Angelegenheiten verantwortlich fühlen, indem wir sie nicht überbehüten, sondern ihnen die entsprechenden Mittel an die Hand geben, mit denen sie die kleinen Probleme des Alltags bewältigen können. Tu dies mit Zärtlichkeit, mit Sorge, aber lass ihnen die Selbstständigkeit.

Wenn sie sich in einer Sache irren, kritisiere oder bestrafe sie niemals. Hilf ihnen und bring ihnen bei, dass es im Leben auch Misserfolge gibt und dass man aus Allem lernen muss. Es ist auch wichtig, dass sie mit dem Konzept der „Frustration“ umzugehen lernen.

2. Lass ihnen Unabhängigkeit im Rahmen der Grenzen

Die Erziehung beginnt bei „Null“ mit dem Moment der Geburt, und denk daran, dass es eine Aufgabe für zwei ist. Die beiden Eltern sollten sich einig sein, welche erzieherische Linie sie fahren wollen, was sie erlauben wollen, welche Uhrzeiten sie etablieren wollen, was verboten und was verhandelt wird.

Die Kinder sollten von klein an wissen, dass im Haus wie in der Gesellschaft gewisse Grenzen zu respektieren sind, und damit sie das lernen, müssen sie daheim spüren, woran sie sich in jedem Moment halten sollen. Sind die Regeln einmal etabliert, werden Rechte angeboten und alle Rechte werden verhandelt und besprochen.

Außerdem ist es wichtig, dass wir den Kindern eine altersgerechte Unabhängigkeit lassen. Auf diese Weise können sie sich fähig und selbstsicher fühlen und haben dabei immer unsere Unterstützung und unsere Beratung. Zeig ihnen immer dein Vertrauen, sprich mit ihnen, bevor du bestrafst, hör zu, bevor zu tadelst und rede, rede über alles, was du kannst, mit ihnen. Damit sie dich niemals wie einen Feind ansehen werden.

Herz

3. Versuche nie, die fehlende Zeit zu kompensieren

Dies ist ein häufiger Fehler, den Mütter und Väter heutzutage begehen. Da sie nicht so viel Zeit mit ihren Kindern verbringen können, wie sie wollten, suchen sie oft das einfache Mittel, die fehlende Zeit mit Geschenken zu kompensieren, mit einem Spielzeug, dem Videospiel, um das sie schon lange betteln, mit diesem Tablet, dem Handy… Das ist ein großer Fehler.

Kinder wertschätzen Geschenke nicht so sehr wie wir denken. Umso weniger, wenn wir sie als Wiedergutmachung benutzen, denn die Kinder verstehen diese Strategie sehr gut. Somit müssen wir uns bewusst sein, dass es nichts gibt, was wir kompensieren müssen. Eltern arbeiten und das ist normal. Jeder in der Familie hat seine Funktion und seine Rolle, wir müssen nicht mit „Objekten“ kompensieren, dass wir nicht zu Hause sind.

Kompensieren wir es lieber mit Lebensqualität. Die Zeit, die du mit deinen Kindern verbringst, soll immer die beste, die ehrlichste sein. Zögere nicht, Dinge gemeinsam mit ihnen zu machen, zu spielen, zu reden, zu kochen, spazieren zu gehen. Leg das Handy beiseite und lache mit deinen Kindern, ohne dir Sorgen zu machen, ob du der oder die perfekte Vater bzw. Mutter bist. Das ist unwichtig. Es gibt 1000 Arten, ein gutes Elternteil zu sein, und alle sind nützlich, um glückliche Kinder zu erziehen.

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