Was sagt der Buddhismus über falsche Wahrnehmungen

Die buddhistische Lehre assoziiert falsche Wahrnehmungen mit einer verzerrten Realität, die Leid schafft.
Was sagt der Buddhismus über falsche Wahrnehmungen

Letzte Aktualisierung: 03. August 2021

Die buddhistische Erkenntnislehre untersucht die Beziehung des wahrnehmenden Subjekts zum wahrgenommenen Objekt. In diesem Zusammenhang erklärt der Buddhismus Interessantes über falsche Wahrnehmungen und wie wir diese vermeiden können, um zu verhindern, dass sie sich negativ auf unser Leben auswirken.

Die Wahrnehmungsfehler, auf die sich der Buddhismus bezieht, entstehen oft aus der Unmöglichkeit, über das Erscheinungsbild hinauszugehen. Diese Begrenzung entsteht sowohl durch Wünsche und Gewohnheiten als auch durch die Betonung des “Ich” als Prinzip, das allem zugrunde liegt. Es handelt sich um kognitive Störungen, die eine Art “halluzinatorischen Leidenszyklus” bilden.

Warum verursachen falsche Wahrnehmungen Leid? Im Buddhismus heißt es, dass sie Menschen auf den falschen Weg führen. Sie suchen etwas, das sie nie finden werden und dies löst wiederum nur Frustrationen und Wut aus. Wir konzentrieren uns in unserem heutigen Artikel auf drei dieser falschen Wahrnehmungen.

Wenn die Türen der Wahrnehmung gereinigt würden, würde dem Menschen alles so erscheinen, wie es ist, unendlich.

William Blake

Was sagt der Buddhismus über falsche Wahrnehmungen

1. Im Veränderlichen Beständigkeit sehen

Einer der großen Unterschiede zwischen dem buddhistischen und dem westlichen Denken liegt im Konzept des Veränderlichen und des Unveränderlichen. Im Westen, vor allem in der heutigen Zeit, ist die Idee des Beständigen oder sogar des Ewigen sehr attraktiv; so sehr, dass viel Leid aus der Traurigkeit heraus entsteht, dass etwas vorbeigeht, verloren oder verändert ist.

Das Paradoxe daran ist, dass die Menschen im Westen zu einer Fabrik der vergehenden Realitäten geworden sind. Alles ist vergänglich, alles ist entbehrlich, alles wird ständig erneuert und verworfen. Diese Veränderungen vollziehen sich jedoch im Rahmen sehr starrer Achsen wie Konsum, Produktivität und der Vorstellung von Glück als dauerhafter Begleiter.

Eine der falschen Wahrnehmungen, die Leiden verursachen, besteht darin, im Wandelbaren Beständigkeit zu sehen. Der Buddhismus geht davon aus, dass die Unbeständigkeit eine wesentliche Realität ist und überall vorhanden ist, sogar in Steinen. Alles ist in Bewegung, und die Ablehnung dieser Wahrheit führt zu einer Bindung, die Angst und Leiden mit sich bringt.

2. Freude am Leiden finden

Wenn wir von Freude im Leid sprechen, meinen wir nicht eine masochistische Charakterstruktur. Gemeint ist die Abhängigkeit von Situationen, die Schmerzen verursachen, was im Prinzip ein Widerspruch wäre.

Von Natur aus sollte sich der Mensch von dem abwenden, was ihm Schmerzen bereitet oder schadet, aber das ist nicht immer der Fall. Dies zeigt sich deutlich bei Menschen, die toxische Bindungen haben, entweder zu anderen Menschen oder zu bestimmten Situationen. Süchte erzeugen beispielsweise diesen Widerspruch des Genusses im Leid.

Für Buddhisten liegt hier eine Fehlwahrnehmung vor, denn was als Vergnügen angesehen wird, ist in Wirklichkeit Leid. Dieses Verhalten führt nur zu Abhängigkeit und dient dazu, Angst zu überspielen. 

Traurige Frau mit Herz sucht Trost im Buddhismus

3. Was sagt der Buddhismus über die Schönheit, hinter der sich Abscheuliches versteckt?

Für Buddhisten geht Schönheit weit über die Form hinaus. Die Schönheit wird in der Besonderheit jeder Realität und im Verständnis dieser Realität entdeckt. Dies wird durch Kontemplation erreicht, eine Handlung, die es uns ermöglicht, das Wesen einer Sache zu verstehen und sie in ihrer ganzen Fülle zu schätzen. Schönheit ist bereichernd, weil sie die Entdeckung des Wunders beinhaltet, das jedes Wesen, ob lebendig oder nicht, in sich trägt.

So seltsam es klingen mag, das Abscheuliche kann auch als schön betrachtet werden, wenn eine falsche Wahrnehmung vorliegt. Der Fehler liegt darin, die Schönheit von außen zu betrachten, mit einem peripheren Blick, der nicht in das Wesentliche eindringt, sondern nur an der Form haften bleibt. Auf diese Weise wird Abscheuliches in den Augen der Ahnungslosen attraktiv.

Es geht um verachtenswerte Dinge, die schöne Formen annehmen und damit die Abscheulichkeit verbergen, die ihnen innewohnt. Ein Pelzmantel, der das Leben eines Tieres gekostet hat. Oder ein “Edelstein”, der aus dem Blut, dem Schweiß und der Zerstörung des Planeten stammt. Ein Spektakel, das die Würde des Menschen infrage stellt. Es gibt viele Beispiele.

Fehlwahrnehmungen entstehen durch versklavte Köpfe und führt in einen Kreislauf der Abhängigkeit. Geistige Leere und Kontemplation ermöglichen das Verständnis und nach der buddhistischen Lehre die Erleuchtung.

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  • Calle, R. A. (2002). Las Parábolas de Buda y de Jesús: es necesario desarrollar una percepción singular que permita aprehender lo Incondionado, limpiando la visión mental de obstrucciones e ignorancia. Susaeta Ediciones.