Was ist Psychoernährung?

28 November, 2020
Psychoernährung ist momentan ein sehr aktuelles Thema. In den sozialen Medien finden sich unzählige Informationen über Ernährung und gesunde Gewohnheiten. Aber worum genau geht es eigentlich dabei und warum ist das so wichtig?

Was ist Psychoernährung? Es ist eine Wissenschaft, die die Beziehung zwischen der Psyche und der Ernährung untersucht. Diese Arbeit erfolgt als Zusammenarbeit von Ernährungsexperten und Psychologen. Aber die Psychoernährung untersucht nicht nur die Beziehung, die du zu deiner Ernährung hast, sondern auch die emotionalen Muster, die tief in deine Ernährungsgewohnheiten eingebettet sind.

Die Psychoernährung untersucht verschiedene Verhaltensweisen, wie beispielsweise das Stressessen. Das Ziel ist es, Menschen dabei zu helfen, langfristige Veränderungen ihrer Ernährungsgewohnheiten vorzunehmen, um dadurch ihre allgemeine Lebensqualität zu verbessern.

Psychoernährung - Gehirn aus Gemüse

Die Elemente der Psychoernährung

Allerdings umfasst die Psychoernährung mehr Gebiete als nur Ernährung und Psychologie. Durch den Einbezug weiterer Spezialisten lassen sich die von dir erzielten Ergebnisse noch zusätzlich verbessern und somit die gesamte Behandlung erfolgreicher machen. Zu diesen weiteren Spezialisten, die möglicherweise ebenfalls einen hilfreichen Beitrag leisten könnten, gehören beispielsweise Personal Trainer, Psychiater, Sprachtherapeuten und Erzieher.

Die Merkmale einer auf Psychoernährung basierenden Intervention sind folgende:

  • Sie konzentriert sich auf Ernährungsgewohnheiten und gesunde Gewohnheiten im Allgemeinen. Mit anderen Worten: Es werden nicht nur die Lebensmittel betrachtet, mit denen du dich ernährst. Darüber hinaus werden auch emotionale, soziale und berufliche Faktoren einbezogen.
  • Du arbeitest an psychologischen Variablen, die mit ungesunden Gewohnheiten in Zusammenhang stehen. Außerdem an der Entwicklung neuer Fähigkeiten, die dir dabei helfen sollen, neue gesunde Gewohnheiten beizubehalten.
  • Ein positives Selbstbild und Selbstakzeptanz sind ebenfalls zwei sehr wichtige Faktoren, damit Psychoernährung erfolgreich sein kann. Denn wenn du gegen dein eigenes Körperbild ankämpfst, führt das zu Frustration.
  • Darüber hinaus wird auch der Kontext berücksichtigt, in dem du isst, sowie weitere Variablen, die eine gesunde Ernährung entweder erleichtern oder negativ beeinflussen.
  • Außerdem bekommst du Unterstützung bei der Entscheidungsfindung und Identifikation gesunder Lebensmittel im Vergleich zu hochverarbeiteten Lebensmitteln. Eine auf Psychoernährung basierende Intervention beinhaltet normalerweise auch eine Betrachtung tief verwurzelter sozialer Konstrukte wie das Konzept der Abnehmdiäten und Ernährungsmythen, die die Entscheidungen von Menschen beeinflussen.

Was Psychoernährung nicht ist

Bei der Psychoernährung arbeiten viele verschiedene Spezialisten eng zusammen. Es ist wichtig, diesen Punkt zu verdeutlichen, denn es gibt keine “Psychoernährungsexperten”. Wenn du dir in diesem Bereich Hilfe und Unterstützung holen möchtest, dann wirst du zumindest mit einem Psychologen und einem Ernährungsberater zusammenarbeiten.

Aber bei der Psychoernährung geht es nicht nur darum, zu untersuchen, welche Lebensmittel du in Abhängigkeit von deiner jeweiligen Stimmungslage zu dir nimmst. Wenn du aber im Laufe der Evaluation feststellst, dass du ungesunde Bewältigungsstrategien hast, die auf lange Sicht schädlich sein können, werden die Experten einen Plan für dich erarbeiten, wie du damit umgehen kannst.

Daher besteht eine der Herausforderungen bei der Psychoernährung darin, den Patienten verschiedene Werkzeuge und Bewältigungsstrategien für den Umgang mit ihren Problemen zur Verfügung zu stellen.

Allerdings werden sich die Ergebnisse einer auf Psychoernährung basierenden Intervention nicht über Nacht einstellen. Denn dieses Feld befasst sich mit tief verwurzelten Gewohnheiten. Und um diese umzulenken, zu verändern oder zu eliminieren, braucht es einfach eine gewisse Zeit. Aber die erzielten Resultate gehen auch weit über den bloßen Gewichtsverlust hinaus. Denn das ultimative Ziel besteht darin, deine Beziehung zu Lebensmitteln positiv zu verändern.

Psychoernährung - Person beim Therapeuten

Die Aufgaben eines Psychologen in diesem Kontext

Wie wir bereits angesprochen haben, geht die Arbeit von Psychologen in diesem spezifischen Kontext über die reine Behandlung von Essstörungen hinaus. Denn es können auch andere Störungen eine Rolle spielen. Beispielsweise Angststörungen, die aufgrund verschiedener Schwierigkeiten wie Probleme mit dem Körperbild entstehen können.

Die Bewertung dessen, dass ein Patient restriktive Diäten befolgt, um damit etwas anderes zu kompensieren, ist nur ein Teil der Arbeit des Psychologen. Nachfolgend findest du weitere mögliche Rollen und Aufgaben, die sie übernehmen können:

  • Bewertung von Ernährungsgewohnheiten sowie des Konsums bestimmter Lebensmittel in spezifischen Kontexten.
  • Aufklärung und Sensibilisierung des Patienten, damit dieser sich häufiger für gesunde Nahrungsmittel entscheidet.
  • Arbeit am Körperbild und Bewältigungsstrategien.
  • Reduzierung der Erwartungshaltung der Patienten und Unterstützung der Betroffenen bei der realistischen Einschätzung der Zeitdauer, die für das Erzielen von Resultaten erforderlich ist.
  • Unterstützung der Patienten bei der Arbeit an Akzeptanz und Veränderung mit einem besonderen Fokus auf den Verzehr von abgelehnten Lebensmitteln.
  • Emotionale Bildung und Bewältigungsstrategien.
  • Entwicklung eines Bewusstseins für die körperlichen Empfindungen in Bezug auf Hunger und Sättigung.

In einer Psychoernährungs-Beratung sind Emotionen ganz besonders wichtig. Darüber hinaus sind auch die Fähigkeiten des Patienten, bestimmte gesunde Gewohnheiten anzunehmen, ebenfalls sehr wichtig.

Außerdem ist es unbedingt erforderlich, bestimmte Mythen über Lebensmittel zu entlarven, die tief in unserer Gesellschaft verwurzelt sind. Der andere Schwerpunkt liegt darauf, dem Patienten zu helfen, sich auf seine Veränderungen einzulassen.