Die Verhaltensaktivierung beim Abnehmen

Die Vorteile, die Verhaltensaktivierung bei depressiven Störungen bietet, sind bereits bekannt. Wie aber könnte sie auch noch andere Prozesse begünstigen, bei denen es darum geht, sich neue und gesunde Gewohnheiten anzueignen? In unserem heutigen Artikel erfährst du, welche Vorzüge Verhaltensaktivierung beim Abnehmen bietet. Lies einfach weiter und erfahre mehr darüber!
Die Verhaltensaktivierung beim Abnehmen

Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2021

Die meisten Menschen nutzen die Verhaltensaktivierung bei bestimmten affektiven Störungen wie Depressionen. Diese Strategie zielt darauf ab, das Verhaltensrepertoire zu erweitern, was mehrere Vorteile haben kann. Zum Beispiel im Bereich der Psychoernährung kann die Verhaltensaktivierung ein wertvolles Instrument sein, um eine Gewichtsabnahme zu erreichen.

Sowohl Psychologen als auch Ernährungswissenschaftler spielen eine gleichermaßen wichtige Rolle bei der Anleitung von Patienten, ihren BMI (Body-Mass-Index) zu verbessern. Es ist unbestritten, dass das Erlernen neuer Gewohnheiten eine erhebliche Anstrengung erfordert. Dennoch kann die Verhaltensaktivierung als unterstützendes Instrument in diesem Prozess sehr hilfreich sein.

Verhaltensaktivierung: Was genau ist das eigentlich?

Die Verhaltensaktivierung nutzt den Kontext und die Erfahrungen eines Menschen, um die Funktionen seines Verhaltens im gegenwärtigen Moment zu untersuchen. Wenn es darum geht, gesunde Gewohnheiten für einen neuen Lebensstil zu übernehmen, beispielsweise das Ziel, das eigene Gewicht zu reduzieren, kann die Verhaltensaktivierung dem Einzelnen dabei helfen, neue Ansätze in das eigene Verhaltensrepertoire aufzunehmen.

Die Grundstruktur eines Verhaltensaktivierungsprogramms basiert, wie der Name bereits andeutet, auf der bloßen Aktivierung. Denke einen Augenblick über Folgendes nach: Sind wirklich alle Verhaltensweisen motivierend? Sicherlich nicht. Aber dennoch könnten sie notwendig sein, um langfristige Ergebnisse zu erzielen.

Mit anderen Worten, auf Verhaltensweisen zurückzugreifen, die einem Menschen dabei helfen, sich notwendige und wichtige Gewohnheiten anzueignen, ist nicht einfach und normalerweise auch nicht unbedingt motivierend. Tatsächlich entsteht die Motivation erst im Laufe der Zeit, wenn der Betroffene dieses erwünschte Verhalten einige Male praktiziert hat.

Kurz gesagt, die Verhaltensaktivierung lässt einen Menschen praktisch von außen nach innen arbeiten. Die Motivation setzt während der Ausführung des Prozesses ein. Außerdem zielt diese Technik darauf ab, Aktivitäten aufzuschlüsseln. Auf diese Weise erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene bestimmte Verhaltensweisen annimmt.

Wie sich die Verhaltensaktivierung beim Abnehmen integrieren lässt

Zuerst einmal ist die Selbsterkenntnis und Dokumentation der eigenen Verhaltensweisen von entscheidender Bedeutung. Sie kann für den Experten sehr hilfreich sein, den Lebensstil der Person kennenzulernen. Darüber hinaus ist es ebenfalls unerlässlich, weitere Schlüsseldaten zu sammeln, um eine Verhaltensaktivierung zu initiieren.

Die Anwesenheit eines Ernährungswissenschaftlers (oder Ernährungstechnikers) ist von großer Relevanz, da der Prozess der Initiierung gesunder Gewohnheiten und der Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts auch von einem Experten auf dem Gebiet der Ernährungswissenschaft koordiniert und begleitet werden muss.

Des Weiteren ist natürlich auch die Einschätzung der Fähigkeiten des Patienten oder Klienten von besonderem Interesse. Denn all dies hilft bei der Gestaltung der ersten Schritte, welche ihn oder sie seinem oder ihrem Ziel ein Stück näher bringen werden. Wenn diese Kompetenzen und Fähigkeiten geklärt sind, kann der Prozess beginnen.

Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass dieser Prozess allmählich und in kleinen Schritten gestaltet werden sollte, um den Betroffenen sukzessive an die Erreichung seiner Ziele heranzuführen. Obwohl sich die Veränderungen aufgrund dieses Vorgehens langsam einstellen, erfolgt dennoch eine stetige Verbesserung. Auf diese Weise verhindert man, dass sich die Person langweilt oder während des Prozesses Frustrationen erlebt.

Die Verhaltensaktivierung beim Abnehmen - Mann bei einem Ernährungsberater

Vorzüge der Verhaltensaktivierung beim Abnehmen

Durch das Aufteilen der Aktivitäten, die der Betroffene ausführen wird, ergibt sich die Möglichkeit, dass er oder sie wesentlich häufiger eine positive Verstärkung erhält. Du solltest wissen, dass dieser Prozess lange und auch herausfordernd sein kann. Aus diesem Grunde ist es bedeutungsvoll, jede Herausforderung in kleine Aufgaben aufzuteilen, denn dies erzeugt die Empfindung, dass der Prozess gut organisiert und strukturiert ist. Infolgedessen wird es dem oder der Betroffenen auch leichter fallen, die persönlichen Ziele zu erreichen. Darüber hinaus können diese neuen Gewohnheiten einfacher in das tägliche Leben integriert werden.

