Die Welt braucht Vorbilder, keine leeren Worte

11. April 2016 en Emotionen 0 Geteilt

Manchmal tut es weh, auf dieser Welt, zu leben, die so wenige Vorbilder hat und in der es so scheint, als würden persönliche Interessen, wirtschaftlicher Wohlstand, das Böse und der Egoismus immer gewinnen. Was bleibt, ist im Allgemeinen ein Gefühl von Enttäuschung und Trostlosigkeit, was uns glauben lässt, dass es immer weniger gute Menschen und Idole gibt und dass diese Minderheit nicht wirklich etwas bewegen oder verändern kann.

Gute Menschen halten die Welt im Gleichgewicht und vervollständigen dieses Puzzle mit ihrer Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und ihren guten Taten. All diese Menschen verdienen es aus irgendeinem Grund als „Gutmenschen“ betitelt zu werden und sie stellen etwas dar, das wir gern betrachten. Der Rest der Menschheit erscheint uns recht überflüssig.

Die Welt, die schmerzt – unsere Welt

Es gibt Bilder, die schmerzen, die uns im Herzen und der Seele wehtun. Obwohl wir unsere Augen davor verschließen können, bleibt dieser Schmerz trotzdem weiterhin bestehen. Es gibt Fälle, in denen uns die Ungerechtigkeit ohrfeigt und wir uns regelrecht schämen.

Viele Dinge, die uns heute wehtun, haben wir morgen leider schon wieder vergessen. Dieses Foto ist das perfekte Beispiel und ein Sinnbild für diese Worte – Leid, Scham und Schmerz.

Aylan

„Wer bin ich, dir zu sagen, dass du nicht kommen wirst.
Auch ich würde alles riskieren.
Ich würde Ozeane und Grenzen und Länder überqueren.
Und alles, was sonst noch nötig wäre.

Ich weiß, dass ich dich nicht überzeugen werde.
Ich
versuche es auch erst gar nicht.
Aber du sollst wissen, dass die Zukunft so gesehen ein Konsumsgut ist.
Und die Zölle werden mit menschlichem Leben bezahlt.

Hier wird verdeutlicht, dass du uns nur dann wichtig bist, wenn du störst.
Wenn du uns den Strand und die Sonne nimmst.
Wenn wir dein Bild zu Gesicht bekommen und es sich für immer in unser Gedächtnis einbrennt.

Ja, ich weiß, dass es beschämend ist.
Und ich bitte dich um Vergebung.
Was werde ich wohl tun, abgesehen von all dem, was ich nicht tue.

Aber wer bin ich, dir zu sagen, dass du nicht kommen wirst.
Wenn es etwas gibt, dass wir dir angetan haben, dann,
dass wir verdeutlicht haben, dass du nicht existiert.
Wenn es etwas gibt, dass wir von dir wissen, dann ist es eine Zahl,
wenn du nicht mehr bist.“

Risto Mejide

Wir sind nicht gut darin, uns an die wichtigen Dinge zu erinnern

Dank den sozialen Netzwerken öffnen wir unsere Augen und erkennen, dass das, was uns bewegt, noch viel grauenvoller ist, als wir es eigentlich tolerieren könnten. Wahrscheinlich sind es genau diese Worte und Bilder, die schmerzen und uns beschämen, aber das Leid verbreitet sich im Internet so schnell, wie es auch wieder vergessen wird.

Wenn uns etwas berührt und wir uns Gedanken darüber machen, haben wir alle eine Meinung dazu, doch später, wenn wir unsere Taten und Absichten einmal auf einer Waage betrachten, dann wiegt letzteres leider schwerer. Wir haben Angst vor dieser Vorstellung, dass Leben ausgelöscht werden und es läuft uns eiskalt den Rücken runter, wenn wir daran denken, dass die Interessen der gesamten Welt größer sind als unsere eigenen.

Unsere Gefühle versuchen gegen eine Welt anzukämpfen, vor der wir selbst Angst haben. Worte verfliegen wie der Wind, doch Gefühle bleiben. Sie mögen vielleicht schwächer werden, aber sie sind auf ewig ein Teil von uns, der unsere Gleichgültigkeit beeinflusst.

Wir lassen auf unsere Worte keine Taten folgen, wir schauen einfach weg

Die Angst vor dem Bösen ist bei uns immer noch sehr groß und deshalb nehmen wir unsere Machtlosigkeit einfach so hin. Aber wir sind nicht darauf programmiert, jeden Tag tatenlos auf der Couch herumzusitzen.

Vielleicht sind wir in einer Spirale hängen geblieben, die bei uns leere Gefühle erzeugt. Jedoch glaube ich immer noch an den Menschen, ich glaube daran, dass wir dazu in der Lage sind, zu glauben, zu fühlen und dementsprechend zu handeln.

Wir besitzen eine große Fähigkeit, uns über unsere Worte zu definieren. Um unsere Meinung mitzuteilen bilden wir sinnerfüllte Sätze, doch später nimmt uns unsere Angst den Wind aus unseren Segeln.

Vor der Ungerechtigkeit können wir uns nicht mit vier Sätzen schützen, die unsere Frustration zum Ausdruck bringen. Wir müssen unseren Worten auch Taten folgen lassen und dürfen nicht wegsehen. Wir müssen uns vergeben und anfangen zu handeln.

Kind laeuft mit Katze im Mond

Dadurch dass wir nicht handeln, verschmutzen wir unsere Erkenntnis und die Ungerechtigkeit wird so strahlend grell, dass wir an ihr erblinden. Wir dürfen nicht zulassen, dass das einfach vorübergeht und müssen diejenigen bekämpfen, die dieses Leid verursachen. Wenn wir handeln, können wir als Vorbilder aus der Geschichte herausgehen, anstatt dem Geschehenen nur leere Worte folgen zu lassen.

Die Welt ist ein Haus für alle seine Bewohner. Die Tatsache, dass es bereits da war, als wir geboren wurden und das es immer noch da ist, wenn wir einmal gehen werden, soll nicht heißen, dass wir nicht für das verantwortlich sind, was geschieht.

Kinder sterben den Hungertod. Familien von Flüchtlingen werden zerstört. Frauen werden vergewaltigt. Soldaten werden ermordet. Menschen, die die gleiche DNA wie du und ich haben, werden dazu versklavt, unsere Kleidung zu nähen. Tiere werden misshandelt. Mutter Natur wird zerstört. Regierungen, Reiche und die Mafia spielen mit uns, erschaffen Notwendigkeiten, um ihre Interessen zu stillen und um tun zu können, was sie wollen.

All diese Menschen sind mehr wert als nur leere Worte. Wegen all dieser Menschen braucht die Welt Vorbilder – dein Vorbild, deine Tatkraft, dein Handeln. Menschen wie du und ich braucht die Welt, um eine bessere zu werden.

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