Waldbaden: Mittel gegen Stress

· 2. Juni 2017

Stress ist zu einem stillen Feind geworden, der an jeder Ecke lauert. Großstädte bringen vor allem eines hervor: betrübte Menschen. Das Leben in der Stadt führt dazu, dass es manchmal schon allein wegen der Tatsache, auf einer Straße zu fahren, Spannungen gibt. Die Reizüberflutung kann so stark sein, dass sich jeder von uns irgendwann nur noch genervt fühlt.

Auch unsere Sinne leiden mit der Zeit unter dem Stress. Beispielsweise fällt es uns schwerer, Gerüche wegen der Umweltverschmutzung zu unterscheiden. Das Gleiche passiert auch mit Geräuschen. Auf der Hauptstraße einer Stadt ist der Lärmpegel so hoch, dass wir lauter sprechen müssen, um uns verständigen zu können, und uns mehr konzentrieren müssen, um zu verstehen.

„Ohne Wohlergehen ist das Leben kein Leben, sondern nur ein Zustand voller Abgeschlagenheit und Leid.“

Francois Rabelais

So verhält es sich auch mit den übrigen Sinnen. Wenn wir die Augen schließen oder zu Boden schauen, tun wir das, damit wir uns konzentrieren können. Aber leider ist es auch so, dass wir nicht genießen, was wir essen, denn die ständige Eile macht das unmöglich. Eine Stunde Mittagspause ist für so manchen Arbeiter ein reiner Zeitverlust. Und sind wir uns, was unser Empfinden anbelangt, eigentlich darüber im Klaren, dass wir gar nicht mehr fühlen und entdecken, was es in unserem Umfeld gibt?

Wir geben dem Begriff „Freizeit“ eine falsche Bedeutung. Viele Menschen denken, dass es in der Freizeit darum geht, rein gar nichts zu tun. Deswegen vertrödeln wir diese wertvolle Zeit vor dem Fernseher, mit einem Videospiel oder vor unserem Computerbildschirm, wenn wir denn Zeit dafür haben. Auf diese Weise tauchen wir in eine für uns ferne Realität ab. Und ohne dass wir es bemerken, werden wir zu Gefangenen des Stresses.

Hilft uns die Natur, mit Stress fertig zu werden?

Die Antwort auf diese Frage lautet ganz eindeutig: Ja. Eine der vielen Ärzten gegebenen Empfehlungen ist es, den Kontakt mit der Natur zu suchen, um die Folgen des Stresses zu reduzieren. Denke beispielsweise an Spaziergänge auf dem Land. Sicherlich ist dir während eines solchen einmal aufgefallen, dass sich alles verändert, sobald du aus der Stadt entkommst: der Geruch, die Geräusche und die Landschaft sind anders. Es scheint, als würden unsere Sinne erwachen und als würden wir dort das wahrnehmen, was wir im Alltag längst verloren haben.

Doch es geht nicht nur darum, uns wieder mit der Natur zu verbinden. Es gibt diese sehr hilfreiche Strategie, um gegen Stress anzugehen: Waldbaden. Sie hat ihren Ursprung in Japan, in einem Land, das eine der fortschrittlichsten Wirtschaften der Welt besitzt. Dennoch gibt es dort gleichzeitig hohe Selbstmordraten bei Jugendlichen und Krankheiten, die durch Überarbeitung ausgelöst sind und zu einem vorzeitigen Tod führen oder zumindest die Lebensqualität mindern.

Diese Strategie besteht darin, in die Natur hinauszugehen, sei es in einen Wald oder auf ein offenes Feld. Die Idee dabei ist, dass wir uns entspannen und das alltägliche Chaos einmal beiseite lassen, um somit unser Stresslevel besser handhaben zu können. Hierbei dürfen wir nicht vergessen, dass wir viele Reize, die im Alltag eine Beklemmung in uns hervorrufen, ausschalten, wenn wir uns in der freien Natur bewegen.

Welche Vorteile Waldbaden hat

Der größte Vorteil vom Waldbaden ist es, uns durch die Natur mit dem Universum zu verbinden und dem Stress Lebewohl zu sagen. Waldbäder, die auf Japanisch Shinrin Yoku  heißen, bieten noch weitere Möglichkeiten als nur in der freien Natur zu laufen. Du kannst, wenn du möchtest, einen Baum umarmen und die Vorteile erfahren, deine negativen Schwingungen gegen das auszutauschen, was dir die Äste und der Stamm dieses Baumes geben. Oder du kannst dir aus aromatischen Kräutern einen Tee zubereiten, der zu deiner Entspannung beiträgt.

Die Natur hilft dir dabei, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Wenn du gestresst bist, dann weil ein Teil deines Gehirns überfordert ist. Waldbaden verringert die Gehirnaktivität, die im Zusammenhang mit der Entscheidungsfindung und der Problemlösung steht. Stattdessen werden Gehirnareale aktiviert, die mit Gefühlen, Wohlgefallen und Kreativität zu tun haben.

Damit du deinen Stress durch Waldbaden reduzieren kannst, ist es notwendig, dass du dir genügend Zeit dafür nimmst. Du solltest es auf keinen Fall in Eile tun. Du solltest dich daran erinnern, wie wohltuend es ist, mit der Natur in Kontakt zu treten. Wohltuend ist es allerdings nur dann, wenn du jedem deiner Schritte Beachtung schenkst. Denke auch daran, dass du während des Laufens beispielsweise meditieren kannst. Es reicht schon, dass du in dich gehst und deine Sinne erwachen lässt.

Energie zu tanken kostet weder Geld noch Anstrengungen. Es ist ausreichend, unseren Verstand und unser Herz zu öffnen und anzuerkennen, dass wir ein Teil des Universums sind. Wir alle erfüllen eine Aufgabe, sind miteinander verbunden und jede Entscheidung, die wir treffen, beeinflusst unser Umfeld. Wenn wir uns Ruhe, Gesundheit und spirituelles Wachstum herbeisehnen, sollten wir damit beginnen, uns erneut mit der Natur zu verbinden.

Dich mit der Natur zu verbinden wird dich glücklicher machen

Die Natur ist weise und hat uns mit bestimmen Mechanismen,
Instinkten und Impulsen… >>> Mehr