Stressbedingte Hautausschläge und Flecken: Wenn deine Haut auf deine Emotionen reagiert

16 November, 2020
Hattest du schon einmal rote Flecken im Gesicht, am Hals, auf der Brust oder am Bauch? Stress und deine Haut hängen zusammen. Daher treten diese unangenehmen Manifestationen auch sehr häufig auf. Möchtest du wissen, warum dies passiert? In unserem heutigen Artikel erzählen wir dir mehr über stressbedingte Hautausschläge.

Kannst du aufgrund von Stress Hautausschläge, Flecken, Hautunreinheiten oder Nesselsucht bekommen? Viele extreme psychische Zustände können sich organisch und auch physisch manifestieren. Darüber hinaus ist dieser Zusammenhang in der Dermatologie sehr häufig. Tatsächlich ist dies sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern ein zunehmendes Phänomen. In unserem heutigen Artikel erfährst du alles über stressbedingte Hautausschläge.

Der komplexe Zusammenhang zwischen Haut und Stress wird bereits seit mehreren Jahrzehnten untersucht. Diese “Gehirn-Haut”-Verbindung hat zu einer Zusammenarbeit von Endokrinologen, Neurobiologen und Dermatologen geführt, um ein besseres Verständnis für dieses Phänomen zu erlangen.

Darüber hinaus können diese Manifestationen sehr unangenehm und sogar beeinträchtigend sein. Manchmal kann eine intensive Entzündung und Rötungen im Gesicht auch das soziale Leben des Betroffenen erheblich einschränken.

Außerdem werden diese Hautausschläge und Hautflecken normalerweise von starkem Juckreiz und Schmerzen begleitet, die das alltägliche Leben eines Menschen zusätzlich beeinträchtigen.

Hautausschläge - gestresster Mann

Stressbedingte Hautausschläge: Was ist das, woher kommen sie und wie kannst du sie behandeln?

Viele Menschen, die unter Stress leiden, bekommen irgendwann eine Hauterkrankung. Am häufigsten sind zweifelsohne typische Akne-Ausbrüche. Allerdings muss hierbei ein Aspekt klargestellt werden: Diese Manifestationen können auch typische Erscheinungen während der Pubertät sein. Daher können sie nur dann als stressbedingte Hautausschläge bezeichnet werden, wenn dieser psychische Zustand über einen längeren Zeitraum intensiv erlebt wird.

Darüber hinaus darfst du auch nicht vergessen, dass die Haut das größte Organ des Körpers ist. Außerdem ist sie sehr empfindsam für deine Stimmungen. Rosacea, Dermatitis, Psoriasis oder Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) sind ziemlich häufig auftretende Hautveränderungen und Gegenstand der meisten dermatologischen Konsultationen.

Woher weißt du, dass Hautausschläge und Flecken auf Stress zurückzuführen sind?

Diese stressbedingten Hautausschläge oder Flecken können von einem Tag auf den nächsten auftreten. Da sie plötzlich ausbrechen, denken viele Menschen zunächst, dass die Ursache dafür eine allergische Reaktion sein könnte. Dennoch ist es sehr einfach, sie von durch die Sonne verursachten Flecken zu unterscheiden, da diese einen brauneren Farbton haben und sich allmählich im Laufe der Zeit ausbilden.

Diese stressbedingten Hautausschläge oder Flecken sehen normalerweise folgendermaßen aus:

  • Sie haben eine rötliche Farbe.
  • Sie sind unregelmäßig und treten gebündelt auf.
  • Obwohl sie normalerweise am Hals, der Brust und dem Bauch erscheinen, können sie sich auch auf den Armen und Beinen bilden.
  • Darüber hinaus wirst du sie leicht bemerken, da sie jucken, stechen und dir Unannehmlichkeiten oder Schmerzen bereiten, wenn deine Kleidung daran reibt.

Warum entstehen sie?

