Unser Glück können wir weder sehen noch anfassen, wir fühlen es

25, November 2016 en Psychologie 464 Geteilt

Unser Glück, die schönsten Dinge im Leben, können wir weder sehen noch anfassen, wir fühlen es. Eine Berührung, eine Umarmung, die Magie eines Blicks oder ein „Wie geht es dir heute?“  sind das eigentliche Geheimnis des Glücks, was nichts weiter als die Summe all dieser für unsere Augen unsichtbaren Dinge ist, die zusammen genommen Balsam für unsere Seele sind.

Experten auf dem Gebiet der Emotionen und Verhaltenspsychologie sagen uns, dass wir Menschen immer mehr diese natürliche Fähigkeit verlieren würden, das Glück in den einfachen und elementarsten Dingen zu sehen. Das menschliche Wesen ist tatsächlich das einzige Lebewesen, das dazu in der Lage ist, sein eigenes Leid, zum Beispiel durch pessimistische oder toxische Gedanken, noch zu verstärken.

„Alles ist durch unsichtbare Fäden miteinander verbunden: Wir können eine Blume nicht einfach abreißen, ohne dabei einen Stern in Mitleidenschaft zu ziehen.“

Galileo Galilei

Das wahre Glück ist daher unsichtbar, kann nicht berührt oder gesehen, aber gefühlt werden, denn es besteht aus Energie, die unseren eigenen positiven Verbindungen mit all jenem entspringt, was für uns von Bedeutung ist. Die schönsten Sachen im Leben sind da, wo wir sind, in unserer Umgebung zu finden, jedoch können wir sie weder besitzen, noch manipulieren, sondern sie nur als das respektieren, was sie sind: etwas für uns Heiliges.

Denn die Liebe kann man nicht unterwerfen oder beherrschen. Die Liebe sollte sich entwickeln und jeden Tag umsorgt werden, sowie auch unsere ehrlichsten Freundschaften, die Liebe eines Kindes oder die Treue unserer Haustiere. Was wir geben und was wir erhalten, kann man nicht anfassen, es ist die Kraft unserer Gefühle.

Wir möchten dich dazu einladen, darüber nachzudenken.

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Die schönsten Sachen, die wir nicht sehen

Die schönsten Sachen sind stets bei uns und immer in unserer Umgebung zu finden. Jedoch können wir sie nicht sehen, weil sich unser Gehirn fast den ganzen Tag nach Routinen, automatischen Abläufen, wiederkehrenden Gedanken und Mechanismen richtet und wir zu wenig auf unsere Intuition vertrauen, bei der es geradezu so scheint, als würde sie nicht mehr in Zusammenhang mit unserer Gefühlswelt stehen.

Rick Hanson ist ein Neuropsychologe der Universität von San Francisco (Kalifornien, USA), der für Bücher, wie Die Verbindung des Glücks  oder Das Gehirn eines Buddhas  berühmt ist. In ihnen erklärt er uns etwas Wichtiges, dessen wir uns bewusst sein sollten: Unser Gehirn weiß nicht, wie es glücklich sein kann, aber es lässt sich von Freude leiten.

Während unserer Kindheit waren wir wunderbare Jäger der Freude, aber es handelt sich dabei um so essenzielle, einfache und grundlegende Aspekte, dass wir sie im Erwachsenenalter längst nicht mehr als solche wahrnehmen. Nur Kinder können sich an der Gegenwart, an dem Hier und Jetzt so sehr erfreuen, wie sie es eben tun. Es reicht ihnen schon, zu träumen, um sich zufrieden zu fühlen. Ein Spaziergang, ein Spiel, eine Entdeckung, eine Umarmung oder ein „Ich bin stolz auf dich“  sind für den kindlichen Verstand das größte Geschenk. Es sind unsichtbare Geschenke, die ihre Herzen erfüllen und durch die sie sich wertgeschätzt fühlen.

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Je älter wir werden, desto schwieriger wird unsere Suche nach der Freude: Ich werde nur glücklich, wenn ich einen perfekten Partner habe, einen guten Arbeitsplatz, oder wenn mich meine Mitmenschen wertschätzen, etc. Unser Verstand verliert seine Unschuld und dadurch entstehen Pessimismus, Unsicherheit und Frustration.

