Überwinde deine Schüchternheit: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schüchternheit kann dich davon abhalten, deine Ziele zu erreichen und das Leben im Moment zu genießen. Daher ist deine Schüchternheit ein Hindernis, das du überwinden solltest. Dann kannst du zeigen, wer du wirklich bist!
Überwinde deine Schüchternheit: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Gema Sánchez Cuevas

Geprüft und freigegeben von der Psychologe Gema Sánchez Cuevas.

Geschrieben von Edith Sánchez

Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2023

Wenn du versuchst, deine Schüchternheit zu überwinden, dann wirst du dies als echte Herausforderung erleben. Obwohl Schüchternheit weder eine Krankheit noch eine Störung ist, ist sie dennoch ein Zustand, der dich auf emotionaler Ebene beschämt und in deinem Verhalten hemmt.

Ein schüchterner Mensch scheut andere Menschen nicht. In den meisten Fällen genießen diese Menschen die Gesellschaft anderer. Darüber hinaus haben schüchterne Menschen auch keine Angst vor ihren Mitmenschen. Letztendlich haben sie lediglich Angst davor, im Mittelpunkt und im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen.

Damit du deine Schüchternheit überwinden kannst, ist es wichtig, dass du zunächst verstehst, was Schüchternheit eigentlich ist. Es geht nicht darum, dass du introvertiert bist. Nicht jeder introvertierte Mensch ist auch schüchtern.

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Was ist Schüchternheit?

Schüchternheit hat drei verschiedene Aspekte. Zuerst einmal gibt es den organischen Aspekt. Demzufolge könnte sie genetisch bedingt sein. Außerdem könnte sie durch Anomalien in unseren inneren Sekretdrüsen, insbesondere in der Hypophyse und den Nebennieren, verursacht werden.

Darüber hinaus gibt es einen Verhaltensaspekt, der besagt, dass deine Schüchternheit ein erlerntes Verhalten ist, das üblicherweise aus der Kindheit stammt. Manchmal besteht ein Zusammenhang mit der Erziehung des Kindes. Auch wenn sich ein Kind von Gleichaltrigen oder Erwachsenen in seinem Umfeld nicht angenommen fühlt, kann es dadurch schüchtern werden. Darüber hinaus kann sich Schüchternheit auch als Folge von Missbrauch entwickeln.

Der dritte Aspekt ist die psychoanalytische Sichtweise, die besagt, dass Schüchternheit die Manifestation eines inneren Konfliktes ist. Dabei geht die Psychoanalyse davon aus, dass einer oder mehrere unserer Instinkte unbewusst unterdrückt wurden.

Wenn schüchterne Menschen sich extrem exponiert fühlen, dann glauben sie, sie hätten einen Fehler gemacht und könnten sich nicht selber verteidigen. Außerdem können sie das Gefühl bekommen, dass ihr Ruf dadurch dauerhaft beschädigt sei.

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Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um deine Schüchternheit zu überwinden

Mindestens 50 % der Bevölkerung bezeichnet sich selber als schüchtern. Schüchternheit ist ein weit verbreitetes Phänomen, das dann zu einem Problem wird, wenn du dich unwohl fühlst oder darunter leidest.

Nachfolgend findest du nun einige Schritte, die dir dabei helfen werden, deine Schüchternheit zu überwinden:

  • Identifiziere deine Schüchternheit. Es gibt eine generelle Schüchternheit, die immer präsent ist. Darüber hinaus gibt es eine situationsbedingte Schüchternheit, die nur dann auftritt, wenn du auf bestimmte Menschen triffst oder dich in bestimmten Situationen befindest. Daher ist es wichtig, dass du zunächst herausfindest, welche Art bei dir vorliegt.
  • Erkenne, welche Ursachen deine Schüchternheit hat. Versuche, dich an die Situationen zu erinnern, in denen du dich am meisten geschämt hast. Welche Gemeinsamkeiten kannst du in diesen Situationen entdecken? Welches waren die Hauptauslöser dafür, dass du dich geschämt hast oder verlegen warst? Wer hat dich verunsichert?

Eine praktische Anleitung, um deine Schüchternheit zu überwinden

Wenn du das Gefühl hast, dass dich deine Schüchternheit daran hindert, dein Leben zu genießen, dann könnte es hilfreich sein, einen Therapeuten aufzusuchen. Heutzutage gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, Schüchternheit zu überwinden.

Wenn sie dich allerdings nicht so stark beeinträchtigt, dann könntest du versuchen, mit den folgenden Strategien eigene Fortschritte zu machen:

  • Akzeptiere deine Schüchternheit. Zunächst einmal solltest du erkennen, dass sie nur ein Persönlichkeitsmerkmal ist, das manche Menschen sogar sehr attraktiv finden.
  • Definiere 10 auslösende Situationen. Dazu erstellst du dir eine Liste mit 10 sozialen Situationen, vor denen du am meisten Angst hast. Dabei ist es nicht wichtig, ob sie sich für dich trivial oder dumm anhören. Versuche, sie möglichst konkret und präzise zu beschreiben. Eine Situation könnte beispielsweise sein, dass du einen Witz erzählst und niemand darüber lacht.
  • Ordne deine Informationen. Dabei solltest du die Situationen nach ihrer Komplexität ordnen. Beginne mit der einfachsten Situation. Während dich eine einfach Situation nicht sehr ängstigt, kann eine komplexere Situation dich regelrecht lähmen.
deine Schüchternheit - 3 Menschen auf einer Couch

Nachdem du diese Schritte ausgeführt hast, kannst du Folgendes ausprobieren:

  • Bewältige diese Situationen. Nachdem du diese stressigen Situationen definiert hast, solltest du sie eine nach der anderen bearbeiten. Dazu solltest du versuchen, dich in derartige Situationen zu begeben, um dich dadurch deinen Ängsten zu stellen.
  • Erkenne deine Verlegenheit. Sobald du dich beschämt oder verlegen fühlst, halte für eine Minute inne. Beobachte genau, was du denkst und fühlst. Verbleibe so lange in dieser Situation, bis du deine Gefühle wirklich verstanden hast.
  • Muntere dich selber auf. Achte auf eine aufrechte Körperhaltung und sei stolz auf jeden Fortschritt, den du machst. Außerdem solltest du dich nicht mit anderen vergleichen. Viel hilfreicher ist es, wenn du deine eigenen Stärken betonst.

Schüchternheit an sich ist kein Problem. Allerdings wird sie zu einem Problem, wenn sich daraus unangenehme Gefühle entwickeln, die dich von dem abhalten, was du im Leben erreichen willst


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  • Martin, M. A. (2012). Como superar la timidez y el miedo a hablar en público. Barcelona: AMAT.

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