Strategien, die dich bei der Problemlösung unterstützen

· 21. Oktober 2017

Albert Einstein war ein Mann, der es verdiente, dass man ihm zuhört. Glücklicherweise hat er uns einige großartige Lehren hinterlassen. So etwa das weise Zitat: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“  Folge dieser Logik und frage dich selbst: Welche Strategien zur Problemlösung wendest du an?

Inmitten einer riesigen Anzahl von Möglichkeiten neigen Menschen dazu, sich zweier ziemlich verlässlicher Strategien zu bedienen. Zumindest glauben sie, dass diese verlässlich seien. Erst werden wir hier die strategische Problemlösung erörtern. Dann sprechen wir über das Paradoxon des verlorenen Schlüssels. Bist du auf dieser Reise mit von der Partie?

Welche Strategien zur Problemlösung sollten wir anwenden?

Ein wichtiger Schritt besteht darin, sich Problemen erfolgreich zu stellen. Man sagt, dass das Scheitern ein guter Lehrmeister sei. Aufgaben erfolgreich zu erledigen, ist allerdings auch einer. Wenn du eine Lösung findest, ist ja nicht nur das Problem gelöst. Auf dem Weg dorthin hast du auch einige wertvolle Lektionen gelernt.

Frau weiß nicht, wie sie ihre Probleme bewältigen kann

Die strategische Problemlösung ist ein Modell, das auf allen Gebieten angewandt werden kann. Sie umfasst verschiedene Schwierigkeiten. Um sie in die Praxis umzusetzen, muss man zuerst die drei Grundschritte kennen: Definition, Ziel und Auseinandersetzung.

Problemdefinition

Der erste Schritt besteht in der Definition. Ehe du eine Lösung suchst, musst du genau wissen, worin das Problem besteht, das sich dir stellt. Du musst die Art des Problems verstanden haben.

Eine Möglichkeit, ein Problem zu definieren, besteht darin, dich zu fragen, woraus es besteht, wo genau es auftritt, wann es erstmalig auftauchte, wer sich dafür verantwortlich zeichnen könnte und wie und warum es dazu gekommen ist. Mit anderen Worten gesagt: Es ist gut, Zeit darauf zu verwenden, die Details des Problems zu studieren.

„Wenn ich eine Stunde habe, um ein Problem zu lösen, dann beschäftige ich mich fünfzig Minuten mit dem Problem und nur zehn mit der Lösung.“

Albert Einstein

Das angestrebte Ziel

Ist das Problem erst einmal definiert, musst du herausbekommen, was deine Ziele sind. Anstatt dich tagein, tagaus zu beklagen, ohne dabei nach einem Ausweg zu suchen, frage dich lieber, wie denn dein angestrebtes Ergebnis aussieht. Wenn du zum Beispiel in einem halben Jahr ein Vorstellungsgespräch hast und du weißt, dass du bis dahin die Grundlagen einer Fremdsprache erlernt haben sollst, könnte dein Ziel darin bestehen, das gewünschte Sprachniveau zu erreichen. Vielleicht erkennst du später, dass du die Sprache magst und sie vertiefen willst – aber das wäre ein neues Ziel.

Schaue dir deine Probleme an und stelle sie dir gedanklich als Herausforderungen und nicht als Bedrohungen vor. Diese Sichtweise wird dir zur Inspiration dienen, was weniger Stress und eine viel größere Befriedigung erzeugt.

Ein Mann und eine Frau denken über Strategien zur Problemlösung nach

Auseinandersetzung

Sobald du dein Problem vollständig durchleuchtet hast, ist es an der Zeit, eine Strategie zur Problemlösung zu entwickeln. Du kennst dein Ziel und das Ausmaß des Problems – denke jetzt über die Methodik nach.

