Tagträumen kann dich klüger machen

Tagträumen kann dir helfen, Freiheit zu erleben. Einige Studien zeigen, dass diese Übung deine Stimmung und intellektuellen Fähigkeiten verbessert und möglicherweise sogar deine Realität beeinflussen kann.
Tagträumen kann dich klüger machen

Letzte Aktualisierung: 22. Februar 2021

Wenn man die Augen schließt und träumt, kann man überall hinreisen. Beim Tagträumen kannst du alles erreichen und dich jeder Angst stellen. Aber haben diese Reisen einem bestimmten Zweck? Die Forschung zeigt, dass Tagträumen nicht nur ein angenehmer Zeitvertreib ist, sondern dich auch schlauer machen kann.

In bestimmten Kulturen und Umgebungen ist Fantasie praktisch verboten. Tagträumen wird als Zeitverschwendung angesehen. Sozusagen eine nutzlose Art, Energie zu verbrauchen. Heute wissen wir, dass das nicht wahr ist.

Viele Menschen glauben, dass Tagträumen passiv ist. Es ist keine Aktivität. Im Gegenteil, es hemme echtes Handeln. Aber auch das ist ein Irrtum. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Phantasie ein wichtiger Anreiz für Handlungen sein kann. Interessiert? Dann schauen wir uns das genauer an!

Frau beim Tagträumen

Der Einfluss von Tagträumen auf das Gedächtnis

Der Psychologe Alan Pavio sagt, dass das Schließen der Augen und das Verbildlichen von Ideen einen positiven Effekt auf die intellektuellen Fähigkeiten hat. Der kanadische Experte, der in den 70er Jahren für seine Studien zur Vorstellungskraft berühmt wurde, fand heraus, dass es Menschen leichter fällt, die Augen zu schließen und sich konkrete Dinge vorzustellen, wie zum Beispiel eine Blume oder die Sonne.

Auf der anderen Seite ist es sehr schwierig, sich abstrakte Dinge vorzustellen und zu merken, wie z.B. Befindlichkeiten wie gut, schlecht, glücklich und ausgeglichen, um nur einige zu nennen. Aufgrund dieser Beobachtungen schloss er, dass konkrete Vorstellungen von Ideen als Bilder helfen die Merkfähigkeit zu verbessern. Mit anderen Worten: Wenn wir unsere Ideen in geistige Bilder umwandeln, können wir sie uns besser merken.

Die Arbeit der Neurowissenschaftlerin Eleanor Maguire unterstützt diese Theorie. Maguire, Professorin an der University of London, untersuchte die berühmten “Gedächtnissportler“. Das sind Menschen, die Wettbewerbe gewinnen. Gedächtnissportler sind in der Lage, sich eine außergewöhnliche Menge an Informationen zu merken. Sie fand heraus, dass fast alle von ihnen die Technik der mentalen Visualisierung nutzen.

Die Kraft der Vorstellungskraft

Steve Kosslyn von der Harvard University ist ein weiterer Experte, der sich mit der Besonderheit der Vorstellungskraft bzw. der Erzeugung geistiger Bilder der Realität beschäftigt. In seinen Studien kam er zu dem Schluss, dass bei der Vorstellung eines Objekts zwei Drittel der Hirnareale aktiviert werden. Demzufolge werden diese Areale auch aktiviert, wenn man das Objekt im realen Leben sieht.

Des Weiteren zeigte er auch, dass die Vorstellung von negativen Ereignissen Menschen emotional beeinflusst. Wenn man zum Beispiel die Augen schließt und von einer Katastrophe träumt, löst das Angst und Unruhe aus. Das gilt selbst dann, wenn man sich völlig bewusst ist, dass das, was man sich vorstellt, nicht real ist.

Das Gute daran ist, dass das Gleiche auch für positive Ereignisse gilt. Beispielweise passiert das, wenn du die Augen schließt und von zufriedenstellenden Dingen träumst. Dann verbessert sich deine Stimmung und dein Wohlbefinden. Es hilft Stress abzubauen und fördert Entspannung. Außerdem trägt es zur Produktivität bei.

Je phantasievoller du bist, desto klüger bist du

Ebenfalls belegt ist, dass es möglich ist, die Vorstellungskraft zu trainieren. Dadurch verbesserst du dein Gedächtnis und steigerst deine Merkfähigkeit. Experten glauben, dass dies eine Möglichkeit ist, schlauer zu werden. Zudem wird deine Stimmung verbessert und sogar dein Gesundheitszustand.

Die von Neurowissenschaftler Vinroth Ranganathan im Jahr 2004 durchgeführte Studie zeigt, dass die Vorstellung davon deine Muskeln anzuspannen, tatsächlich eine physische Auswirkung hat. Im Wesentlichen belegt die Studie, dass Teilnehmer, die diese geistigen Übungen einige Wochen lang durchgeführt haben, aufgrund des mentalen “Trainings” mehr Kraft in den Muskeln entwickelten.

Außerdem zeigte er, dass die Muskeln mehrere Monate nach dem Aussetzen des Trainings ihre Kraft behalten haben. Dies deutet darauf hin, dass man, wenn man sich eine Aufgabe wiederholt und über einen längeren Zeitraum hinweg vorstellt, man physiologische Veränderungen im Körper hervorrufen kann.

Mann meditiert

Die Vorstellungsgymnastik – Tagträumen

Tagträumen und der Phantasie freien Lauf zu lassen, kann eine hervorragende Aktivität sein. Dies trifft sowohl auf deine Gesundheit als auch auf dein Wohlbefinden zu. Vielleicht tust du es auch schon, aber du merkst es vielleicht nicht. Die meisten von uns stellen sich die ganze Zeit Situationen vor und verbildlichen sie.

Das Geheimnis besteht darin, es auf eine bewusstere Art und Weise zu tun. Anders gesagt bedeutet das zu versuchen, positive Visualisierung zu praktizieren. Übe bewusst! So kannst du das Tagträumen zu deinem Vorteil nutzen. Mit anderen Worten gesagt, nutze das Leistungsvermögen deiner Vorstellungskraft. Dadurch kannst du ein besserer Mensch werden.

Wie jede Fähigkeit erfordert auch diese Übung Training. Wie Ranganathan sagte, geht es darum, ein konkretes geistiges Bild zu formen und wiederholt darüber zu träumen. Dies können Bilder von persönlichem Wohlbefinden, sowie positiver Veränderung, als auch Entwicklung von Fähigkeiten und vielem mehr sein. Studien zeigen, dass die Konzentration auf diese Ideen dabei helfen kann, sie in die Realität umzusetzen. Worauf wartest du noch? Setze einige dieser Techniken noch heute in die Praxis um!

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  • Ferraris, M. (2019). La imaginación (Vol. 95). Antonio Machado Libros.