Warum ist Schlaf notwendig?

· 18. Februar 2019

Ganz allgemein formuliert, ist Schlaf für die Funktion des Organismus essenziell. Unser Körper braucht jene Zeit der Ruhe und Regeneration, um sich selbst zu heilen und zu erneuern. Deshalb ist das Schlafen so wichtig.

Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass dies nicht die vollständige Erklärung dafür ist, warum wir eigentlich schlafen. Zum Beispiel schlafen die meisten Menschen jede Nacht zwischen acht und neun Stunden. Manche Menschen schlafen allerdings viel mehr oder viel weniger – und sind trotzdem fit.

Unsere Schlafanforderungen ändern sich auch im Laufe unseres Lebens. Wenn wir älter werden, brauchen wir normalerweise weniger Schlaf. Wenn Schlaf nur der Rundumerneuerung unseres Körpers dienen würde, wäre es hingegen sehr schwer, zu begründen, warum ältere Menschen weniger Schlaf benötigen als jüngere.

Darüber hinaus haben Personen, die an Experimenten mit Schlafentzug teilgenommen haben, keine Langzeitsymptome gezeigt. Solche Experimente bestehen darin, die Teilnehmer für bis zu 200 aufeinanderfolgende Stunden wachzuhalten. Die an diesen Experimenten beteiligten Personen zeigen Ermüdungserscheinungen, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit und verminderte Aktivität und neigen dazu, an den Händen zu zittern. Wenn sie jedoch wieder zu ihren normalen Schlafgewohnheiten zurückkehren, verschwinden die Symptome binnen kürzester Zeit.

Eine Frau liegt bei gedimmtem Licht im Bett.

Schlafen ist eine biologische Notwendigkeit

Das Schlafen ist eine biologische Notwendigkeit, die es unserem Körper ermöglicht, die physischen und psychischen Funktionen aufrechtzuerhalten, die für unsere Leistungsfähigkeit unerlässlich sind. Schlaf und Wachsein sind Gehirnfunktionen und unterliegen Umstellungen im Nervensystem: Während des Schlafes treten hormonelle, biochemische und metabolische Änderungen, sowie Änderungen der Körpertemperatur auf. Alle diese Änderungen sind für erholsamen Schlaf und das reibungslose Funktionieren unseres Körpers am Tage erforderlich.

Forscher haben herausgefunden, dass Schlaf auch für das Lernen von entscheidender Bedeutung ist und dass er eng mit unserer Gesundheit zusammenhängt. In der Tat ist der Schlaf sogar ein besonders kritischer Aspekt unserer Gesundheit. Gleichermaßen verbinden Wissenschaftler den Schlaf mit der Konsolidierung von Informationen im Gedächtnis. Wenn wir schlafen, „repariert sich unser Gehirn“; wenn wir schlafen gehen ist es, als würden wir unser Gehirn zur Reparatur bringen, um die nötigen Wartungsarbeiten zu erledigen.

Warum schlafen wir?

Es gibt zwei Mechanismen oder Prozesse, die für den Schlaf verantwortlich sind. Der bisherige Schlaf- und Wachzustand einer Person bestimmt den S-Prozess. Hier geht es darum, dass jemand umso eher schläft, je länger er unter Schlafentzug stand. Man kann es sich wie ein Schuldenkonto vorstellen, welches nach und nach gefüllt wird.

Unsere biologische Uhr hingegen steuert den C-Prozess. Dieser Vorgang ist unabhängig von der Vorgeschichte der Person hinsichtlich Schlaf- und Wachzustand. Wir neigen dazu, zu schlafen, während unsere Körpertemperatur sinkt, was in der Nacht der Fall ist. Wir wachen auf, wenn unsere Körpertemperatur im Morgengrauen wieder ansteigt.

Ein Mann schläft im Bett.

Was passiert, wenn wir nicht schlafen?

Unser Körper braucht leichten und tiefen Schlaf, um gesund zu bleiben. Schlafentzug hat weitreichende Auswirkungen. Er betrifft nicht nur unsere körperliche Gesundheit, sondern auch unser psychisches Wohlbefinden. Einige der deutlichsten Auswirkungen des Nichtschlafens sind:

  • Gedächtnisstörungen
  • Symptome ähnlich einer Aufmerksamkeitsstörung
  • Motorische Defizite; Reaktionszeit und Präzision verringern sich
  • Zittern
  • Reizbarkeit
  • Angst
  • Depression
  • Erhöhter Puls
  • Gesteigertes Risiko eines Herzinfarkts
  • Erhöhte Gefahr von Fettleibigkeit
  • Neurologische Ausfälle und Anfallsleiden

Wie wir sehen können, ist es auf jeden Fall notwendig, ausreichend Schlaf zu finden, denn die vorstehende Liste macht klar, dass wir schwerwiegende gesundheitliche Probleme bekommen können, wenn wir nicht zur Genüge ruhen.

Die Vorteile des Schlafes

Und gut zu schlafen ist nicht nur angenehm, sondern wirkt sich auch positiv auf unseren Körper aus. Einige Experten benennen fünf wesentliche Vorteile erholsamen Schlafs:

  • Schlafen hilft dem Gedächtnis. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bereits ein kleines Nickerchen das Gedächtnis und die Fingerfertigkeit verbessert.
  • Schlaf schützt unser Herz und reduziert das Risiko von Depressionen. Wenn wir schlafen, entspannen wir uns. Dies erleichtert die Produktion von Serotonin, welches den Effekten von Stresshormonen entgegenwirkt. Daher hilft uns das Schlafen, dem Meer der Sorgen zu entkommen.
  • Wenn wir gut schlafen, sind wir weniger anfällig für Erkrankungen. Schlaf regeneriert unser Immunsystem. Auf diese Weise können wir Infektionen überwinden oder – noch besser – vorbeugen.
  • Schlafen hilft beim Abnehmen. Ein Mangel an Schlaf führt dazu, dass Fettzellen weniger Leptin freisetzen. Dabei handelt es sich um jenes Hormon, welches unseren Appetit zügelt.
  • Schlafen verbessert unsere Kreativität. Wenn das Gehirn ausgeruht ist, funktioniert unser Gedächtnis perfekt. Dies erhöht unsere Vorstellungskraft, was wiederum die Kreativität begünstigt.
Eine Frau liegt im Bett und schläft.

Wie wir deutlich sehen können, bietet eine gesunde Nachtruhe zahlreiche Vorteile. Nicht zu schlafen hat hingegen negative Folgen, die uns lange Zeit beschäftigen können. In diesem Sinne: Schlaf gut!