Stresszustände, die für lange Zeit anhalten, fordern auf lange Sicht ihren Tribut. Obwohl sie das auf sehr vielfältige Weise tun, gehören plötzlich auftretende Flecken und Hautausschläge zu den ziemlich häufig auftretenden Phänomenen. Nachfolgend wollen wir uns eingehender mit ihren Ursachen befassen:

Psychischer Stress erzeugt eine entzündliche Hautreaktion, welche zum Auftreten von Flecken, Hautausschlägen und Nesselsucht führt. Darüber hinaus kann dies sogar die Wundheilung beeinträchtigen. Das sind die Ergebnisse einer Studie, die Dr. Robert Maioff und Dr. Yingh Shen an der Freien Universität Berlin durchgeführt haben.

  • Darüber hinaus ist bekannt, dass diese Stresszustände den Adrenalinspiegel im Blut erhöhen, was wiederum zu einem Anstieg des Cortisolspiegels führt.
  • Dieses Hormon stört das Gleichgewicht der Haut und verursacht das Auftreten von Seborrhoe und Bakterien.
  • Aufgrund dessen kommt es zu hormonellen Veränderungen, einer Ansammlung von Toxinen und dies führt zur Entstehung entzündlicher Prozesse. Die Haut ist das größte Organ des Körpers und gleichzeitig auch das Organ, welches auf hormonelle Veränderungen am empfindlichsten reagiert.
  • Obwohl beispielsweise Vitiligo eine Autoimmunerkrankung ist, ist bekannt, dass sie durch Stress intensiviert werden kann. Bei dieser Erkrankung greift das Immunsystem selber die Hautzellen an, die Melanin produzieren. Dann entstehen die klassischen weißen Flecken.
  • Rosacea ist eine weitere Hauterkrankung, die ebenfalls durch Stress und als Reaktion auf die Entzündungen, die aufgrund erhöhter Cortisolwerte auftreten, entstehen kann.
Hautausschläge - glückliche Frau

Behandlung von Stressflecken

Stressflecken können jederzeit auftreten. Jedes Mal wenn du über einen längeren Zeitraum intensiven Stress erlebst, läufst du Gefahr, dass du irgendeine Hautveränderung erleidest. Aber was kannst du in diesen Situationen tun?

  • Zuerst einmal solltest du deinen Arzt aufsuchen, um andere Pathologien auszuschließen.
  • Normalerweise werden in diesen Fällen und zur Linderung der Entzündung und des Juckreizes Antihistaminika verschrieben.
  • Wenn es dir allerdings nicht gelingt, deinen Stress abzubauen, wird auch die damit verbundene Nervosität weiterhin anhalten. Offensichtlich führt dies dann dazu, dass auch der Juckreiz und die Beschwerden anhalten und möglicherweise weitere Stressflecken auftreten.
  • Daher ist es sehr wichtig, dass du diesen Kreislauf durchbrichst. Zu diesem Zweck kann eine kognitive Verhaltenstherapie sehr hilfreich sein. Denn bei dieser Therapie kannst du an den dysfunktionalen Gedanken und Ideen arbeiten, die deine Beschwerden zusätzlich verstärken.
  • Außerdem solltest du dir unbedingt bestimmte Routinen angewöhnen, um dir ausreichend Zeit zum Ausspannen, für Freizeitaktivitäten und physische und mentale Pausen zu schaffen.
  • Darüber hinaus ist auch eine moderate körperliche Aktivität in jedem Fall sehr hilfreich.
  • Überdies solltest du auch auf eine gesunde Ernährung achten. Reduziere deinen Konsum von gesättigten Fetten, Fertiggerichten, raffiniertem Mehl, Alkohol und anregenden Getränken wie Kaffee.

Wie du siehst, darfst du die Auswirkungen, die deine Emotionen, Sorgen und psychischen Zustände auf deine Hautgesundheit haben, nicht vernachlässigen. Wenn dein Körper zu dir spricht, liegt es in deiner Verantwortung, diese Botschaft zu verstehen. Und dann musst du versuchen, eine Lösung dafür zu finden.

  • Chen Y., Maidof R., Lyga J. (2017) Brain-Skin Connection: Impact of Psychological Stress on Skin. In: Farage M., Miller K., Maibach H. (eds) Textbook of Aging Skin. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-47398-6_153