Der Neuropsychologe Rick Hanson betont die Notwendigkeit, uns mit unserem Glück „zu verbinden“. Das erreichen wir nur, wenn wir unser Gehirn umstrukturieren und uns durch seine Neuroplastizität bereichern lassen. Wir müssen Gedanken und Verhaltensweisen ändern, müssen neue Gefühle fördern, um unsere Realität zu ändern. Denn die schönsten Sachen werden uns immer begleiten, sind unsichtbar und können nicht berührt werden – wir müssen lernen, sie zu fühlen.

Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar

„Geh die Rosen anschauen. Du wirst begreifen, dass die deine einzigartig
auf der Welt ist. Du wirst wiederkommen und mir Adieu sagen…
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Öffne dein Inneres, um die unsichtbaren Dinge sehen zu können

Um uns als Spezies ein bisschen besser verstehen zu können, müssen wir in das Gebiet der Neuropsychologie eintauchen. Unser Gehirn hat sich auf Grundlage negativer Erfahrungen weiterentwickelt und das hat es getan, weil wir nur so lernen können, zu überleben, denn unsere Vorfahren mussten mit sehr schwierigen Lebensbedingungen klarkommen.

Das hilft uns zweifellos, eine wichtige Sache zu verstehen: Wir sind darauf programmiert, uns auf die negativen Aspekte unseres Lebens zu konzentrieren. Dennoch ist jetzt der Moment gekommen, einen Schritt in eine andere Richtung zu machen und weiterzudenken. Wenn wir als Spezies dazu in der Lage waren, schwere Zeiten zu überleben, ist es jetzt an der Zeit, nach vorn zu schauen und zu lernen, glücklich zu sein. Denn die nächste Stufe der Evolution hat mit nichts anderem als mit unserem Bewusstsein zu tun.

Wir sollten ein Bewusstsein entwickeln, das sich in Bezug auf Gefühle, Gegenseitigkeit, Respekt und Empathie wieder auf seine Intuition verlässt. Wir sollten lernen, uns der schönsten Sachen, die uns umgeben, bewusst zu werden, um sie zu beachten und zu fördern, um zu wachsen. Wir sollten uns selbst erlauben, glücklich zu sein, da wir bereits gelernt haben, stark zu sein.

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Welche Schritte wir gehen können, um unser Bewusstsein zu schärfen und unser Inneres zu öffnen

Wir sind Experten darin, uns ständig Sorgen zu machen, Unglücke herbeizuführen, anderen und sogar unseren eigenen Fähigkeiten zu misstrauen. Aus irgendeinem Grund konzentrieren wir uns so sehr auf diese negativen Aspekte in unserem Inneren, dass wir den Tag im Grunde genommen damit verbringen, das Gute auszublenden. Wir sind sowohl im Inneren als auch nach außen blind und sind verzweifelt auf der Suche nach dem Glück.

  • Jetzt ist der richtige Moment, das Licht in deinem Inneren anzuzünden, folgendes Dunkel zu erhellen: „Es kann sein, dass dieses passiert…“ – „Es ist möglich, dass jenes nicht klappt…“ – „Das ist nichts für mich“ – „Es macht mir Angst, dass…“
  • Nur wenn wir uns aus unserem inneren Gefängnis befreien, werden wir zu mutigen Wesen, um der Realität ohne Angst, ohne Last, und ohne Pessimismus in die Augen zu sehen.
  • Konzentriere dich auf das Hier und Jetzt und suche die Freude in alltäglichen Dingen, so wie es ein Kind macht: der Geschmack einer neuen Mahlzeit, neue Freunde, ein Spaziergang, ein Lächeln, ein Blickkontakt.
  • Erfreue dich an Kleinigkeiten, denen du begegnest. Denn wenn du sie zusammennimmst, sind sie ein ganzes Universum.

Genieße jede noch so kleine Kleinigkeit im Leben, denn darin findest du das wahre Glück – im Kleinen, Unsichtbaren und wirklich Wichtigen. Vergiss vor allem niemals, dass das Glück nichts ist, das auf einmal in dein Leben tritt, sondern es kommt zu dir durch die kleinen Dinge, die dir im Alltag widerfahren und die du für gewöhnlich gar nicht beachtest.

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