Wie dein Selbstbild deinen Erfolg beeinflusst

28 September, 2020
"Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten." Stimmst du diesem Ausspruch von Henry Ford zu? Erfahre heute mehr über die Forschungen der Psychologin und Autorin Carol S. Dweck über dein Selbstbild und deinen Erfolg.

Wenn ich dich fragen würde, welcher Faktor über den Erfolg bestimmt, was würdest du antworten? Vielleicht würdest du sagen, dass dies von den Talenten eines Menschen, dessen Intelligenz oder Ausbildung abhängt. Vielleicht glaubst du auch, dass der Schlüssel zum Erfolg darin besteht, gute Gelegenheiten zu haben und zu ergreifen. Darüber hinaus gibt es aber Beweise, die darauf hindeuten, dass dein Selbstbild den Schlüssel zum Erfolg birgt.

Es mag sich naiv anhören, Dinge zu sagen wie “Wenn du an dich selber glaubst, kannst du alles erreichen“. Natürlich spielen auch die Umstände und Ressourcen im Leben eines Menschen eine Rolle. Dennoch ist Carol S. Dweck, eine Forscherin und Professorin für Entwicklungspsychologie, zu genau dieser Schlussfolgerung gelangt.

Im ihrem Buch Selbstbild – Wie unser Denken Erfolge und Niederlagen bewirkt geht sie der Frage nach, wie stark deine Überzeugungen deine Leistungen beeinflussen. In unserem heutigen Artikel wollen wir uns die Hauptargumente dieses Bestsellers genauer ansehen.

Dein Selbstbild - zufriedene Frau

Wie beeinflusst dein Selbstbild deinen Erfolg?

Dein Selbstbild (oder dein “Mindset”) besteht aus einer Reihe von Überzeugungen, die du über dich selber hast und auch darüber, wie die Welt funktioniert. Im Allgemeinen ist dein Selbstbild die Grundlage deines Verhaltens. Daher führt dich das, was du für wahr hältst, dazu, auf die eine oder andere Weise zu handeln. Und das wiederum bestimmt letztendlich, was in deinem Leben passiert.

Dweck gelangte zu dieser Schlussfolgerung, nachdem sie die Reaktionen vierjähriger Kinder beobachtet hatte, denen eine herausfordernde Aufgabe gestellt wurde. Die Forscher gaben den Kindern zwei Möglichkeiten, unter denen diese wählen konnten: Ein einfaches Puzzle zu lösen oder sich an einem schwierigeren zu versuchen. Einige der Kinder entschieden sich für das einfache Puzzle, während andere Kinder die Herausforderung annahmen. Warum? Was bestimmte, welche Entscheidung die Kinder trafen?

Letztendlich lag der Unterschied nicht in ihren Fähigkeiten, sondern vielmehr im Selbstbild und den Grundüberzeugungen der einzelnen Kinder. Daher hat Dweck zwei Konzepte identifiziert, die die Entwicklung eines Menschen und dessen Erfolg bestimmen: das statische Selbstbild (Fixed Mindset) und die wachstumsorientierte Denkweise (Growth Mindset).

Statisches Selbstbild oder “Fixed Mindset”

Menschen mit einem statischen Selbstbild glauben bewusst oder auch unbewusst, dass Intelligenz etwas Unveränderliches ist. Sie sind davon überzeugt, das du mit einem bestimmten Maß an Intelligenz geboren wurdest und dass deine Talente und Qualitäten stabil und veränderlich sind. Dieses Selbstbild führt zu sehr spezifischen Verhaltensweisen:

  • Wenn Hindernisse auftreten, verhalten sie sich defensiv. Darüber hinaus geben sie angesichts herausfordernder Aufgaben schnell auf.
  • Sie haben die Überzeugung, dass Anstrengung grundsätzlich nutzlos und Misserfolg inakzeptabel ist. Sie sind Perfektionisten.
  • Den Erfolg anderer Menschen und konstruktive Kritik empfinden sie als bedrohlich.

Wachstumsorientierte Denkweise oder “Growth Mindset”

Menschen mit einem “Growth Mindset”, die eine wachstumsorientiere Denkweise haben, glauben, dass du durch harte Arbeit und Anstrengung deine Talente und Fähigkeiten entwickeln kannst. Obwohl sie sich darüber bewusst sind, dass jeder irgendwo beginnen muss, glauben sie, dass es wirklich darauf ankommt, was du mit dem machst, was du hast. Diese Mentalität führt zu folgenden Verhaltensweisen:

  • Die Menschen fühlen sich motiviert zu lernen, zu wachsen und ihren Horizont zu erweitern.
  • Sie nehmen Herausforderungen an und wachsen an ihnen. Außerdem betrachten sie Hindernisse als Möglichkeiten, sich zu verbessern.
  • Darüber hinaus sehen sie das Scheitern als Teil ihrer Reise. Wenn sie Hindernisse erleben, lassen sie sich von diesen nicht aufhalten, sondern überwinden sie.
  • Für sie ist Anstrengung der einzige Weg zur Meisterschaft und kein Beweis für den Mangel ihrer Fähigkeiten.
  • Außerdem lernen sie aus konstruktiver Kritik und lassen sich vom Erfolg anderer Menschen inspirieren.
Dein Selbstbild - Frau auf einem Berggipfel

 Schöpfe dein gesamtes Potenzial aus

Es ist klar, dass dein Selbstbild, deine Denkweise und deine Einstellungen, die diesem Selbstbild entstammen, das bestimmen, was du zu erreichen imstande bist. Menschen mit einem statischen Selbstbild glauben, dass ihre Qualitäten angeboren und unveränderlich sind. Daher bemühen sie sich auch nicht darum, sich zu verbessern. Demgegenüber werden laut Dwecks Theorie Menschen mit einer wachstumsorientierten Denkweise, also jene, die sich auf Anstrengung und Ausdauer konzentrieren, so lange an ihrer Entwicklung arbeiten, bis sie ihr gesamtes Potenzial ausgeschöpft haben.

Wenn dein Selbstbild von einem “Growth Mindset” bestimmt ist, wirst du aus deinen Fehlern lernen und dein Leben in neue Bahnen lenken. Du wirst dazu in der Lage sein, dich selber zu entwickeln und dein gesamtes Potenzial auszuschöpfen. Dem gegenüber steht ein statisches Selbstbild. Dieses führt dazu, dass du auf einem bestimmten Niveau verbleibst. Außerdem wirst du keine Fortschritte machen, weil du Angst vor dem Scheitern hast.

Glücklicherweise hast du diese Entscheidung aber selber in der Hand. Du kannst wählen, welches Selbstbild du haben möchtest. Höre damit auf, dich selber für deine Qualitäten und deine Persönlichkeit zu loben. Stattdessen solltest du dich für deine Bemühungen, deine Resilienz und deine Ausdauer beglückwünschen. Letztendlich ist Misserfolg der erste Schritt auf dem Weg, um dein maximales Potenzial zu erreichen.

  • Dweck, C. (2017). Mindset: la actitud del éxito. EDITORIAL SIRIO SA.
  • Dweck, C. (2015). Carol Dweck revisits the growth mindset. Education Week35(5), 20-24.