Geschlechterfragen: Sexismus in der modernen Gesellschaft

20 Juni, 2020
Sexismus und geschlechtsspezifische Vorurteile haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Einige der bemerkenswertesten, jüngsten Theorien dazu stammen von den Psychologen Swin, Aikin, Hall und Hunter.

Sexismus ist die angenommene Minderwertigkeit von Frauen als Gruppe. Es ist eine Haltung, die sich aus vielen soziologischen Gründen im Laufe der Geschichte, verfestigt und weiterentwickelt hat. Aber diese Haltung hat bereits seit langer Zeit zur Unterdrückung von Frauen geführt. Und dies gilt auch für den Sexismus in der modernen Gesellschaft.

Heutzutage wirst du in westlichen Ländern wahrscheinlich nicht mehr viele Menschen sehen, die dies offen aussprechen. Denn viele Organisationen arbeiten aktiv daran, dies zu verhindern und dagegen anzukämpfen. Abgesehen davon ist Sexismus in diesen westlichen Ländern und vielen anderen dennoch tief verwurzelt.

Der Sexismus hat sich in den letzten Jahrzehnten stark weiterentwickelt. Einige der bemerkenswertesten jüngsten Theorien dazu wurden von den Psychologen Swin, Aikin, Hall und Hunter veröffentlicht.

Der Sexismus in der modernen Gesellschaft ist weiterhin vorhanden, auch wenn die meisten Menschen in westlichen Ländern dies nicht offen aussprechen.

Aktuelle Theorien zum Sexismus in der modernen Gesellschaft

Zunächst müssen wir zwischen dem Sexismus der alten Schule und Seximus in der modernen Gesellschaft unterscheiden. Sexismus der alten Schule ist die Idee, dass Frauen Männern unterlegen sind. Im modernen Sexismus geht es dagegen eher darum, feministischen Forderungen entgegenzutreten. Dies ergibt sich aus dem Gedanken, dass Frauen nicht mehr diskriminiert werden, weshalb Feminismus nicht mehr notwendig ist.

Ein anderes Phänomen namens Neosexismus hat sich ebenfalls kürzlich bemerkbar gemacht. Diese Art von Sexismus spiegelt einen gemeinsamen Konflikt in unserer modernen Gesellschaft wider: gleichmacherische Vorstellungen über Frauen, denen das anhaltende Überlegenheitsgefühl der Männer gegenübersteht.

Die Psychologen Glick und Fiske versuchten, den Sexismus aus einer Perspektive zu betrachten, die der ähnelt, die in zeitgenössischen Rassismustheorien verwendet wird. Letztendlich machte es die Besonderheit der Beziehung zwischen Männern und Frauen schwierig, Rassismustheorien auf Sexismustheorien anzuwenden.

Es gibt einen grundlegenden Widerspruch im Sexismus: Männer und Frauen hatten ein Verhältnis von Dominanz und Unterordnung, und dennoch hat dies die Menschen nicht davon abgehalten, enge Bindungen miteinander einzugehen. Männer hatten kein Problem damit, Frauen für einen Job abzulehnen und sie anschließend zu Hause zu umarmen. Das allein hat dazu geführt, dass Sexismus sich stark von Rassismus unterscheidet.

Die Theorie des ambivalenten Sexismus

Entwickelt von Glick und Fiske (1996-2001), ist dies die bis heute einflussreichste Sexismustheorie. Wie der Name schon sagt, geht es um Ambivalenz. Die Beziehungen zwischen Männern und Frauen umfassten sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart ein hohes Maß an Abhängigkeit.  Innerhalb dieses Rahmens gibt es zwei grundlegende Arten von Sexismus:

  • Feindlicher Sexismus. Frauen werden dabei als eine minderwertige Gruppe betrachtet. Dies ist eine Möglichkeit, die Kontrolle zu legitimieren, die Männer über sie haben.
  • Wohlwollender Sexismus. Dies ist die Version, die ein idyllisches Bild von Frauen als Ehefrauen, Mütter und romantische Objekte zeichnet. Aber dieses Bild beruht immer noch auf der Vorstellung, dass Frauen minderwertig sind. In dieser Version besteht immer noch das Verständnis, dass Frauen Männer brauchen, um sie zu schützen und zu pflegen.

Der wohlwollende Sexismus steht Frauen positiv gegenüber, allerdings nur in einem bestimmten Rahmen. Der feindliche Sexismus dagegen bringt Frauen mit einer Vielzahl negativer Eigenschaften in Verbindung. Aber letztendlich ist es das Ziel von beiden, die Ungleichheit auf der Grundlage des Geschlechts zu legitimieren und zu stärken.

Dank der Einführung von Grundrechten in vielen Ländern (vor allem im Westen) nehmen der Feminismus und der Kampf um Gleichberechtigung heutzutage zu.

Sexismus in der modernen Gesellschaft: Feminismus und der Kampf um Gleichheit

Dank der Einführung von Grundrechten in vielen Ländern (vor allem im Westen) nehmen der Feminismus und der Kampf um Gleichberechtigung heutzutage zu.

Der Feminismus ist eine soziale und politische Bewegung, die Ende des 18. Jahrhunderts begann. Eines seiner Ziele ist es, auf die Ungleichheit von Frauen aufmerksam zu machen. Bei ihren Kundgebungen rufen Frauen die Unterdrückung, Unterwerfung und Ausbeutung hervor, denen sie im Patriarchat ausgesetzt sind. Beim Feminismus geht es um die Befreiung von Frauen.

Ungleichheit ist in der heutigen Welt immer noch ein großes Problem. Sexismus, geschlechtsspezifische Gewalt und andere Verbrechen sexueller Natur tragen sich täglich auf der ganzen Welt zu. Deshalb ist es so wichtig, sich der Realität bewusst zu sein und etwas zu tun, um sie zu ändern.

Viele juristische Organisationen versuchen, Hassverbrechen im Zusammenhang mit dem Geschlecht und der Sexualität zu verhindern und zu bekämpfen. Aber Bestrafungen können nur so viel bewirken. Wir müssen auch gleichzeitig die Menschen erziehen. Wir müssen den Menschen von klein auf beibringen, dass Respekt, Toleranz und Gleichberechtigung Grundrechte sind. Vielleicht haben wir dann eine moderne Gesellschaft, in der es keinen Sexismus gibt.

  • Vázquez Botana, Alexandra; Gómez Jiménez , Ángel. Editorial Sanz y Torres. Psicología social.
  • Género e igualdad de oportunidades: la teoría feminista y sus implicaciones ético-políticas. http://www.biblioteca.uma.es/bbldoc/tesisuma/1676206x.pdf