Umgang mit Angst: Die Horrorfilme, die sich in deinem Kopf abspielen

7. Januar 2019

Wir bauen unsere Ängste auf, wenn wir sie stets für unsere eigenen Hemmungen, Isolationen oder Phobien verantwortlich machen. Die Wahrheit ist, dass wir unsere Angst damit unbewusst nähren. Wenn deine Ängste dich lähmen, dann lies diesen Artikel. Wir wollen dir dabei helfen, all die Horrorfilme endlich abzuschalten, die sich ständig in deinem Kopf abspielen.

Diese Horrorfilme, die du in deinem Kopf hast, sind nichts anderes als Fantasien. Möglicherweise hast du eine traumatische Erfahrung gemacht, die so belastend für dich war, dass du jetzt immerzu mit der Angst lebst, dass dasselbe noch einmal passieren könnte. Schauen wir uns ein Beispiel an.

Stell dir vor, du wurdest ausgeraubt und mit einem Messer bedroht. Diese Erfahrung wirkt sich insofern auf dich aus, dass du jedes Mal, wenn du ausgehst, daran denken musst. Du glaubst, es würde wieder passieren, weil dieser Horrorfilm in deinem Kopf dich jenen Moment immer und immer wieder erleben lässt. Dein Geist lässt dich glauben, dass du dich bald wieder in der gleichen Situation wiederfinden könntest. Manchmal können sogar andere Szenarien, andere Charaktere, andere Fantasien hinzugefügt werden. Dies führt nur dazu, dass du ständig darüber nachdenkst und deine Angst weiter wächst.

Ein Mädchen betrachtet sich in einem zerbrochenen Spiegel.

Wie können diese Horrorfilme im Kopf dich einschränken?

Wir haben dir ein Beispiel für eine Situation gegeben, die in der Vergangenheit passiert ist. Aber was passiert, wenn du Angst vor etwas hast, das noch gar nicht geschehen ist? Dies passiert öfter, als du vielleicht denkst. Und diese Art der Angst kann dazu führen, dass du dich selbst in deinem Leben einschränkst. Sie verhindert, dass du das tust, was du eigentlich tun möchtest.

Wenn du beispielsweise dein eigenes Unternehmen gründen möchtest, aber diese Horrorfilme in deinem Kopf dir ständig aufzeigen, dass du womöglich versagen wirst, wirst du wahrscheinlich in deiner Komfortzone bleiben und nichts unternehmen. So hindert dich die Horrorvorstellung vom Scheitern schon von vornherein am Erfolg.

Aus diesem Grund schlagen wir dir eine Übung vor, damit die Horrorfilme, die sich in deinem Kopf abspielen, dich nicht davon abhalten, das zu tun, was du wirklich willst. Du musst ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand nehmen und die folgenden Fragen beantworten:

Was ist das Schlimmste, das passieren kann?

Nimm deine Ängste auf und denke an das Schlimmste, das passieren könnte. Ist es wirklich die Angst vor dem Scheitern, die dich davon abhält, ein Risiko einzugehen? Wenn Misserfolg tatsächlich das ist, was du befürchtest, analysiere mögliche Ursachen. Möglicherweise fehlt es dir lediglich an Informationen. Wenn dies der Fall ist, beginne mit deiner Recherche! Im Internet gibt es eine Menge kostenloses Material, sodass du ohne irgendwelche Kosten ganz leicht neues Wissen erwerben kannst. Keine Ausreden mehr!

Wenn wir das am Anfang erwähnte Beispiel nehmen, bei dem die permanente Angst auf einer schlechten Erfahrung beruhte, was ist das Schlimmste, das dir passieren könnte, wenn du wieder ausgehst? Dass dasselbe noch einmal passieren wird? In diesem Fall kannst du dich für einen Selbstverteidigungskurs anmelden, damit du dich sicherer fühlst und dich deiner Angst stellen kannst. Dies hilft dir, ruhig zu bleiben, weil du weißt, dass du dich selbst verteidigen kannst. Selbst wenn jemals wieder jemand versuchen sollte, dich zu verletzen.

Wie du sehen kannst, gibt es mehrere Alternativen, um deine Ängste abzubauen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es wieder passiert?

Um den Horrorfilmen ein Ende zu setzen, die sich ständig in deinem Kopf abspielen, ist es sehr wichtig, deine Angst objektiv zu analysieren. Wenn du Angst vor dem Scheitern hast, denke an die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Scheitern auch wirklich eintritt. Wenn du dich mit Menschen umgibst, die dich an die Hand nehmen und dich unterstützen können, oder wenn du einen Plan B hast, sind die Chancen für einen Misserfolg recht gering.

Angenommen, du wurdest ausgeraubt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das wieder passiert? Bis zu diesem Moment war es dir vielleicht noch nie passiert, in den vielen Jahren deines Lebens nicht. Warum sollten sich also die Chancen erhöht haben, nur weil es dir einmal passiert ist? Deine Erfahrung hat möglicherweise deine Wahrnehmung der Realität beeinflusst. Doch das kannst sie selbst jederzeit überarbeiten.

