Strategien, um bei Kindern die Liebe zum Lesen zu fördern

· 15. Dezember 2016

Kindern den Wert des Lesens zu vermitteln ist ein Geschenk. Das Lesen ist eine Hommage an ihr Leben und seine Kultur. Es ist eine Herausforderung für die Fantasie, eine Welt voller Möglichkeiten, in der sie emotionale und intellektuelle Bereiche ihres Seins entwickeln können. Sich während der Kindheit zu einem eifrigen Leser zu entwickeln, wird Kindern helfen, ihre sprachlichen und intellektuellen Fähigkeiten zu erhöhen.

Sie können lachen, träumen, mit der Realität spielen, ihre Neugierde befriedigen und vieles mehr mit den Menschen um sie herum teilen. Ein Buch ist der Schlüssel zu einer anderen Welt, durch welche sie neue Länder und Persönlichkeiten entdecken, durch Raum und Zeit reisen können. Und ohne Zweifel werden sie jedes Mal mehr und mehr Lesestoff haben wollen.

Wenn sie einen Roman von Lewis Caroll schließen, werden sie vielleicht mit Jules Verne auf Entdeckungsreise gehen wollen. Und nach Verne könnten sie möglicherweise über ein Werk von Robert Louis Stevenson stolpern. Und wer weiß, ob sie anschließend nicht das Universum von Conan Doyle entdecken. Die Klassiker sind immer gute Grundpfeiler, um zu beginnen.

Aber wir wissen auch, dass das nicht immer einfach ist. Kinder werden heutzutage bestimmt von Bequemlichkeit, Komfort und Geschwindigkeit. Neue Technologien ermöglichen ihnen Zugang zu einer umfassenden virtuellen Welt, in der alles, absolut alles, einfacher zu erreichen scheint. Sie bringen weniger Mühe und Leistung auf, um zu entdecken. Es bleibt kein Platz für Fantasie, weil alles bereits eindeutig definiert ist.

Wo bleibt da Mysterium, Scharfsinn und Entdeckungsdrang? Die Tasten des Smartphones oder der Xbox führen sie in eine unglaubliche Welt, kreiert von gewinnorientierten Videospiel-Unternehmen. Elektronik, die langsam aber sicher das Universum der Bücher überholt und überschattet hat, ist allgegenwärtig.

Als Väter, Mütter, Großeltern und Erzieher sollten wir das nicht zulassen. Wir müssen unsere Kinder dazu ermutigen, Zeit für das Lesen aufzubringen. Aber wie können wir sie für Bücher begeistern?

Schlaues-Kind-mit-Buechern

Strategien, um Kindern eine Leidenschaft für das Lesen zu vermitteln

1. Mit gutem Beispiel vorangehen

Du kannst niemanden von irgendetwas überzeugen, wenn du ihm kein Vorbild sein kannst. Es macht keinen Sinn, ein Kind zum Lesen ermutigen zu wollen, wenn das Kind dich stundenlang vor dem Computer oder Fernseher sitzen sieht.  Wenn sie von klein auf Erwachsene mit einem Buch in der Hand sehen, ist es wahrscheinlicher, dass sie dafür Interesse zeigen, dass sie danach fragen werden, dass sie dich nachahmen werden.

2. Frühe Exposition

Glaube es oder nicht, aber Kinder verstehen viel mehr, als du denkst. Bevor sie überhaupt anfangen zu sprechen, verstehen sie bereits unzählige Wörter. Bevor sie beginnen, zu lesen, können sie auf viele andere Arten von Wissen erwerben: poetische Sprache, Spiel mit Worten und Reimen, mündlich vermittelten Geschichten zuhören. Das Wesentliche ist, dass sie stimuliert werden.

Sich mit ihnen gemeinsam mit einem Geschichtenbuch hinzusetzen und ihnen daraus vorzulesen, ist ein klarer Anreiz für sie. Deiner Stimme zuzuhören, deiner Intonation, der Handlung der Geschichte zu folgen – das sind alles kleine Schritte, die ihr kleines Gehirn bereits vollzieht, bevor es reif genug ist, um den Prozess des Lesens und Schreibens zu beginnen.

All das geschieht vor dem dritten Lebensjahr, wenn Kinder mehr an den Klängen als an dem Inhalt der Geschichte selbst interessiert sind. Aber es ist dennoch sehr hilfreich für sie, all diese linguistischen Einflüsse zu verinnerlichen. Lesen, bevor sie überhaupt gehen können, ist unglaublich vorteilhaft.

3. Organisation

Du musst einen Zeitplan festlegen. Kinder brauchen gewisse Richtlinien und Regeln. Sie müssen wissen, wann sie bestimmte Dinge erfüllen müssen: Aufgaben, Snacks, Abendessen, Duschzeit, eine Geschichte lesen vor dem Schlafengehen, Videospiele nur am Wochenende. Das sind nur ein paar Beispiele. Was wir versuchen, zu sagen, ist, Richtlinien sind für Kinder essenziell, damit sie lernen, ihre Zeit einzuteilen.

Des Weiteren gibt es ihnen Sicherheit, wenn sie wissen, was wir von ihnen erwarten. Und vergiss nicht, Beständigkeit ist wichtig. Wenn sie sich entspannen, sollte immer Zeit vorhanden sein, um ein weiteres Kapitel eines Buches zu lesen.

4. Biete ihnen Freiheit in der Wahl der Lektüren an

Dränge sie nicht, bestimmte Bücher zu lesen. Richte dich nach ihren Vorlieben und biete Vorschläge an. Sorge dich nicht, wenn sie sich zum Beispiel in die Welt der Comics wagen. Comics sind ein gutes Sprungbrett und ein buntes Universum, von welchem sie in andere Welten aufbrechen können:  Fantasie, Abenteuer, Science-Fiction und vieles mehr.

Diene als Orientierung, aber zwinge ihnen nicht deinen Geschmack auf. Berücksichtige stets ihren evolutionären Prozess. Kinder werden schnell erwachsen, und sie werden neue Bedürfnisse haben, bevor du es bemerkst. Es gibt immer ein passendes Buch für die jeweilige Altersgruppe und für jede persönliche Situation. Mache Vorschläge, lehre, kommentiere. Behalte zudem im Hinterkopf, dass du ihr Lesevergnügen auch auf anderen Wegen stimulieren kannst. Erkläre ihnen zum Beispiel, dass der Vampirfilm, welchen sie im Kino begeistert gesehen haben, auf einem Buch basiert. Dass die Walt-Disney-Filme tolle Gute-Nacht-Geschichten sind, welche sie jeden Abend lesen können.

5. Beantworte immer ihre Fragen und achte darauf, was sie sagen

Höre, was deine Kinder zu sagen haben. Immer. Manchmal haben wir am Nachmittag kaum Zeit, wenn sie von der Schule nach Hause kommen. Aber denke daran, wenn du nicht jetzt, wo sie noch jung sind, ihre Fragen beantwortest oder ihren Ideen und Kommentaren zuhörst, wird der Tag kommen, an dem sie aufhören, deine Aufmerksamkeit zu suchen und Dinge mit dir besprechen zu wollen. Zögere also nicht: Versuche, immer Zeit für sie zu finden.

Kommentiere das letzte Kapitel des Buches, welches sie lesen, höre ihre Ideen an, schlage mehrere Dinge vor und stärke ihre Vorstellungskraft.

Du bist ihr größter Anreiz.