Wenn die gute Absicht nicht hilft

4. März 2016 en Psychologie 135 Geteilt

„Die kleinste Handlung ist mehr wert als der größte Vorsatz.“

Manchmal reicht es nicht zu sagen „Der gute Wille zählt“Die Absicht, jemandem zu helfen, kann Probleme mit sich bringen. Aber wie? Wenn man doch nur helfen will…

Hast du dich einmal gefragt, ob der andere deine Hilfe braucht?

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Manchmal ist es vorgekommen, dass du jemandem helfen wolltest oder eine Person dich unterstützen wollte und das Ergebnis nicht wie erwartet war? Betrachten wir die umgekehrte Situation: Die Personen, die wir am meisten lieben, sind diejenigen, die uns am meisten helfen wollen. Trotzdem bringt uns diese Anstrengung manchmal nichts, weil sie uns nicht dorthin führt, wo wir hinwollen. Manchmal drängen andere Menschen (und wir selbst) in die entgegengesetzte Richtung.

Soll das heißen, dass du oder deine Verwandten und Freunde schlechte Menschen sind? Natürlich nicht! Ihr alle glaubt nur, dass sie jemandem einen Gefallen tun, während sie ihn in Wirklichkeit vielleicht demotivieren.

„Ich werde dir einen Rat geben“,  sagt deine Mutter. „Du musst dieses oder jenes tun“,  meint dein Vater. „Warum arbeitest du nicht wie ich?“,  fragt dein Cousin. „Wenn du mehr Erfahrung hast, wirst du es verstehen“,  behauptet deine Oma. Wenn alle um uns herum anfangen, unser Leben zu beurteilen, versuchen sie uns zu helfen. Aber zu welchem Preis? Wie sollen wir so handeln, wie alle es uns sagen? Und wo bleibt das, was wir selbst wollen?

Wenn wir uns von fremden Meinungen leiten lassen, auch wenn „sie nur helfen wollen“, riskieren wir, den Kurs zu verlieren und nicht zu wissen, wohin wir uns richten oder was wir erreichen wollen. Wenn hinzukommt, dass wir manchmal nicht allzu selbstsicher sind, wird sich das Problem verschlimmern, weil wir uns dem Druck beugen.

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Es ist unmöglich, allen Menschen zu gefallen, merk dir das. Diejenigen, die dich lieben, werden dir sagen, dass sie dir helfen wollen, aber in Wirklichkeit kann es sein, dass sie an dir ihre Frustration abladen wollen oder versuchen, dich nach ihrem Wunsch zu verändern und zu formen.

Anderen helfen zu wollen, ohne dessen wahren Bedürfnisse zu kennen, kann sich auf weite Gebiete erstrecken.

Ein Beispiel: Dein Partner hat gesagt, er werde heute kochen und du sollest dich um nichts kümmern. Anstatt auf dem Sofa sitzen zu bleiben und beim Fernsehen darauf zu warten, dass deine bessere Hälfte das Essen vorbereitet, stehst du ständig auf und „siehst nach“, was der andere macht. „Soll ich die Kartoffeln schälen?“ – „So schneidet man das Fleisch nicht.“ – „Ich kann in der Zwischenzeit ja die Töpfe abwaschen.“ – „Soll ich den Tisch decken?“

So funktioniert das nicht! Dein Partner hat dir gesagt, dass du auf dem Sofa bleiben sollst und er dich mit einem leckeren Essen bewirten möchte, weil du es dir nach einem langen Tag verdient hast. Warum ist es dann so schwer, nicht zu versuchen „zu helfen“? Du kannst die besten Absichten haben, aber trotzdem wirst du nur erreichen, dass dein Partner sich nutzlos fühlt, als ob er nicht in der Lage wäre, ein Essen vorzubereiten oder zumindest schlechter, sodass du ständig kontrollieren musst, was er macht.

„Ich wollte doch nur helfen.“ – Die beste Art und Weise, dies zu tun, ist, auf dem Sofa sitzen zu bleiben und fernzusehen. Und wenn du nicht ruhig dasitzen kannst, nimm ein Bad oder geh spazieren. Wenn du wiederkommst, wird das Essen fertig sein und ihr werdet einen wunderbaren Abend verbringen. Wenn es nur nicht so schwer wäre!

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Wie kann man helfen, ohne zu stören?

Es geht nicht darum, keine Ratschläge mehr zu geben oder die Arme zu verschränken, wenn jemand Hilfe braucht. Aber es geht darum, zu wissen, wann der geeignete Augenblick ist, um unsere Meinung preiszugeben oder jemandem zur Hand zu gehen. Ein einfacher Satz wie „Wenn du es möchtest, sage ich dir, was ich davon halte. Was du damit machst, ist deine Sache“  oder eine einfache Frage wie „Brauchst du Hilfe?“  sind essenziell, um sich nicht zu sehr in das Leben anderer Menschen einzumischen.

Versuchen wir, den anderen nicht zu übergehen, ohne zu wissen, was er wirklich braucht. Es stimmt, dass es sehr stolze Menschen gibt, die nie um Hilfe bitten, aber vielleicht findest du ja eine Methode, um deren Reaktionen und Verhaltensweisen zu analysieren, sodass du verstehst, wann deine Hilfe ihnen gut tut.

In dem Fall, dass sich jemand zu sehr in dein Leben einmischt und dir ständig „helfen“ will, sag ihm, dass du seine Sorgen und guten Absichten wertschätzt, dass du die Ratschläge achtest und dass du später alle Möglichkeiten betrachten wirst, bevor du deine eigene Entscheidung fällen wirst.

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