Unter den zahlreichen Vorteilen, die die Verhaltensaktivierung bietet, lassen sich Folgende besonders hervorheben:

  • Zuerst einmal gibt die Verhaltensaktivierung der Person ein Gefühl der Kompetenz (diese hat das Gefühl, alles tun zu können, was sie sich vorgenommen hat).
  • Darüber hinaus erhöht dieser Prozess die Motivation des Betroffenen, sobald er sein Ziel erreicht hat.
  • Außerdem hilft die Verhaltensaktivierung, neue Fähigkeiten zu entwickeln, von denen der Betroffene möglicherweise angenommen hatte, dass er oder sie sich diese niemals hätte aneignen könnte.
  • Des Weiteren bearbeitet dieser Prozess auch die Gedanken und Emotionen des Einzelnen. Unabhängig davon, wie negativ diese auch sein mögen, der Prozess der Verhaltensaktivierung hilft dem Betroffenen dabei, sich auf die Erreichung der persönlichen Ziele zu konzentrieren.

Verhaltensweisen, die man in einem Programm zur Gewichtsreduktion fördern und lehren kann

Sicherlich weißt du, dass sich die meisten Menschen häufig unrealistische Ziele setzen, wenn es darum geht, das eigene Gewicht zu reduzieren oder ein gesundes Gewicht zu halten. Wenn etwa ein Mensch, der normalerweise überhaupt keinen Sport treibt, auf einmal beschließt, am ersten Tag seines Trainingsprogramms einen 10-Kilometerlauf zu absolvieren, wird dies letztendlich vermutlich nur in Enttäuschung und Frustration enden. Wenn du dir derartig unrealistische Ziele setzt, ist das Scheitern praktisch vorprogrammiert.

Außerdem können unrealistische Ziele nicht nur zu großer Frustration und Unwohlsein, sondern auch zu Entmutigung führen. Wenn diese Ziele nicht erreicht werden, könnte der Betroffene annehmen, dass er oder sie vermutlich überhaupt nichts erreichen kann, obwohl das Problem in Wirklichkeit nur an der Strategie und dem Plan liegt, den er sich zur Erreichung des gesamten Zieles zurechtgelegt hat.

Die Verhaltensaktivierung beim Abnehmen - Frau sitzt auf dem Boden, neben sich einen Apfel

Die kurzfristige Umsetzung gewünschter Verhaltensweisen versus realistische Ziele

Die Verhaltensaktivierung hilft dabei, sich gesunde Gewohnheiten anzueignen. Infolgedessen muss der Mensch, der sein Verhalten ändern möchte, kleine Änderungen an der Routine vornehmen (ohne dass die Ziele die eigenen Kapazitäten überschreiten). Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen dies ausgezeichnet:

  • Ein Mensch, dem es peinlich ist, ins Fitnessstudio zu gehen, weil er nicht weiß, welche Trainingsroutine er überhaupt durchführen soll. Vielleicht glaubt er auch, nur Übungen für eine 20-minütige Routine zu kennen. Gleichzeitig scheinen diese 20 Minuten aber nicht ausreichend zu sein, um das angestrebte Ziel erreichen zu können. Mithilfe der Verhaltensaktivierung kann dieser Mensch zunächst mit einem 20-minütigen Training beginnen und dieses dann schrittweise um neue Übungen erweitern. Wie du siehst, geht es also darum, erst einmal ins Tun und Handeln zu kommen. Es geht darum, mit einer Aktivität zu beginnen und nach intrinsischer Motivation zu suchen.
  • Ein anderes Beispiel: Jemand beschließt, seine Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Aber die betreffende Person verfügt nicht über ausreichende Kochkenntnisse. Die Verhaltensaktivierung könnte mit der Organisation des Lebensmitteleinkaufes beginnen, wobei der Fokus zunächst darauf gelegt wird, den Anteil industriell hoch verarbeiteter Lebensmittel zu reduzieren.
  • Oder denke an einen Menschen, der sich für Bewegung im Freien interessiert, aber gleichzeitig Angst davor hat, dass andere über ihn lachen könnten, weil er oder sie nicht sehr sportlich ist. In diesem Fall könnte die Verhaltensaktivierung mit kurzen Spaziergängen beginnen.

Die Verhaltensaktivierung ermöglicht nachhaltige und langfristige Veränderungen

Wenn die Personen aus den oben genannten Beispielen das neu angestrebte Verhalten direkt und ohne Zwischenschritte und Verhaltensaktivierung direkt umsetzen würden (eine Stunde ins Fitnessstudio gehen, überhaupt keine hoch verarbeiteten Lebensmittel mehr essen und jeden Tag kochen, täglich laufen gehen usw.), werden die meisten höchstwahrscheinlich gleich nach dem ersten Tag wieder aufgeben. Dies zeigt ohne Zweifel, wie wichtig es ist, Verhaltensänderungen schrittweise und allmählich umzusetzen.

Kurz gesagt, die Verhaltensaktivierung hilft dir nicht nur dabei, bestimmte Aktivitäten auszuführen, die du vorher nicht unternommen hast. Gleichzeitig etabliert sie auch die langfristig gewünschten Verhaltensweisen.

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