Wieso müssen wir schlafen?

1. Oktober 2017 en Psychologie 117 Geteilt

Jeder muss schlafen. Es gibt Menschen, die mindestens acht Stunden Schlaf am Tag benötigen, um zu funktionieren, anderen reichen vier oder fünf Stunden. So oder so ist es unmöglich, ohne Schlaf zu leben. Es ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen und deshalb kann zu wenig Schlaf sehr schädliche Auswirkungen auf unseren Organismus haben und sogar zum Tod führen.

Wenn wir über mehrere Tage nicht einmal eine Stunde schlafen, wird unser Organismus sehr in Mitleidenschaft gezogen. Auch zu wenig Schlaf hat negative Effekte für uns und auf physischer, kognitiver und emotionaler Ebene kann der Schlafmangel für uns problematisch sein. Darüber hinaus lässt sich Schlaf nicht nachholen: Wenn wir in der Nacht nur drei Stunden geschlafen haben, sind die Auswirkungen des fehlenden Schlafs weiter präsent, auch wenn wir einen Mittagsschlaf halten, ja selbiger kann diese sogar noch verstärken.

Dass schlafen absolut notwendig ist, ist klar, aber warum eigentlich? Was passiert in unserem Gehirn, während wir schlafen? Was würde passieren, wenn wir aufhören würden, zu schlafen? Die Wissenschaft hat all diese Fragen beantwortet, nachdem in verschiedenen Schlaflaboren intensiv geforscht wurde. Auch wenn es noch Vieles zu entdecken gilt, geben dir die folgenden Zeilen Antworten auf die zuvor gestellten Fragen.

Was passiert mit unserem Gehirn, wenn wir schlafen?

Bevor Studienergebnisse veröffentlicht wurden, die verdeutlichten, was passiert, während wir schlafen, nahm man an, dass sich unser Gehirn während der Schlafstunden auf Stand-by schaltet und in einen Ruhezustand verfällt, in dem die Aktivität der Neuronen praktisch auf Null heruntergefahren wird. Jedoch hat sich gezeigt, dass dem nicht so ist und dass einige Teile unseres Gehirns während der Nacht weiterhin sehr aktiv bleiben.

Während der verschiedenen Schlafphasen verändert sich die Gehirnaktivität. In Studien wird die neuronale Aktivität in Form von Gehirnströmen aufgezeichnet. Dann wird ausgewertet, welche Übereinstimmungen zu den Gehirnströmen einer wachen Person gibt. Der REM-Schlaf ist die nachweislich aktivste Schlafphase.

Vor nicht allzu langer Zeit fand man heraus, dass einer der wichtigsten Prozesse, die während des Schlafens stattfinden, derjenige ist, Gelerntes zu festigen. Die Informationen, die wir den Tag über erhalten, werden verarbeitet, während wir schlafen. Jede irrelevante Erfahrung wird eliminiert und jede Information, die als wichtig eingestuft wird, wird kategorisiert und abgespeichert.

Effekte von Schlafmangel

Nur wenige Menschen haben noch nie an Schlafmangel gelitten, ob kurzzeitig oder permanent. Wenn wir nachts nicht schlafen können, fühlen wir uns am nächsten Tag unwohl, zeigen sowohl psychische als auch physische Symptome, die aus diesem Tag einen nicht enden wollenden Kampf ums Überleben machen. Die Hauptprobleme sind:

  • Reizbarkeit
  • Vorzeitige Ermüdung
  • Konzentrationsschwäche
  • Schlechte Laune
  • Kopfschmerzen

Diese und weitere Effekte können Nebenwirkungen einer schlaflosen Nacht sein. Doch wie lange können wir ohne Schlaf auskommen? Wann wird Schlafmangel gefährlich? Den Rekord hält Randy Gardner, der sich freiwillig einem Experiment unterzog, in dem er nichts weiter tun musste, als wach zu bleiben. Er hielt 264 Stunden (11 Tage) durch.

Von den ersten Stunden an war er schlecht gelaunt und hatte Konzentrationsprobleme. Nach vier Tagen im Experiment traten erste Sehstörungen auf. Er glaubte sogar irgendwann, dass er ein berühmter Fußballspieler wäre. Dennoch hatte er, nachdem das Experiment beendet war, nicht langfristig mit schädlichen Auswirkungen zu kämpfen. Von Menschen, die an der seltenen Krankheit tödliche familiäre Schlaflosigkeit leiden, weiß man, dass das höchste Maß an Schlaflosigkeit bei drei bis vier Wochen liegt.

Wie wichtig guter Schlaf ist

Experten raten dazu, täglich sieben bis acht Stunden zu schlafen, wobei die notwendige Schlafdauer je nach Alter und Gesundheitszustand variieren kann. Beispielsweise brauchen kleine Kinder mehr Schlaf, damit sie Gelerntes verinnerlichen können, was für ihre kognitive Entwicklung entscheidend ist. Schwangere Frauen brauchen ebenfalls mehr Schlaf.

Schlafen ist nicht nur wichtig, sondern hat auch eine wiederherstellende Wirkung. Deshalb ist es von Nöten, dass sämtliche Schlafphasen einschließlich des REM-Schlafes geordnet durchlaufen werden. Während des leichten Schlafes werden die Energieressourcen aufgeladen und Reparaturprozesse finden statt. Der REM-Schlaf hingegen ist für das Abspeichern von Informationen im Gedächtnis notwendig.

Wie wir sehen können, hat der Schlaf verschiedene Funktionen und sie alle sind enorm wichtig, sodass erholsamer Schlaf uns nicht nur dabei helfen kann, uns gut zu fühlen, sondern auch eine Notwendigkeit ist, wenn wir voller Energie in den nächsten Tag starten wollen.

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