Stolz ist der Ursprung vieler Konflikte

29. Juli 2017 en Emotionen 172 Geteilt

Es gibt keine definitiven Kategorien oder absolute Definitionen von Stolz, und jeder versteht ihn etwas anders. Die Psychologie kennt zwei Arten von Stolz, eine positive und eine negative. Positiver Stolz wird auch Selbstbewusstsein oder Selbstvertrauen genannt, während negativer Stolz den Namen Arroganz trägt. Erstere ist nötig, um sich sicher und im Gleichgewicht zu fühlen, sich selbst zu schätzen und seinen Platz im Leben zu finden. Das ist sehr gesund. Letzterer ist jener, der uns von anderen trennt und einer der häufigsten Auslöser für Konflikte.

Die negative Seite des Stolzes ist die exzessive Wertschätzung seiner selbst und seiner Verdienste, was dazu führt, dass sich derart stolze Menschen anderen überlegen fühlen. Diese Art von Stolz hält dich davon ab, deine Fehler zu erkennen und zu berichtigen und Bescheidenheit zu zeigen.

Bescheidenheit, das Gegenteil von Stolz, erlaubt uns eine offene, flexible und empfängliche Einstellung gegenüber Neuem. Menschen, die zu stolz sind, beschweren sich eine Menge über andere Leute, Situationen, das Wetter, das Land, und so weiter. Alles aufgrund ihres aufgeblasenen Egos. Das führt zwangsweise zu irgendeiner Art von Konflikt.

„Wenn wir unseren Stolz nicht mäßigen, dann wird er zu unserer schlimmsten Bestrafung.“

Dante Alighieri

Wenn Stolz zu Arroganz wird

Arroganz ist die Vorstellung, dass einer über den anderen steht. Es ist ein Gefühl von Überlegenheit, das einen Menschen dazu bringt, sich seiner Qualitäten oder Ideen zu rühmen und die anderer zu minimieren. Stolz kann zu Arroganz werden, wenn der Mensch zu eitel wird.

Sich jedes Mal überlegen zu fühlen, wenn man sich mit anderen vergleicht, kann paradoxerweise zu einem Minderwertigkeitskomplex führen. Denn es kann zur Folge haben, dass dieser Mensch stets versucht, zu beweisen, dass er im Recht sei und dass seine Verdienste, Stärken und Errungenschaften die besten wären.

Diese Menschen können anderen Ideologien gegenüber sehr intolerant sein, beharren auf ihrer Perspektive und erlauben es niemandem, ihnen neuen Input zu geben. Ihre Fähigkeit zur Selbsterkennung ist sehr gering ausgeprägt; es fällt ihnen extrem schwer, sich zu entschuldigen oder zu ändern. Sie denken nicht einmal darüber nach, sich zu ändern, denn sie glauben, dass ihre Sicht aufs Leben die einzig richtige sei.

Arrogante Menschen sind emotional kalt und distanziert. Es fällt ihnen sehr schwer, eine Beleidigung zu vergessen. Diese Eigenschaften beeinträchtigen ihre zwischenmenschlichen Beziehungen.

„Ein stolzer Mann schaut immer auf Dinge und Menschen herab; und natürlich kannst du nicht sehen, was über dir ist, wenn du nur nach unten schaust.“

Clive Staples Lewis

Benutze Ehrlichkeit, um deinen Stolz zu überwinden

Ehrlichkeit kann zunächst sehr schmerzhaft sein, aber auf lange Sicht ist sie sehr befreiend. Sie gestattet es uns, uns der Wahrheit zu stellen. Im Hinblick darauf, wer wir sind und wie wir uns mit unserer inneren Welt verbinden. Und hier beginnt der Weg zum emotionalen Wohlbefinden. Ehrlichkeit zu kultivieren, hat viele therapeutische Effekte.

Zuallererst vermindert sie die Angst, dich selbst kennenzulernen und dich deiner dunklen Seite zu stellen. Sie hält dich auch davon ab, eine Maske zu tragen, um anderen zu gefallen und von deiner sozialen und Arbeitsumgebung akzeptiert zu werden. Gleichzeitig wirst du so nicht der Versuchung erliegen, deine emotionalen Konflikte unter den Teppich zu kehren.

Ehrlichkeit gibt uns die Stärke, uns selbst zu hinterfragen und Lügen und Verlockungen zu identifizieren, die uns von innen bedrohen. Je mehr Ehrlichkeit du in dein Leben bringst, desto mehr wird der negative Stolz verschwinden. Und zwar dann, wenn du dich nicht länger so fühlst, als ob du eine Rolle spielen und das Bild eines Menschen aufrechterhalten müsstest, der du nicht bist.

„Ehrlichkeit ist das erste Kapitel im Buch der Weisheit.“

Thomas Jefferson

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