Wenn du dein schlimmster Feind bist

26. April 2019

Hast du dich jemals als dein schlimmster Feind gefühlt? Es besteht kein Zweifel, dass es nicht leicht ist, ein erfülltes Leben zu leben und unsere Träume zu realisieren. In der Tat ist dies eine Reise mit einem Anfang, aber ohne ein Ende. Und auf dieser Reise müssen wir uns mit schwierigen wirtschaftlichen, beruflichen oder privaten Situationen auseinandersetzen. Es kann auch sein, dass wir uns mit inneren Zuständen und Schicksalsschlägen befassen müssen, die an unserem Fundament zehren, beispielsweise wegen einer Krankheit oder eines Unglücks.

Innerlich konkurrieren wir zudem mit jenen Menschen, die versuchen, die gleichen Ziele zu erreichen wie wir. Diese könnten wir als deine Feinde verstehen, aber manchmal bist du selbst dein schlimmster Feind. Wie das kommt, erfährst du hier im Beitrag.

Menschen, die zwar alles haben, aber doch unglücklich sind

Menschen, die alles zu haben scheinen, fühlen sich oft trotzdem unglücklich. Theoretisch gibt es auf ihrem Weg keine Hindernisse oder in ihrem Leben keine Feinde. Was also ist das Problem?

Frau weint in ein Kissen

Eine Person, die selbst ihr schlimmster Feind ist, stellt möglicherweise aus eigener Kraft Hürden auf, indem sie sich selbst negativ beurteilt oder unrealistische Ziele setzt. Das haben wir alle schon einmal gemacht und werden es auch weiterhin tun. Wir sollten uns allerdings bewusst sein, dass diese selbst auferlegten Belastungen viele negative Folgen haben können.

Wir neigen dazu, dies zu tun, weil es uns an Selbstliebe und Selbstachtung fehlt. Und das hat nichts mit Egoismus zu tun. Es ist nicht so, dass du glauben sollst, dass du besser wärst als alle anderen. Du solltest vielmehr davon überzeugt sein, dass du dieselbe liebevolle Fürsorge verdienst, die du anderen zuteilwerden lässt.

Deine Erfahrungen können dich zu deinem schlimmsten Feind machen

Kinder sind von Natur aus egoistisch. Sie haben kein soziales Gewissen und glauben, dass alles um sie herum ihnen gehörte und dass sie das Zentrum des Universums wären. Diese Vorstellung wird dadurch bestätigt, dass sie in der Regel im Mittelpunkt stehen. Später entdecken sie, durch Bildung und Kontakte zu anderen Menschen, dass sie nicht allein sind. Dann wird ihnen vermittelt, dass diese Menschen genauso wie sie Respekt und Rücksicht verdienen. Das ist gut und wichtig, kann aber auch ins andere Extrem umschlagen.

Wenn eine Person mit dieser Philosophie im Hinterkopf aufwächst, ist es nicht ungewöhnlich, dass Zweifel daran hegt, was fair ist und was als verwerfliche Selbstsucht gelten muss. Um ihren schrecklichen Schuldgefühlen zu entgehen, entscheiden sich diese Personen oft dazu, sich die verdiente Anerkennung der eigenen Leistungen zu versagen. Sie verhalten sich so, als wären sie ihr schlimmster Feind.

Auf der anderen Seite vermitteln moralische oder auch religiöse Lehren, dass Demut eine der wichtigsten Tugenden sei. Damit wird das Fehlen von Demut zur Sünde, die eine Bestrafung erfordert. Eine Person, die glaubt, dass dies wahr wäre, begrenzt sich selbst mitunter auf äußerst strenge Art und Weise. Sie ist dann überzeugt, dass es in bestimmten Situationen nur eine korrekte Vorgehensweise gäbe, wenn doch nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein könnte.

Ein trauriger Mann, der auf den Boden schaut

Die Wichtigkeit, uns selbst objektiv zu beurteilen

Uns selbst zu lieben bedeutet, unseren Wert zu erkennen und uns für genauso wichtig zu halten wie jeden anderen Menschen. Das ist nicht immer einfach, weil wir oft nicht wissen, wie wir uns objektiv beurteilen können.

Vielleicht sind wir in der Lage, die Tugenden anderer Personen zu würdigen und ihnen ihre größten Schwächen und Fehler zu vergeben, gehen mit uns selbst aber hart ins Gericht. Wenn uns das betrifft, sind wir oft sehr streng mit uns selbst und sogar grausam, wenn es um Erwartungen und Forderungen geht. Folglich werden wir zu unserem schlimmsten Feind und dieser Umstand kann in einer tiefen Bitterkeit münden, die schließlich zu Depressionen und neurotischem Verhalten führt.

Du solltest also wissen, wie du dich selbst objektiv bewerten kannst, ohne dich mit anderen zu vergleichen. Nur so wirst du aufhören können, dein schlimmster Feind zu sein.

Du kannst aufhören, dein schlimmster Feind zu sein

Um deinen inneren Feind zu besiegen, musst du zuerst erkennen, dass du ein Problem hast. Beobachte dein tägliches Verhalten und reflektiere deine Gedanken. Schau dir an, wie oft du dich selbst der kleinen Freuden des Alltags beraubst, weil du denkst, dass du sie gar nicht verdienen würdest.

Fange an, deine kleinen Erfolge und Bemühungen mit kleinen Belohnungen und Komplimenten zu fördern. Ohne es zu merken, wirst du so auf das hinarbeiten, was für dich am wichtigsten ist, auf das, was du auch verdienst.