Wer seine Ängste nicht versteht, kennt seine Gegner nicht

25. Mai 2017 en Psychologie 282 Geteilt

Ängste – die oft unbegründet sind – wegen dem, was für uns schlecht ausgehen oder in Bezug auf uns in der Zukunft ein Vorurteil entstehen lassen könnte, sind eine der Hauptgründe für unsere Unzufriedenheit. Jeder von uns verbirgt irgendwelche Ängste, die zur Folge haben, dass wir in entscheidenden Situationen in unserem Leben zurückhaltend handeln. So sind wir selbst also unser größter Gegner.

Ängste entstehen wegen gemachter Erfahrungen. In unserem Sozialisierungsprozess von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter hin übernehmen wir die Ängste der Menschen, die uns am nächsten stehen und uns am meisten beeinflussen, auch wenn wir das unbewusst tun. Wenn es sich bei diesen Menschen um Bezugspersonen für uns handelt, vermitteln uns ihre Ängste Gefahren und unangenehme Situationen, die es zu vermeiden gilt.

Wenn wir Ängste eine lange Zeit mit uns herumschleppen und es ihnen erlauben, größer zu werden und in unserem Alltag einen großen Stellenwert zu haben, lassen wir es zu, dass sie zu einem von vielen wiederkehrenden Filtern werden, die wir benutzen, um die Realität zu verarbeiten. Damit das nicht passiert, ist es gut, zu wissen, woher diese Ängste kommen und dementsprechend zu handeln. Was die Angst betrifft, müssen wir handeln und uns zum Handeln verpflichten.

Den Kampf trägt man mit sich selbst aus, der Gegner ist in unserem Inneren.

Wenn die Motivation die Angst ist

Die Angst ist ein Grundgefühl, das zum Überleben der menschlichen Spezies geführt hat. Wie jede Emotion ist auch die Angst in gewissem Maße gesund, aber eine übertriebene Angst ist eines der verheerendsten Gefühle, die es gibt. Wenn die Angst die Kontrolle über unser Leben übernimmt, vermeiden wir alltägliche Situationen, fürchten uns und legen irrationale Verhaltensweisen an den Tag, was zu tiefgreifenden Störungen wie einer Depression führen kann.

Wenn unser Handeln durch unsere Angst bestimmt ist, genießen wir das Leben nicht, sondern wollen einzig und allein das Unbehagen ersticken, welches durch dieses Verhalten hervorgerufen wird, und es am Wachsen hindern. Es gibt verschiedene Arten von Ängsten. Ein Mensch kann Angst vor ganz bestimmten Elementen, wie Geistern, Hunden, dem Wasser, Tauben, etc. haben, aber es gibt auch umfassendere Ängste, wie die Angst davor, mit Fremden zu reden, etwas Neues zu beginnen, in der Öffentlichkeit zu sprechen, zu fliegen, usw.

Die Liste der Ängste ist unendlich und eine Angst kann unterschiedliche Bedeutungen und Ausdrucksweisen bei jedem Betroffenen haben, obwohl die in einer Therapie verwendeten Strategien zur Überwindung dieser ähnlich sind und einen Teil, den alle Ängste gemein haben, bekämpfen. Um uns unseren Ängsten zu stellen, müssen wir uns entspannen, uns beruhigen und sie objektiv betrachten. Darüber hinaus müssen wir uns bei wahr gewordenen Ängsten mit unserem Verhalten auseinandersetzen, damit unsere Reaktion angemessen und positiv bleibt. Wenn es dir nicht gelingt, die Monster zu töten, dann weise sie in ihre Schranken.

„Die Angst ist immer dazu bereit, alles schlimmer zu sehen als es ist.“

Tito Livio

Gib deiner Angst einen Namen und du wirst deinen Gegner kennen

Der erste Schritt, um unsere Ängste zu überwinden, ist es, deren Ursprung zu identifizieren. Die Meditation und Selbsteinschätzung sind unsere wichtigsten Werkzeuge, um uns selbst zu verstehen und unseren wahren Gegner kennenzulernen.

Woher kommen unsere Ängste? Unsere Angst kann durch das hervorgerufen werden, was man zu uns gesagt hat, was wir beobachtet oder in der Vergangenheit erlebt haben. Sobald wir die Ursache für sie ausfindig gemacht haben, können wir daran arbeiten, sie zu überwinden. Um ihr einen Namen zu geben, solltest du herausfinden, was sie dich glauben lässt.

Die durch unsere Angst verursachten Gedanken sind im Grunde genommen unnötige Gedanken, die trotz ausbleibender wirklicher Bedrohung aktiviert werden. Bei diesen Situationen findet eine Verdrehung der Gefühle im Angstsystem statt. Durch das, was wir glauben, wird unser Gefühl verfälscht.

Unsere Ängste sind Feinde, die uns paralysieren, die nur in unserem Kopf existieren und es uns unmöglich machen, in unserem Alltag notwendige Verhaltensweisen an den Tag zu legen, ohne dass die äußeren Umstände wirklich für eine Gefahr sprechen würden. Sie zu identifizieren und ihnen die Stirn zu bieten, verdeutlicht uns, dass die meisten dieser Ängste irrational sind und nur unsere Unsicherheiten verdecken.

Wenn wir uns in einer Situation befinden, die uns missfällt und der wir entkommen wollen, ist es am besten, einfach zu handeln. Damit uns das gelingt, müssen wir eine Reise in unser Inneres machen, ohne die äußeren Gegebenheiten aus dem Auge zu verlieren. Zuerst sollten wir analysieren, ob unsere Ängste real oder nur eingebildet sind. Falls sie real sind, wäre es gut, die Situation, in der wir uns befinden, zu beobachten, uns alternativ zu verhalten und eine Entscheidung zu treffen. Und falls sie nur eingebildet sind, solltest du das tun, was wir im Laufe des Artikels beschrieben haben.

„Niemand kam je von der Angst begleitet am Gipfel an.“

Publilius Syrus

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