Warum für Kinder Routine so unglaublich wichtig ist

· 18. Oktober 2016

Der berühmte österreichisch-amerikanische Pädagoge und Psychiater Rudolf Dreikurs betonte einst, dass „die tägliche Routine für ein Kind das ist, was die Wände für ein Haus sind: Sie geben ihm Grenzen und Raum fürs Leben. Kein Kind fühlt sich in einer Situation wohl, in der es nicht weiß, was es erwarten soll. Die Routine gibt Kindern ein Gefühl von Sicherheit. Eine fest verankerte Routine gibt einem das Gefühl von Ordnung, woraus wiederum ein Gefühl von Freiheit entsteht.“

Sehen wir uns die Studien von Dreikurs näher an: Dieser Pädagoge war dazu in der Lage, eine Praxismethode für die Erziehung von Kindern zu entwickeln. Dank dieser Methode können wir Kindern dabei helfen, ihre Fähigkeiten mithilfe eines kooperativen Verhaltens, ohne Bestrafungen und Belohnungen, zu fördern.

„Was wir Kindern geben, geben sie an die Gesellschaft zurück.“

Karl A. Menninger

Laut Meinung von Rudolf Dreikurs sei das schlechte Verhalten von Menschen darauf zurückzuführen, dass dem Mensch der Respekt gegenüber der sozialen Gruppe, der er angehört, fehle. Wenn sich das in der Psyche während der Entwicklung des Kindes verankert, setzt es sich falsche Ziele. Das kann dann damit enden, dass es beispielsweise viel Aufmerksamkeit fordert, denkt, dass es die Macht über alles hat, oder es rachsüchtig wird.

Routine und Gewohnheiten bei Kindern

Bleiben wir bei den Forderungen von Rudolf Dreikurs. Es liegt auf der Hand, dass aus Kindern, die in der wichtigsten Zeit der Kindheit ohne Verantwortung und Sicherheit erzogen werden, später Erwachsene werden, die ernsthafte Verhaltensstörungen aufweisen.

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Aber wie gelingt es uns, Kindern Sicherheit, Grenzen und ein Bewusstsein für ihr Umfeld zu vermitteln? Ganz klar: durch Routine und Gewohnheiten. Dadurch können wir jedem Kind ein ruhiges, stabiles Umfeld bieten, in dem es lernen und konstruktiv erzogen werden kann, wodurch es eine selbstsichere und aufmerksame Persönlichkeit entwickelt.

Was ist eine Gewohnheit?

Eine Gewohnheit ist ein Stabilitätsmechanismus, der es ermöglicht, dass ein Individuum Fähigkeiten entwickeln kann. Eine Gewohnheit bezieht sich auf die Einstellung, Verhaltensweisen und Angewohnheiten, die dazu beitragen, in verschiedenen Situationen Lernmuster entstehen zu lassen. Das reicht vom Schuhezubinden bis hin zum Organisieren der Lernzeit.

Was ist eine Routine?

Wir beziehen uns auf eine Routine, wenn wir von einer persönlichen Gewohnheit sprechen, die entwickelt wird, um uns zu nützen, ohne dass wir dabei etwas verändern oder flexibel sein müssen. Ein einfaches Beispiel hierfür ist das Zähneputzen nach dem Essen.

Wieso Routine und Gewohnheiten gewinnbringend für uns sind

Sowohl Gewohnheiten als auch Routinen sind für das Leben eines Kindes äußerst wichtig. Danke ihnen und dank dem erwähnten ruhigen und stabilen Umfeld, in dem sich ein Kind sicher fühlt, bringen sie auch Regelmäßigkeit und Beständigkeit mit sich, was sich auf die Mentalität des Jugendlichen auswirkt. Das ist etwas, was für die Entwicklung bis hin ins Erwachsenenalter sehr nützlich ist:

  • Durch die Entwicklung von Gewohnheiten und Routinen hat das Kind entscheidende Vorteile, wie zum Beispiel das Gefühl von Sicherheit. Etwas zu tun, von dem es weiß, dass es es perfekt beherrscht und ausführen kann, ruft eine innere Ruhe hervor, da es sich darüber bewusst wird, dass es dazu in der Lage ist, das zu tun.
  • Ebenso sollte erwähnt werden, dass ein Baby die Welt, die es nach der Geburt umgibt, nicht kennt. Seine ersten Lebensmonate sind eine pausenlose Entdeckung seines Umfeldes. Eltern oder Erzieher sind die ersten Menschen, die ihm das Leben zeigen. Es ist notwendig, ein stabiles Umfeld mit Zeitplänen, Routinen, Gewohnheiten und Aktivitäten zu organisieren, die sich so lange wiederholen, bis das Kind die Fähigkeit verinnerlicht hat, um diese auf eine sichere und fast unterbewusste Art und Weise auszuüben.
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  • Die Tatsache, dass die Eltern das Umfeld des Kindes organisieren, erlaubt dem Kind, nach und nach seine eigene Routine zu entwickeln. Somit kann jedes Kind seine Welt Schritt für Schritt kennenlernen und macht aus ihr einen vorhersehbaren und deshalb sicheren Ort für seine Stabilität.
  • Routinen sind für die physische und psychische Entwicklung des Kindes wichtig. Essens- und Schlafenszeiten, die Hygiene und sämtliche mit diesen Grundaktivitäten verbundenen Gewohnheiten sind von großer Bedeutung, damit sich das Kind erzieht und in einem angemessenen Umfeld lernt, in dem als seine Bedürfnisse erfüllt werden.

Wir können sehen, dass Dreikurs – dessen Theorie über Routinen zu Stande kam, als er Kinder beobachtete, die sich in seinen Augen von falschen Zielen leiten ließen – die Wichtigkeit eines stabilen und sicheren Umfeldes für Kinder hervorhob.

„Ich bin endlich da angekommen, wo ich als Erwachsener sein wollte: Ich bin ein kleiner Junge.“

Joseph Heller

Eine angemessene Weise, um zukünftige Verhaltensprobleme bei Jugendlichen zu vermeiden, ist, Kleinkinder in einer sicheren Welt aufwachsen zu lassen, die es ihnen ermöglicht, neugierig lernen zu können. So werden sie dazu in der Lage sein, ihre Fähigkeiten dank der durch die Gewohnheiten vermittelten Kenntnisse über das Leben zu kennen und zu entwickeln.