Sind die Horrorfilme in deinem Kopf nur Fantasien? Wenn es keine Möglichkeit gibt, dass sie im wirklichen Leben passieren könnten, spürst du Ängste, die nur auf deiner Vorstellungskraft beruhen.

Ein Mann verzweifelt an seiner Angst.

Hilft dir deine Angst?

Dies ist eine wichtige Frage. Du musst einmal ganz nüchtern darüber nachdenken, ob dir die Angst, die du fühlst, vielleicht auf irgendeine Weise hilft. Denke daran, dass Angst zum Überleben notwendig ist. Wenn du in Gefahr bist, kann dir Angst helfen, dieser zu entkommen. Also betrachte deine Angst genauer. Überlege, ob sie dir irgendwie nützlich ist. Als Gegenbeispiel nennen wir dir hier einige Situationen, in denen Angst sogar gefährlich für dich sein kann:

  1. Falls deine Angst dich davon abhält, ein normales Leben zu führen, und sie dich emotional beeinflusst, ist diese Angst weder nützlich für dich, noch erfüllt sie ihre eigentliche Funktion.
  2. Wenn du bemerkst, dass die Angst dich als Person nicht wachsen lässt, ist es vielleicht der richtige Zeitpunkt, dich ein für alle Mal von dieser Angst zu trennen.
  3. Wenn du glaubst, dass du es in der Zukunft bereuen wirst, nichts getan zu haben, ist diese Angst nicht nützlich für dich.

Nachdem du diese Fragen beantwortet hast, wäge nun die Vor- und Nachteile ab, die es haben mag, wenn du deine Angst überwindest und aktiv wirst.

Die Vor- und Nachteile der Überwindung deiner Angst

Stelle dir einmal vor, du würdest ein Buch schreiben wollen. Doch du schaffst es nicht, dich an die Arbeit zu machen. Deine Angst vor dem Versagen, den Demütigungen, falls du es nicht gut schreibst, hält dich davon ab, es überhaupt zu versuchen. Es vergehen mehrere Jahre, und in deinem Kopf spielen sich immer noch diese Horrorfilme ab. So lassen sich deine Träume nicht verwirklichen.

Lass uns daher einen genaueren Blick darauf werfen, was die Vor- und Nachteile der Überwindung dieser Angst sein könnten:

Vorteile des Schreibens eines Buches:

  • Du kannst endlich tun, was du schon immer tun wolltest.
  • Selbst wenn die Leute dein Buch nicht mögen, hättest du dir deinen Traum erfüllt.
  • Kritik wird dir helfen, dich zu verbessern.
  • Es wird deine persönliche Entwicklung unterstützen.
  • Du wirst in jedem Fall um eine Erfahrung reicher.
  • Es wird dir helfen, als Person zu wachsen und reifer zu werden.
  • Du wirst es nicht bereuen, egal was passiert.

Nachteile des Schreibens eines Buches:

  • Die Aufgabe, ein Buch zu schreiben, ist eine Herausforderung, der du nicht gewachsen bist und die dich überwältigt.
  • Die Angst, dass niemand das Buch lesen will, könnte sich bestätigen.
  • Vielleicht kannst du mit dem Versagen nicht umgehen. Du würdest dich schämen und erniedrigt fühlen.

Bei der Betrachtung dieser Liste stellst du möglicherweise etwas Interessantes fest: Die Liste der Vorteile ermutigt dich zum Handeln, während die Liste der Nachteile auf eine Reihe von Umständen verweist, die dich lähmen könnten. Beide zeigen dir eine Zukunft auf, die in der Vergangenheit allerdings noch nie vorgekommen ist. Was ist nun besser: ein Risiko vorherzusagen oder es einzugehen?

Wenn es dir immer noch nicht klar ist, beachte, dass die Liste der Vorteilen so viel länger ist als die Stichpunkte zu den Nachteilen. Offensichtlich überwiegen die Vorteile die Nachteile, da sie mehr Wert und Wichtigkeit haben. Wenn wir das tun, was wir wollen, fühlen wir uns glücklich. Deshalb sollten wir damit aufhören, Herausforderungen schon von vornherein abzulehnen!

Sonnenstrahlen fallen durch die Bäume in einer Allee.

Dein Leben lang haben sich wahrscheinlich eine ganze Reihe Horrorfilme in deinem Kopf abgespielt. Interessant daran ist, dass du bei einigen von ihnen wahrscheinlich gedacht hattest, dass es viel schlimmer sein würde, wenn sie Realität werden, als es dann tatsächlich war. Zum Beispiel hast du wahrscheinlich erkannt, dass das Reden in der Öffentlichkeit doch nicht so dramatisch ist, wie du zuvor dachtest. Das kann bei so vielen anderen Ängsten und Situationen genauso passieren. Es ist sicherlich nicht leicht, die Horrorfilme im eigenen Kopf abzuschalten. Nach und nach wirst du jedoch feststellen, dass diese Filme nichts weiter tun, als dich und dein Leben einzuschränken.

„Viele der menschlichen Misserfolge finden sich bei denjenigen, die nicht wussten, wie nah sie bereits am Erfolg waren, als sie aufgaben.“

Thomas A. Edison