Verbessere deine Lebensqualität, indem du dich deiner biologischen Uhr anpasst

· 20. Dezember 2017

Wir haben schon oft gehört, dass jeder Mensch seine eigene biologische Uhr hat und dass diese bei  manchen Menschen am Tag besser funktioniert, bei anderen hingegen in der Nacht aktiver und dynamischer ist. Obwohl das in der Praxis stimmt, besagen verschiedene neueste Forschungen, dass diese Art und Weise, unseren Tag durchzustrukturieren, auf sozio-emotionale und nicht auf bestimmte biologische Faktoren zurückzuführen seien.

Laut der Meinung der Experten seien wir Menschen dazu gemacht in den Stunden am Tag, in denen es Licht gibt, aktiver zu funktionieren, und effektiver in den Stunden auszuruhen, in denen es kein Tageslicht gibt. Und dennoch gibt es Menschen, die genau das Gegenteil davon machen (in der Nacht sind sie wach und am Tag schlafen sie) und es hat den Anschein, als würden sie problemlos damit leben. Aber in Wahrheit leidet ihr Gehirn darunter, was ihre Lebensqualität reduziert.

„Unser biologisches System gleicht einer Automatikuhr: Es lädt die Batterie durch Bewegung auf und speichert diese, und geht nach oder bleibt stehen, wenn die Bewegung für länger Zeit ausbleibt.“

José Luis Rodríguez Jiménez

Wenn die biologische Uhr verändert wird, ist die erste Folge Schlafmangel. Wer für gewöhnlich am Tag schläft, schläft weniger Stunden. Darüber hinaus setzen sie sich weniger dem Tageslicht aus, weshalb sie unter Kalziummangel leiden und im Allgemeinen ihre Vitalität darunter leidet.

Das Center for Sleep and Circadian Biology in den USA entdeckte auch, dass Frauen, die tagsüber schlafen, weniger fruchtbar sind. Und sowohl bei Männern als auch Frauen stellte man einen veränderten Melatoninspiegel fest. Melatonin ist das Hormon, das darüber entscheidet, wie viele Stunden wir schlafen sollten, um vollständig ausgeruht zu sein. In verschiedenen Studien wurden die optimalen Tageszeiten erforscht, in denen wir unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen sollten. Nachfolgend möchten wir dich darüber informieren, wie die ideale biologische Uhr aussieht, um deine Lebensqualität zu verbessern.

Die biologische Uhr in den ersten Stunden des Tages

Laut den Forschungsergebnissen der Experten, die dieses Thema untersucht haben, sei es ideal, den Tag mit einem „Schäferstündchen“ beginnen zu lassen. Zwischen 06:00 und 09:00 Uhr morgens sei der Testosteronspiegel der Männer am höchsten und die Frauen seien am entspanntesten. Das würde dazu führen, dass der Geschlechtsverkehr am befriedigendsten sei.

Frau am Kaffeetisch

Es wurde erforscht, dass der berühmte „Morgensex“ der gesündeste und intensivste Sex ist. Darüber hinaus hilft er dabei, Druck und Stress abzubauen, um den Tag mit einer positiven Einstellung zu beginnen. Man fand ebenfalls heraus, dass er das Immunsystem stärkt und den Gemütszustand verbessert.

Der Vormittag eignet sich am besten für produktive Tätigkeiten

Gemäß der idealen biologischen Uhr sollten die kompliziertesten Tätigkeiten zwischen 10:00 Uhr und 12:00 Uhr erledigt werden. Studien zeigen, dass zu dieser Tageszeit unser Gehirn auf Hochtouren läuft und unsere Produktivität am größten ist.

Dieser Zeitraum würde sich am besten eignen, um Entscheidungen zu treffen, Meetings am Arbeitsplatz abzuhalten, bei denen der Druck recht hoch ist, es schwierige Probleme zu lösen und neue Lösungen zu finden gilt. Zu dieser Tageszeit ist die Ausschüttung des Stresshormons namens Cortisol am höchsten. Das würde sich in einer größeren Konzentrationsfähigkeit, Beharrlichkeit und Gedächtnisleistung niederschlagen.

Der Nachmittag und Abend ist ideal für körperliche Aktivitäten

Laut der Meinung des Experten für physische Aktivitäten und Autor des Buches The Body Clock Guide to Better Health (zu Deutsch: Wie uns die biologische Uhr zu einer besseren Gesundheit verhilft), Michael Smolensky, sei der beste Zeitraum, um sich körperlich zu betätigen, zwischen 16:00 und 19:00 Uhr.

Füße mit Federn

Gemäß seinen Nachforschungen seien wir zu dieser Tageszeit physisch gesehen am aktivsten und das Risiko für Verletzungen sei geringer. Er erklärt, dass die kardiovaskuläre Resistenz sowie die muskuläre Flexibilität und Stärke in diesem Zeitraum am höchsten wären.

Ab welcher Uhrzeit wir laut der biologischen Uhr nichts mehr essen sollten

Es kann ziemlich schädlich für unseren Körper sein, immer recht spät zu Abend zu essen. Das beeinflusst nicht nur, wann wir endlich schlaf finden, sondern sei laut Forschungsergebnissen auch ein Risikofaktor, um an Diabetes zu erkranken oder übergewichtig zu werden.

Forscher sind davon überzeugt, dass die letzte Mahlzeit am Tag leicht sein und zwischen 19:00 und 20:00 Uhr verspeist werden sollte. Das hilft dem Organismus, damit er Glukose effizient verarbeiten und die Insulinproduktion regulieren kann. Nach 20:00 Uhr sollten wir keine Lebensmittel mehr zu uns nehmen.

Wann uns die biologische Uhr rät, schlafen zu gehen

Studien ergaben, dass die Zirbeldrüse im Gehirn zwischen 21:00 und 23:00 Uhr das Hormon Melatonin ausschüttet, von dem wir zuvor gesprochen haben. Diese Substanz wird auch „Schlafhormon“ genannt, weil sie unseren Schlaf reguliert.

Schlafende Frau

Sobald dieses Hormon freigesetzt wird, sinkt die Körpertemperatur und dieses Signal braucht der Körper, damit er sich auf den Schlaf vorbereiten kann. Die ideale Uhrzeit, um uns schlafen zu legen, liegt demnach zwischen 21:00 und 23:00 Uhr.

Der Neurologe der Universität von Minnesota in den USA, Michael Howell, hat gesagt, dass wir unsere Lebensqualität und somit unser Leben im Allgemeinen beträchtlich verbessern könnten, wenn wir unsere Aktivtäten an die natürliche biologische Uhr unseres Körpers anpassen würden. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, oder?

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von „Three Sisters Art Surreal“