Wenn es eine Herausforderung ist, nach der Auswanderung wieder in die Heimat zurückzukehren

2. Juni 2017 en Psychologie 0 Geteilt

Wenn du einmal in ein anderes Land mit einer fremden Kultur ausgewandert bist, ist dir bestimmt aufgefallen, dass man sich an so Einiges anpassen muss, was definitiv eine Herausforderung ist: der Kulturschock, eine andere Sprache, andere Menschen, etc. Doch das ist gerade erst der Anfang des Adaptation. Wovon weniger häufig die Rede ist, ist von der Wiederanpassung, die erforderlich wird, wenn man wieder in die Heimat zurückkehrt, und die genauso anstrengend sein kann, wenn wir lange von daheim weg waren.

Wenn man weit von zu Hause entfernt lebt, ist es normal, dass man ein Gefühl der Nostalgie empfindet. Doch sicherlich hast du niemals darüber nachgedacht, dass du dich an dein eigenes Land erneut anpassen müsstest, wenn du eines Tages wieder zurückkommst. Es ist eine eigenartige Vorstellung, sich fremd im eigenen Land zu fühlen, oder? Ein erneuter Kulturschock und die Notwendigkeit, wieder zu lernen, im eigenen Land zu leben. Dieses Gefühl ist weit verbreiteter als du vielleicht denken magst.

Es war hart, mich an ein neues Land anzupassen, aber noch schwieriger war es, nach Hause zurückzukommen und festzustellen, dass ich dort nicht mehr hingehörte.

Von der Zeit und Mühe, sich anzupassen

Sobald du in ein neues Land kommst, musst du dich an all das anpassen, was du dort findest. Das bezieht sich nicht nur auf die Gewohnheiten, sondern auch auf die Mentalität, Menschen und Orte. Hier sind Geduld und ein guter Wille enorm wichtig. Du musst dich der Herausforderung stellen, zu dem Ort eine Verbindung aufzubauen, an dem du nun eine bestimmte Zeit lang sein wirst und der sich mit dir verändert.

Doch das weißt du schon. Aber du musst all das auch wieder durchlaufen, wenn du in dein Heimatland zurückkehrst. Es ist schon eigenartig, aber es gibt kein schlimmeres Gefühl, als sich fremd in einem Land zu fühlen, von dem du geglaubt hast, es zu kennen, indem du aufgewachsen bist und das sich aber ebenfalls verändert hat, als du fort warst.

Stresse dich nicht zu sehr, wenn du dich verwirrt fühlst oder sich bei dir Zweifel über deine eigene Identität breitmachen. Das ist vollkommen normal und hat mit diesem umgekehrten Kulturschock zu tun, den du erlebst. Du tust dich schwer und fühlst dich zwischen all diesen Menschen, die deine Familie sind, ein wenig seltsam, da die Distanz und der wenige Kontakt dazu geführt haben, dass du dich an ihre Abwesenheit gewöhnt hast.

Wir sollten den umgekehrten Kulturschock nicht als etwas Abnormales sehen, denn jeder hat das schon einmal erlebt, wenn er verreist war und an einem anderen Ort gelebt hat.

Du beginnst, an deine Freundschaften zu denken, daran, wie viele von ihnen verloren gegangen sind. Und wo ist nur dieses Restaurant, in dem du so gern gegessen hast? Es ist weg! Es ist nun an einem anderen Ort, hat einen andern Namen oder wurde geschlossen. Vieles hat sich im Laufe der Jahre geändert und wenn dir der umgekehrte Kulturschock zu schaffen macht, ist es doppelt so anstrengend, zu sehen, dass nun nichts mehr ist, wie es war.

Nach der Auswanderung lernen, wieder im Heimatland zu leben

Wegen der neu angeeigneten Angewohnheiten, die du aus einem Land mitgenommen hast, dass für dich einst fremd war, aber dem du dich jetzt viel näher fühlst als dem Land, in dem du die ersten Jahre deines Lebens verbracht hast, macht sich Frust breit. Dir fällt auf, dass die Supermärkte nun andere Produkte führen, die Mahlzeiten zu anderer Zeit eingenommen werden… und das kann bei dir unter Umständen Unbehagen hervorrufen.

Aber dieser erneute Anpassungsprozess dauert nicht für immer an. Denke nur daran, wie lange es gedauert hat, zu lernen, in dem Land zu leben, in das du ausgewandert bist. Was war das erste, was du getan hast? Du bist unter die Leute gegangen. Auszugehen, neue Menschen und Orte kennenzulernen, ist wichtig, um diese Hürde zu nehmen, vor der du damals standest und heute wieder stehst.

Umarme diese neue Erfahrung, dich mit deinem Heimatland wieder vertraut zu machen, und genieße es, Orte kennenzulernen, die für dich vollkommen neu sind. Du solltest die neue Identität, die du in dem Land, in dem du so lange Zeit lebtest, angenommen hast, nicht von dir weisen oder versuchen, sie jetzt zu unterdrücken. Das wäre verheerend für dein Selbstwertgefühl, denn du hast deinen Horizont erweitert und das ist positiv.

Nach Hause zurückzukehren kann eine dankbare Erfahrung sein, wenn du all diese negativen Gefühle, die dich übermannen, loswirst. Nun siehst du die Welt aus zwei verschiedenen Sichtweisen und du bist ein absoluter Experte darin, Kulturschocks zu überwinden. Du solltest nicht versuchen, sie zu vermeiden, denn sie sind vollkommen normal. So wie du sicherlich auch ein paar Tage brauchst, um deinen Kopf auf die alte Sprache umzustellen, solltest du nach und nach nicht mehr daran denken, woran du dich gewöhnt hattest.

Nach Hause zurückzukehren und zu spüren, dass du nicht mehr dort hingehörst, muss nicht zwingend etwas Negatives sein, sondern kann eine neue Erfahrung sein, die dir vieles Positives bringen kann.

Die meisten Menschen, die wie du eine lange Zeit im Ausland gelebt haben, brauchen etwas Zeit, um in ihr Leben zurückzufinden, wenn sie wiederkommen. Das ist etwas vollkommen Natürliches, das dich nicht traurig machen sollte. Du solltest höchstens nostalgisch sein, das andere Land zurückgelassen zu haben.

Sicherlich gibt es noch alte Freunde, zu denen du wieder Kontakt aufnehmen kannst, und wenn dem nicht so ist, kannst du jederzeit neue Freunde finden. Verhalte dich so, als würdest du an einen unbekannten Ort kommen und erfreue dich an dieser neuen Erfahrung, die du erlebst. Denn sie wird zweifellos eine Bereicherung sein.

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Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Brandon Kidwell

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