Anders ausgedrückt: Du musst herausfinden, welche Strategie die bessere ist, um dein Ziel zu erreichen und das Problem zu überwinden. Dazu geben wir dir hier ein paar Techniken an die Hand:

  • Reize die äußerste Grenze das Problems aus. Manchmal müssen die Dinge erst einmal schlechter werden, ehe es wieder aufwärtsgeht. Man spricht landläufig von „der Ruhe nach dem Sturm“. Um die Sache in Bewegung zu bringen, ist es vielleicht eine gute Idee, das Problem bis zum äußersten Limit zu treiben und dann den absoluten Tiefpunkt zu erreichen. Wenn es zum Beispiel dein Haus brennt, hat es oft keinen Wert, irgendetwas zu retten, weil der Preis, den du dafür zahlen müsstest, zu hoch ist. Du müsstest also geduldig abwarten, bis die Feuerwehrleute den Brand gelöscht haben. Dann wirfst du alles weg, damit du wieder von vorn beginnen kannst.
  • Verfolge den Plan rückwärts. Eine weitere Strategie besteht darin, dich von der Lösung zum Problem „zurückzuarbeiten“. Stell dir vor, dass das Problem gelöst sei und untersuche, wie du zu diesem Punkt gekommen bist. Dann gehe den nächsten Schritt zurück und verfahre weiter so, bis du beim Problem angekommen bist. Dies könnte man mit dem Zurückspulen einer VHS-Kassette vergleichen, bei der man die Entwicklung der Dinge beobachtet. Mathematiker greifen zum Beispiel bei ihren Beweisführungen oft auf diese Strategie zurück. Sie fangen bei der Gegebenheit an, die sie beweisen wollen, um zu sehen, ob sie zu dem Punkt gelangen können, den sie schon bewiesen haben.
  • Schaue über das Problem hinaus. Damit dir das gelingt, musst du dir dein ideales Leben visualisieren und es in Gedanken projizieren. So wirst du die Stärke und Motivation finden, die Ungewissheit zu überwinden und die beste Lösung zu erkennen.

Der verlorene Schlüssel

Diese Strategie zur Problemlösung stammt aus einem Buch mit dem Titel Anleitung zum Unglücklichsein  – in der englischen Ausgabe mit dem Zusatz Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.  Mit Erfindungsreichtum und Humor benennt der Autor Paul Watzlawick hier gewisse Fehler, die wir wohl alle einmal machen.

In Der verlorene Schlüssel,  erzählt der Autor von einem Betrunkenen, der unter einer Straßenlaterne seinen Schlüssel sucht. Ein Polizist beobachtet ihn dabei und hilft ein Weilchen bei der Suche. Irgendwann will er wissen, ob der Mann sicher sei, den Schlüssel hier verloren zu haben. Jener antwortet: „Nein, weiter hinten – aber dort ist es viel zu finster, um zu suchen.“

Wenn wir ein Problem durchleuchten, sollten wir wissen, ob wir an der richtigen Stelle nach der Lösung suchen. Wir verwirren uns oftmals selbst, weil wir von einer „Straßenlaterne“ geblendet werden. Vielleicht war uns etwas irgendwann einmal nützlich und hat uns gedient. Das heißt aber nicht, dass es auf immer und ewig nützlich sein wird.

Das Labyrinth des Lebens

Naturgemäß arbeitet das Gehirn jedoch so. Es durchsucht die Gedankenarchive nach Hilfsmitteln, die uns in der Vergangenheit nützlich waren. Darum ist der Versuch, über einfache Probleme hinauszugehen, auch so wichtig Es geht darum, diese auf gründliche Weise zu analysieren und die besten Lösungen zu finden. Jene sind uns nämlich nicht immer bekannt, ganz gleich, über wie viel Erfahrung wir verfügen.

„Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.“

Henry Louis Mencken

Jetzt hast du neue Werkzeuge zur Hand bekommen, um deine Probleme anzugehen. Aber denke daran: Ein Messer hat keinen Zweck, wenn die Person, die es besitzt, es nicht benutzt. Jetzt bist du dran, deine Strategien zur Problemlösung in die Praxis umzusetzen. Nutze dazu dein Wissen, deine Pfiffigkeit und deine positive Einstellung.