Vorteile und Nutzen der Wirtschaftspsychologie

11. November 2019
Die Wirtschaftspsychologie ist für das Studium des individuellen und kollektiven Verhaltens am Arbeitsplatz verantwortlich. Erfahre in diesem Artikel mehr zu diesem Thema!

In der Geschäftswelt ist es wichtig, das Arbeitsumfeld von innen und außen, sowie die verschiedenen Faktoren, die eine Rolle spielen, kennenzulernen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sowohl die Fähigkeiten der Arbeitsteams zu kennen, als sich auch über mögliche Probleme bewusst zu sein, die auftreten können. Mit diesen und anderen Fragen befasst sich die Wirtschaftspsychologie. Sie ist ein Zweig der Psychologie, der sich auf das Studium des menschlichen Verhaltens am Arbeitsplatz konzentriert.

Dieser Bereich der Psychologie ist auf alle Faktoren spezialisiert, die einen Einfluss auf die Entwicklung von Arbeitsaufgaben haben können. Dies kann entweder auf der Ebene des Einzelnen oder auf Gruppenebene erfolgen. Ziel ist es, alle möglichen Ergebnisse korrekt zu definieren, um die Leistung der Arbeitnehmer zu verbessern. Lass uns im Folgenden einen genauen Blick darauf werfen.

Die Wirtschaftspsychologie ist auf alle Faktoren spezialisiert, die einen Einfluss auf die Entwicklung von Arbeitsaufgaben haben können

Die Ursprünge der Wirtschaftspsychologie

Die erste Definition der Wirtschaftspsychologie erschien unter dem Namen der Arbeitspsychologie. Dieser Bereich befasste sich hauptsächlich mit der wissenschaftlichen Arbeit in Europa am Ende des 16. Jahrhunderts.

Tatsächlich findest du alle Einzelheiten über den Beginn dieses Studienbereichs in dem Buch Examen de ingenios para las ciencias von Juan Huarte San Juan, das im Jahr 1575 herausgegebenen wurde. Experten halten dies für die erste Arbeit, die sich auf effektive Weise mit  der Wirtschaftspsychologie befasste.

Einige Jahrhunderte später löste der Zweite Weltkrieg und die daraus resultierende weltweite Finanzkrise ein neues Interesse an der Wirtschaftspsychologie aus. Der Hauptgrund dafür war die offensichtliche Notwendigkeit für viele Unternehmen, sich von diesen weltverändernden Ereignissen zu erholen. Dies ist auf die Konsequenzen zurückzuführen, die sich sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf organisatorischer Ebene ereigneten.

Nehmen wir als Beispiel die Streitkräfte. Während des Krieges bestand ein großer Bedarf an neuen Rekruten in den Trainingslagern, die in der Lage waren, fortgeschrittene Aufgaben auf technologischem Niveau zu entwickeln. All diesen Personen wurden vor diesem Hintergrund bestimmte Positionen zugewiesen.

Nach dem Krieg

Am Ende des Krieges mussten jedoch all diese ehemaligen Soldaten zu anderen Beschäftigungsverhältnissen zurückkehren. Rehabilitationsprobleme führten zu einer wachsenden psychischen Belastung und einer hohen Arbeitslosenquote.

Um diese Arbeitskrise zu lösen, haben die in jenen Jahren durchgeführten Forschungen dazu beigetragen, dass sich das Konzept der Arbeitspsychologie zum Gebiet der Wirtschaftspsychologie entwickelte, wie wir es heute kennen. Dies lag an der Tatsache, dass sich ihre Forschungen und Anwendungen auf alle Bereiche des Arbeitsumfelds, und nicht nur auf die industriellen Bereiche, erstreckten.

Eine besondere Veränderung bestand darin, wie die Anwendungen der Arbeitspsychologie von der Analyse des Verhaltens der Arbeitnehmer auf individueller Ebene zu einer Untersuchung ihres Verhaltens in Gruppen übergingen. Denn es bedarf einer Unternehmensumgebung, um diese Art von Gruppenstudien effektiv durchführen zu können.

Die Unterschiede zwischen der Wirtschaftspsychologie und der Personalabteilung

Der Bereich der Wirtschaftspsychologie sollte nicht mit dem Management der Personalabteilung in einer Organisation verwechselt werden. Ersteres ist ein Zweig der Psychologie, und um sie auszuüben, benötigst du eine angemessene Ausbildung.

Es ist richtig, dass die Wirtschaftspsychologie auch Arbeiten im Zusammenhang mit der Personalabteilung umfassen kann. Dabei geht es jedoch auch um Faktoren, wie Motivation, Stress oder Kultur.

Es ist nicht unbedingt erforderlich, eine psychologische Ausbildung zu absolvieren, um in einer Personalabteilung arbeiten zu können. Die Arbeit dort beschäftigt sich hauptsächlich mit der Vorbereitung und Analyse von Budgets, Personalkosten, Verträgen oder rechtlichen Fragen. Aus diesem Grund bezieht sich das Wissen, das du als Personaler benötigst, eher auf Wirtschaft und Recht, als auf die Psychologie.

Die Wirtschaftspsychologie sollte nicht mit dem Management der Personalabteilung in einer Organisation verwechselt werden

Die Funktionen der Wirtschaftspsychologie

Allerdings kann die Wirtschaftspsychologie viele Funktionen innerhalb der Organisation eines Unternehmens erfüllen. Um diese Aufgaben detaillierter zu veranschaulichen, werden sie in die folgenden Bereiche unterteilt:

  • Personalorientierung. Dies könnte die wichtigste Aufgabe in diesem Bereich der Psychologie sein. Hauptziel ist es, die Aufgaben der Arbeitsteams zu planen und ihre Ziele klar zu definieren.
  • Personalentwicklung. Ein weiteres Ziel der Wirtschaftspsychologie ist es, die Bedürfnisse der Arbeitnehmer in Bezug auf ihre Ausbildung kennenzulernen. Darüber hinaus muss man die besten Lösungen implementieren, damit die Mitarbeiter des Unternehmens alle erforderlichen Kenntnisse erwerben, um ihre Arbeit ordnungsgemäß ausführen zu können. Es wird ihnen auch dabei helfen, in ihren Rollen voranzukommen und neue Fähigkeiten zu entwickeln.
  • Marketing. Dieser Bereich besteht aus der Durchführung von Umfragen und der Arbeit mit Gruppendynamik. Darüber hinaus werden das Produkt- oder Firmenimage und die Akzeptanz bei potenziellen Verbrauchern untersucht.
  • Verwaltung. Schließlich befasst sich die Wirtschaftspsychologie mit den Management- und Verwaltungsaufgaben in Bezug auf die Unternehmensrichtlinien. Diese umfassen das Personalmanagement und die Festlegung der Verantwortlichkeiten für jede Position. Dieser Zweig der Psychologie zielt insbesondere darauf ab, Unternehmen dabei zu unterstützen, die verschiedenen Arbeitsteams innerhalb eines Unternehmens effektiv zu führen.
  • Robbina, S.P. (1996): Comportamiento Organizacional. Teoría y Práctica. Editorial Prentice – Hall, Hispanoamericana. S.A. 7ma Edición, México.
  • Rodriguez Fernández, A. (1995): Los Recursos Humanos en las Administraciones Públicas. Editorial Tecnos, Madrid.