Von Menschen, die mit einer permanenten Unentschlossenheit leben

· 13. Juni 2017

„Ich mache, was ich mache, weil es das ist, was ich machen muss“  – vielleicht hast du so etwas schon des Öfteren gehört. Hinter dieser Aussage steckt das Schild, mit der wir Menschen uns wappnen, um zu handeln: die Pflicht. Wir verpflichten uns dazu, gegen diese ständige Unentschlossenheit anzugehen, die aufgrund von fehlendem Antrieb oder durch Desinteresse besteht.

Die pazifistische Politikerin Indira Gandhi sagte einmal: „Man kann kein Gefangener der Unentschlossenheit sein, weil uns in ihr alle Türen offen stehen.“  Ein Satz, der zu einer Hypothese führt, die später von der Psychologie belegt wurde: Je mehr Optionen wir haben, desto unentschlossener sind wir. Eine Unentschlossenheit, die uns durch unschöne Gassen führen kann.

Wir sollten daran denken, dass die Untätigkeit auf lange Sicht kein guter Ratgeber ist, weshalb wir dir gern verschiedene Argumente mit auf den Weg geben möchten, die dir vor Augen führen, wieso wir manchmal untätig sind.

Dein Alltag ist voller Entscheidungen

Vielleicht hast du eines Tages dein Studium beendet. Du hast dich um deine Kinder gekümmert, warst verheiratet oder hattest dich dazu entschlossen, deine Welt nicht mit einem Partner zu teilen. Irgendwann hast du dich für einen Arbeitsplatz, ein Hobby oder einen Freund entschieden. All diese Entscheidungen haben deinen Weg bestimmt und nehmen Einfluss auf dein jetziges Leben. Wenn du nicht glaubst, dass das so ist, dann stelle dir doch einmal vor, wie dein Leben jetzt aussähe, wenn du keine dieser Entscheidungen getroffen hättest.

Oder stelle dir Folgendes vor: Was passiert, wenn sich dein Verstand in ein Gewimmel von Gedanken verwandelt, wo jeder Gedanke für eine Entscheidung steht, die du hättest treffen können? Nehmen wir zum Beispiel einen jungen Menschen, der sich dazu entschlossen hat, Psychologie zu studieren. Wie fühlt er sich wohl, wenn er, nachdem er diese Entscheidung gefällt, hat, darüber nachdenkt, ob er einen praktischeren Studiengang hätte wählen sollen, für den zu erwartende Arbeitslosenquote weniger hoch ist oder der ihn in eine Position bringt, die besser bezahlt ist?

Was passiert, wenn wir mit einer permanenten Unentschlossenheit leben?

Um Antworten auf die in diesem Artikel gestellten Fragen zu finden, glaube ich, ist es eine gute Idee, uns mit der Theorie von Anthony Robbins zu beschäftigen. Der berühmte Redner und Coach drückt das ganz einfach aus: „Fehlende Klarheit ist noch vor allem anderen der Hauptgrund für das Scheitern eines Menschen.“  Wenn Robbins vom Scheitern spricht, sagt er, dass wir in allem versagen, wenn wir unentschlossen sind, sei es in einer Freundschaft, im Leben mit unserem Partner, bei einem Projekt oder der Realisierung eines Traumes.

Aus diesem Grund stellt sich Robbins die Frage: Was führt dazu, dass wir unfähig sind, Entscheidungen zu treffen?“  Auf diese Frage gibt es zwei interessante Antworten, die wir uns anschauen wollen.

Die Angst davor, kritisiert zu werden

Eine der Antworten, die der Coach findet, um zu erklären, wieso wir mit einer permanenten Unentschlossenheit leben, hat mit der Angst vor Kritik zu tun. Da wir soziale Wesen sind, denken wir oftmals, dass es anderen nicht gefallen wird, wenn wir dies oder das tun.

„Wenn sich jemand von der Meinung seiner Mitmenschen beeinflussen lässt, hat er irgendwann überhaupt keinen eigenen Wunsch mehr.“

Napoleon Hill

Hierbei dürfen wir nicht vergessen, dass 7 Milliarden Menschen auf der Welt leben, jeder einzigartig ist und seine ganz persönliche Meinung hat. Natürlich wird nicht jedem gefallen, was du tust. Aber es gibt auch Menschen, die es gut finden und sich daran erfreuen. Was andere über uns denken, sollte daher niemals ein Grund für unsere Untätigkeit sein. Der mexikanische Millionär Carlos Slim drückt das ganz simpel aus: „Wenn du für die Meinung anderer lebst, bist du tot.“

Die Angst davor, zu versagen

Ein weiterer wichtiger Punkt, den Robbins als Antwort auf unsere permanente Unentschlossenheit nennt, ist die Versagensangst. Etwas von vornherein als zum Scheitern verurteilt abzustempeln, hat zur Folge, dass wir es gar nicht erst angehen.

Aber was ist denn eigentlich versagen? Ist es das Gegenteil vom Erfolg? In Wahrheit ist es das nämlich nicht. Wir müssen lernen, damit zu leben, dass wir uns im Laufe des Lebens immer wieder irren und häufig Fehler machen. Doch dadurch lernen wir wichtige Lektionen, die uns dabei helfen, es mit noch mehr Lust und Erfahrungswerten erneut zu versuchen.

Für Robbins bedeutet zu versagen, etwas überhaupt nicht zu versuchen. Du versagt, wenn du nicht lernst oder dich nicht bemühst. Seiner Meinung nach wäre das wahre Versagen dadurch begründet, es gar nicht erst zu versuchen, nichts zu lernen, sich nicht um jedes Detail zu kümmern, mit dem menschlichen Versagen zu rechnen, wenn wir etwas planen und nicht unser Bestes zu geben.

„Wenn du nicht über das Leben bestimmst, bestimmt das Leben über dich.“

Robin Sharma

Robbins fasst daher zusammen, dass die ständige Unentschlossenheit ein riesiger Fehler sei. Die Untätigkeit führt uns zur Mittelmäßigkeit, zur Angst und macht uns unglücklich. Manchmal triumphieren wir, manchmal eben nicht. Doch nur weil eine Beziehung oder ein Geschäft schlecht gelaufen ist, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass das immer so sein wird. Die Vergangenheit beeinflusst die Zukunft, aber sie bestimmt sie nicht. Gebrauche also nicht länger Ausreden, triff Entscheidungen und gib dein Bestes, um dich an deinem Lebensweg zu erfreuen, ganz gleich, wohin er dich führt.

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