Was weißt du über das Asperger-Syndrom?

· 16. September 2017

Wahrscheinlich hast du schon einmal Menschen über das Asperger-Syndrom reden hören. Vielleicht kennst du auch jemanden, der es hat, oder vielleicht wurde es gar bei dir diagnostiziert. Das Asperger-Syndrom ist eine Störung, die zum Autismus-Spektrum zählt. Dank verschiedener Studien zu diesem Thema kann es allerdings klar von Autismus getrennt werden. Der deutlichste Unterschied zum klassischen Autismus ist die Fähigkeit der Menschen mit Asperger-Syndrom, im Erwachsenenalter unabhängig zu sein.

Das Asperger-Syndrom ist eine Störung der Entwicklung des Nervensystems

Das Asperger-Syndrom ist eine Störung der Entwicklung des Nervensystems und hat eine genetische Basis. Bei Betroffenen sind bestimmte Hirnstrukturen geschädigt, was beispielsweise zu Anomalien in der  in der Kognition, der Kommunikation, dem Verhalten und der Motorik führt.

Mit anderen Worten: Das Gehirn einer Person mit Asperger-Syndrom funktioniert in vielerlei Hinsicht anders als das einer Person, deren neurologische Entwicklung normal verläuft. Wir weisen darauf hin, dass das keine Wertung dessen darstellt, ob das gut oder schlecht ist – wir zeigen nur Unterschiede in der Hirnfunktion auf, die besonders dann zum Tragen kommen, wenn es um die Verarbeitung und Aufnahme von Informationen geht.

Menschen mit Asperger-Syndrom sehen die Welt anders

Es ist so, als verfügten sie über andere Codes, um die Welt und das, was in ihr geschieht, zu interpretieren. Das bringt sie dazu, auf eine Art und Weise zu leben, die anderen Menschen seltsam vorkommt. Aber wer hat noch nie jemanden getroffen, der sich anders verhalten hat, als er erwartet hatte? Auch wir nehmen die Realität manchmal verzerrt wahr, was dazu führt, dass wir uns in den Augen anderer seltsam verhalten.

Lasst uns ein bisschen spezifischer werden und über die typischsten Eigenschaften von Menschen mit dem Asperger-Syndrom sprechen. Der spanische Aspergerverband unterstreicht dabei folgende Punkte:

Symptome des Asperger-Syndroms

  • Soziales Unbehagen und Schwierigkeiten, mit anderen Kindern und/oder Erwachsenen zu interagieren. Betroffene können auch naiv und leichtgläubig sein.
  • Sie interpretieren Sprache wörtlich. Sie verstehen keinen Sarkasmus und keine Metaphern.
  • Sie sind sich oft der Gefühle und Absichten anderer nicht bewusst und verstehen deshalb deren emotionale Reaktionen nicht.
  • Sie haben große Schwierigkeiten, einen normalen Konversationsrhythmus zu erreichen und beizubehalten.
  • Änderungen der Routine bringen sie aus dem Gleichgewicht.

  • Sie sind sehr sensibel, was intensive Geräusche, Farben, Lichter, Gerüche und Geschmäcker angeht.
  • Sie neigen dazu, ein starkes Interesse oder eine Besessenheit für ein Thema zu entwickeln und wahre Experten darin zu werden. Viele Kinder mit Asperger-Syndrom können nur für ein paar Minuten eine Landschaft anschauen und anschließend jedes Detail mit erstaunlicher Präzision beschreiben.
  • Ihre motorischen Fähigkeiten weniger gut ausgeprägt, weshalb sie meist keine Spitzensportler werden.

Versetze dich in ihre Lage und versuche, sie zu verstehen

Wir müssen es schaffen, mehr als nur die Störung zu sehen. Menschen mit Asperger-Syndrom fühlen sich oft missverstanden. Sie fühlen sich wie Fremde in einer Welt, die nach Regeln funktioniert, die oft mit ihren kollidieren. Sie verstehen die Bedeutung vieler Dinge nicht so wie wir.

Deshalb müssen wir uns Mühe geben, mit ihnen fühlen und verstehen, dass sie die Realität anders wahrnehmen als wir. Und dass das nicht heißt, dass dies gut oder schlecht sei, sondern einfach nur anders.

Wir leben in einer wundervollen Welt, in der wir glücklicherweise alle verschieden sind und aus diesen Unterschieden lernen können. Es sind jene Unterschiede, die unsere Beziehungen bereichern und uns dabei helfen, toleranter zu sein und viele der Vorurteile, die wir in uns tragen, über Bord zu werfen.