Wie beeinflusst deine Einstellung deine Fähigkeit, Probleme zu lösen?

Wie beeinflusst deine Einstellung deine Fähigkeit, Probleme zu lösen?

Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2017

Manchmal kann selbst das einfachste Problem zu einer großen Hürde werden. Das kann zum Beispiel passieren, wenn du du einen schlechten Tag hattest. Trotzdem kommt die Schwierigkeit, ein Problem zu lösen, meist von deiner eigenen Einstellung dem Problem gegenüber.

Es ist schlau, Lösungen auf ein Problem anzuwenden, wenn sie in der Vergangenheit funktioniert haben. Aber wenn du schon weißt, dass eine Strategie für ein bestimmtes Problem nicht funktioniert und du trotzdem auf ihr beharrst, dann ist das eine sehr negative Einstellung. Sie hält dich davon ab, das Problem zu lösen. Es ist also intelligenter, diese Strategie als eine erste Option zu benutzen und dann gegebenenfalls nach anderen zu suchen.

Wie beeinflusst deine mentale Einstellung deine Fähigkeit, Probleme zu lösen?

Eine gute Einstellung wird dir eine Menge Zeit sparen, wenn es darum geht, Probleme zu lösen. Der erste Schritt in Richtung dieses konstruktiven Ansatzes beinhaltet aktive Bewältigungsstrategien, anstatt davonzulaufen oder zu versuchen, das Problem zu ignorieren. In bestimmten Phasen eines Problems ist es das Beste, abzuwarten. Das ist der Fall, wenn der nächste Schritt nicht von dir abhängt und es darum keinen Sinn macht, irgendetwas zu erzwingen. Aber so viele Schritte sind das in der Regel nicht, die bloßes Abwarten verlangen.

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Der zweite Schritt in Bezug darauf, eine gute Einstellung zu haben, ist die Entscheidung, proaktiv zu sein, Verantwortung zu übernehmen und eine Lösung zu finden, wenn man ein Problem loswerden will. Alternativ kannst du geduldig sein und eine andere Geisteshaltung annehmen, sodass das Problem dich so wenig wie möglich beeinträchtigt.

Der dritte Schritt ist es, einen Handlungsplan zu entwerfen. Einen Plan, der so viele Ressourcen wie möglich freisetzt, um die bestimmten Phasen des Plans anzugehen. Das wird dich vom Stress befreien, der damit verbunden ist, alles auf einmal zu tun. So, als ob du versuchen würdest, einen Apfel zu essen, indem du dir ihn ganz und gar in den Mund schiebst.

Deine mentale Einstellung kann nützlich sein

Deine mentale Einstellung, die dich dazu bringt, in der Vergangenheit erfolgreiche Strategien zu wiederholen, kann sehr nützlich sein. Indem du Strategien anwendest, die schon einmal funktioniert haben, kannst du oft schnell bei der korrekten Lösung ankommen. Das kann Zeit sparen, aber es kann auf der anderen Seite auch zu mehr Problemen führen.

In deinem Alltagsleben kann deine mentale Einstellung eine relativ einfache Lösung sehr kompliziert werden lassen. Aber auch das Gegenteil kann zutreffen: Eine wichtige Entscheidung zu fällen kann auch dann sehr kompliziert werden, wenn du deinen Geist nicht für neue Blickwinkel öffnen kannst.

Im Allgemeinen kann die mentale Einstellung das Entdecken von wichtigen Dingen verhindern. Das geschieht, wenn es an Anpassungsfähigkeit beim Fokussieren auf das Problem mangelt. Somit können die falschen Entscheidungen getroffen werden, weil alternative Ansätze nicht geschätzt werden.

Funktionale Fixierung

Funktionale Fixierung ist eine Art der mentalen Einstellung, bei der man nur die Lösung sieht, die den normalen oder erwarteten Gebrauch eines Objektes beinhaltet. Es ist eine Art von kognitivem Bias, der deine Kapazität, über neue Lösungen nachzudenken, einschränken kann.

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Funktionale Fixierung hindert dich oft daran, über alternative Lösungen eines Problems nachzudenken. Alternative Lösungen, bei denen verschiedene Objekte zu unterschiedlichen  Zwecken benutzt werden. Das ist an sich nichts Schlechtes, aber es kann auch einschränkend sein. Schließlich verschließt es die Tür zu so vielen Möglichkeiten, die dir dabei helfen könnten, Dinge leichter zu tun oder sogar Situationen zu lösen, die nicht so kompliziert sind, wie sie scheinen.

Ein Beispiel für funktionale Fixierung ist das berühmte Kerzenproblem, das vom Psychologen Karl Duncker vor fast 70 Jahren entworfen wurde. Das Experiment bestand darin, der Person verschiedene Gegenstände – eine Schachtel voller Reißnägel, ein paar Streichhölzer und eine Kerze – und die Anweisungen zu geben, dass die Kerze an eine Wand angebracht werden soll, und zwar so, dass das Wachs nicht heruntertropft. Danach wurde die Zeit gemessen, die die Versuchsperson gebraucht hat, um das Problem zu lösen.

Duncker fand heraus, dass sich die Ergebnisse veränderten, wenn genau die gleichen Gegenstände, aber anders angeordnet, präsentiert wurden. In einem Fall waren die Reißnägel in der Schachtel, im anderen Falle nicht. Im Allgemeinen haben die Leute im zweiten Fall – wenn die Schachtel leer war – weniger Zeit gebraucht, um das Problem zu lösen.

Das liegt daran, dass im ersten Fall angenommen wurde, dass die Funktion der Schachtel ist, die Reißnägel aufzubewahren. So wurde sie nicht als Teil der Lösung angesehen, weil sie schon eine Funktion innehielt. Im zweiten Fall, wenn sie eine Reißnagelschachtel ohne Reißnägel erhalten hatten, erschien die Schachtel wie etwas, dem man eine Funktion geben kann.


Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachmann. Bei Zweifeln konsultieren Sie Ihren Spezialisten.