Sport und Frauen: Die "Gläserne Decke" ist sichtbarer denn je

Frauensport findet in vielen Ländern der Welt nach wie vor eher im Hintergrund statt. Die Unterschiede im Vergleich zum Männersport sind sehr offensichtlich. Aber woran liegt das? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Gleichberechtigung in Bezug auf Frauen und Sport herzustellen?
Sport und Frauen: Die "Gläserne Decke" ist sichtbarer denn je

Letzte Aktualisierung: 07 Februar, 2021

Der Begriff “Gläserne Decke” lässt sich sehr gut anwenden, um den Bereich Sport und Frauen zu beschreiben. Diese Bezeichnung wurde im Jahr 1986 vom Wall Street Journal geprägt. Sie spielt auf die unsichtbaren Barrieren an, auf die Frauen und Minderheitengruppen stoßen, wenn sie in ihrer beruflichen Laufbahn vorankommen und verantwortungsvolle Positionen erreichen möchten.

Obwohl dieser Begriff Mitte der 1980er Jahre entstanden ist, war dieser Zustand leider schon immer Realität in der Geschichte berufstätiger Frauen.

Allerdings ist diese Glasdecke im Bereich des Sports sogar noch dicker, da es nicht einmal spezifische Bezugspunkte gibt.

Nehmen wir das Beispiel Spanien. In vergangenen Jahr haben die besten spanischen Fußballerinnen nach monatelangen Verhandlungen und Protesten ihren ersten Tarifvertrag unterzeichnet. Auf regulatorischer Ebene haben sie jedoch keinen beruflichen Status erreicht. Darüber hinaus haben sie deutliche Schwierigkeiten in Bezug auf ihre Arbeitsbedingungen.

Auf nationaler und internationaler Ebene gibt es viele Stimmen, die spezifische Maßnahmen fordern, um diese Hindernisse abzubauen. In Ländern wie Norwegen haben die Menschen einige recht kontroverse Maßnahmen ergriffen. Sie haben eine gesetzlich festgeschriebene Frauenquote eingeführt. Infolgedessen gibt es einige sehr vielversprechende Ergebnisse. Der Frauenanteil in den Vorständen nationaler Unternehmen ist von 7 % im Jahr 2002 auf 44 % im Jahr 2010 gestiegen.

Kurz gesagt, warum ist es Frauen oft nicht möglich, auf professionellem Niveau Sport zu treiben und davon auch leben zu können? Warum scheinen Frauen und Sport nach wie vor oft unvereinbar zu sein?

“Ich bin nicht der nächste Usain Bolt oder Michael Phelps. Ich bin die erste Simone Biles.”

-Simone Biles-

Sport und Frauen - Frau beim Laufen

Sport und Frauen: Vergessene Menschen

Der Einbezug von Frauen in die Welt des Sports und physischer Aktivitäten wird direkt von ihrer sozialen Entwicklung beeinflusst. Die Akzeptanz von Frauen in neuen Bereichen, die ihnen bis vor Kurzem noch verschlossen waren, impliziert auch die Inklusion in die Sportwelt.

Wir erlauben uns, nochmals das Beispiel Spanien aufzuführen. Der Fortschritt und die Entwicklung der spanischen Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten war schwindelerregend. Denn die tief verwurzelten sozialen Konzepte haben sich verändert. Dennoch spiegeln einige Aspekte nach wie vor das alte Regime in Spanien und dessen ideales Frauenbild wider.

Die Beseitigung der sexistischen Einstellungen und des Konservatismus, welche lediglich die Entwicklung behindern, ist Teil des schulischen Umfelds geworden, wobei die aktive Teilnahme von Lehrern erforderlich ist, damit die formale Bildung keine sozialen Ungleichheiten reproduziert und somit die verteidigte Qualität der Bildung gewährleistet (García, 2006).

Sport und Frauen: Ein schlechtes Image in der Presse

Artikel über Sport und Frauen in Fachzeitschriften sind selten und in vielen Fällen sind sie auch nicht sehr genau. Darüber hinaus reservieren Presse, Radio und Fernsehen nach wie vor die besten Sendeplätze für sportliche Leistungen von Männern. Außerdem wird über diese Ereignisse wesentlich ausführlicher und eingehender berichtet.

Auch in der Sportpresse und im Sportteil von Zeitungen werden weibliche Athletinnen systematisch ignoriert. Dies hat auf allen Ebenen schwerwiegende Konsequenzen für sie, angefangen bei der Quantität und Qualität von Werbeverträgen usw.

Darüber hinaus stellen bestimmte Bereiche der Medien ein Frauenbild dar, das weit entfernt von einer Profisportlerin ist, oft leicht bekleidet oder sogar völlig nackt. Anscheinend ist dies eine Politik, die einen Lesertyp anziehen soll, der mehr an Veröffentlichungen mit offenem Macho-Inhalten als an ernsthaften Sportinformationen interessiert ist (Ibáñez, 2001).

“Es ist leider wahr, dass es auf der Welt viel Platz für mittelmäßige Männer gibt, aber es gibt keinen Platz für mittelmäßige Frauen.”

-Madeleine Albright-

Sport und Frauen - Frauenfußball

Das psychosoziale Umfeld im Frauensport

Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren wichtigen Aspekt, denn der Mangel an physischer Aktivität wirkt sich auf Frauen stärker aus. Gleichzeitig könnten sie in vielerlei Hinsicht spezifischere Vorteile aus dem Sport ziehen als Männer. Infolgedessen ist es auch so wichtig, die Faktoren kennenzulernen, die mit sportlichen Aktivitäten bei Frauen verbunden sind oder diese begünstigen.

Das Schweigen der Medien in Bezug auf den Frauensport und die unzureichende Behandlung von Frauen haben schwerwiegende Folgen für Mädchen und ihre Entwicklung. Die Version des Sports, die in Schulen gefördert wird und die wir in den Medien sehen, wird grundsätzlich von Männern dominiert.

Für Mädchen und für Frauen im Allgemeinen gibt es eine verzerrte Interpretation ihrer Beteiligung an dieser Welt. Es gibt keine sportlichen Legenden, denen sie folgen könnten. Darüber hinaus gibt es auch keine Referenzen, Informationen oder charismatische Athletinnen, die sie nachahmen könnten, wenn sie Sport treiben.

Hat der Frauensport eine Zukunft?

Sport und Frauen hat sich nicht als attraktive Kombination für die Gesellschaft erwiesen, mit nur wenigen Ausnahmen. Tennis ist eine Sportart, bei der Frauen tatsächlich eine gewisse Prominenz und Bekanntheit genießen. Außerdem gibt es dort auch einige bemerkenswerte charismatische Spielerinnen.

Aus diesen und weiteren Gründen ist es logisch, dass es für Mädchen immer schwieriger wird, ihre Zukunft im Sport zu sehen. Es wird für sie immer schwieriger zu sehen, wie sie davon leben können, wie talentiert sie auch sein mögen. Darüber hinaus werden all ihre Anstrengungen beim Training und in Wettkämpfen leider allzu häufig nur von ihren Teamkolleginnen bemerkt und anerkannt.

Aber wir möchten diesen Artikel dennoch mit einer positiven Nachricht beenden. Wie kürzlich bekannt wurde, zahlt der englische Fußballverband seit Januar 2020 seinen Fußballern und Fußballerinnen das gleiche Gehalt. Obwohl dies ein gutes Zeichen ist, liegt noch ein langer Weg vor uns. Auch Australien, Norwegen, Neuseeland und Brasilien sind diesem Beispiel ebenfalls gefolgt.

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