Wenn du ein Problem dramatisierst, wird es nur schlimmer

· 23. März 2016

Wie oft schon haben wir gesagt: „Du machst aus einer Mücke einen Elefanten, so wie du dieses Problem aufblähst“, „so schlimm ist es nun wieder auch nicht“,  oder „ändere deine Art, zu denken, und alles wird wieder in Ordnung kommen“?

Wir wissen nicht, ob diese Sätze tatsächlich geholfen haben. Fest steht nur, dass uns manchmal das Verhalten von anderen massiv stört und wir nicht wissen, wie wir ihnen klar machen können, dass ihre negative Einstellung das Problem eher verschlimmert als zu einer Lösung beiträgt.

Das Beste, was wir tun können, wenn es sich nicht direkt um unser eigenes Problem handelt, ist  Zuhören. Dies gibt uns ausreichend Informationen, um zu verstehen, warum uns das Problem so betrifft, und auf diese Weise entwickeln wir Empathie.

Das ist eine gute Haltung gegenüber den anderen, aber… was tun, wenn ich mich selbst in einer unangenehmen Situation wiederfinde? Wenn wir in eine unangenehme Situation hineingeraten, hängt die weitere Verarbeitung des Problems von dem ersten Moment ab.

Hierbei kommt der Unterstützung durch unser Umfeld – Freunde und Familie – sowie den psychologischen Strategien, die wir selbst im Laufe der Zeit entwickelt haben, eine enorme Wichtigkeit zu. Sie helfen uns dabei, im Umgang mit Problemen weniger zu leiden und für uns selbst auf dem kürzesten möglichen Weg das Beste zu erreichen.

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Lebenswichtige Probleme und deren Konfrontation

Das Leben trifft uns oftmals sehr hart. Vor allem, wenn etwas Unerwartetes eintritt, reichen unsere persönlichen und spirituellen Ressourcen womöglich nicht aus, um den Schmerz zu ertragen.

In solchen Situationen tritt der Stress auf. Denn wenn wir unsere Emotionen zu Anfang nicht in den Griff bekommen haben, weil sie zu übermächtig für uns waren, wird sich das Gefühl des Unwohlseins in die Länge ziehen.

Weil wir uns nicht von Anfang an in der Lage sehen, mit einem Problem adäquat umzugehen, glauben wir sofort, dass wir die Kontrolle über unser Leben verloren haben. Wir sehen dann alles sehr negativ, als wären alle Folgen unumkehrbar und der Schaden weder abzuwenden noch zu vermindern.

Unbewusst verwandeln wir unsere Situation dann in etwas viel Schlimmeres als sie eigentlich anfangs war. Aber das macht nichts. Wir suchen die Ressourcen, die uns nach dem ersten nachhaltigen Eindruck fehlten, um mit größerem Empowerment die aktuelle Situation zu konfrontieren. Wir „entdramatisieren“.

„Denk immer daran: Du bist größer als deine Umstände, du bist mehr als all das, was dir zustoßen kann.”

Anthony Robbins

Schritte, um ein Problem zu entdramatisieren”

Versuche Folgendes:

  • Lies sachliche Informationen, die dein Katastrophendenken außer Acht lassen.
  • Umgib dich mit Personen, die etwas Ähnliches durchgemacht haben und nicht mehr von diesem Geschehnis oder Problem in ihrem Leben betroffen sind. Sprich mit ihnen und nimm das an, was für dich nützlich ist.
  • Suche Zuneigung! Tu nicht so, als bräuchtest du keine emotionale Unterstützung. Ein Betrug kann lange anhalten und dein Unwohlsein kann immer wieder auftauchen, vor allem in solchen Momenten, in denen du es am wenigsten erwartest.
  • Dies ist der Moment der Dankbarkeit. Danke für alles, was du hast, denn das ist zugleich ein Anreiz für dich als  auch die Grundlage, auf die du dich stützt, um dich zu erheben und weiterzugehen.
  • Geh deine persönliche Geschichte, die Situationen, die du in deinem familiären Umfeld erlebt hast, in Gedanken durch. Finde heraus, was dir geholfen hat und was dich gehindert hat, um so die Geschichte deines Lebens weiterzuschreiben.
  • Die Zeit ist deine Verbündete, aber versuche nicht, die Zeiger vorzustellen”.  Sie hat ihren Rhythmus, um die Wunde heilen zu lassen, und wir können ihr unseren Willen nicht aufdrücken, sondern nur zulassen, dass sie so handelt, wie wir es brauchen.
  • Höre auf, die Zeit zurückzudrehen” und dich immer wieder in den Moment zurückzuversetzen, in dem das Problem aufgetreten ist. Du wirst nichts damit erreichen. Zähle nur auf diesen gegenwärtigen Moment, um Veränderungen zu erwirken.
  • Übe dich in der Demut deines Lebens. Du wirst viel aus dem Geschehenen lernen, wenn du eine arrogante oder rachsüchtige Haltung vermeidest. Erinnere dich daran, dass, wenn du alle diese Tiefpunkte überwunden haben wirst, der Moment kommen wird, in dem du sagen wirst: „Nachdem es mir so schlecht ging, genieße ich jetzt das Leben wieder aus vollen Zügen.“
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Aus Problemen lernt man. Nicht aus Dramen

Niemand bringt von Haus aus die Weisheit mit, gut leben zu können. Aber durch unsere Erlebnisse, durch das, was wir durchgemacht haben, lernen wir, die Dinge klarer zu sehen. Jetzt ist dein Moment, um die Lektionen zu erkennen, die dir bei deinem nächsten unvermeidlichen Straucheln helfen.

Erinnere dich daran, dass du noch so weit weg laufen kannst – dein wahres Ich wird dich immer einholen. Nimm daher keine vorgetäuschte Haltung an, die über kurz oder lang zusammenfällt.

In dem Moment, in dem du sie in dein Denken integrierst, sollen sich deine vergangene Geschichte deiner Persönlichkeit und deine Werte deinen Erkenntnissen anpassen.

Fall deshalb nicht ins Drama und eine sich wiederholende Opferhaltung, wenn du deinen Problemen gegenüber trittst… auch wenn du diese Haltungen oft annehmen möchtest, weil sie im Moment Erleichterung bieten. Dies macht dir aber die Zukunft schwer, und die müssen wir schließlich alle leben.

„Hör auf zu reden und zu denken. Es wird nichts geben, was du in der Lage sein wirst, zu erkennen.”

Sosan