Sigmund Freud: Biografie eines genialen Verstandes

· 16. September 2016

Heute tauchen wir ein in die kuriose Welt eines genialen Verstandes. Wir begeben uns auf eine faszinierende Reise durch die Biografie von Sigmund Freud, ein Autor, der uns mit seinen kontroversen Ideen und Beiträgen in Bezug auf den Menschen, dessen Instinkte und dessen sinnliche Begierden gefesselt hat.

Sigmund Freud war einer der brillantesten und fortschrittlichsten Denker Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts. Er wagte es, die damals frömmlerische Gesellschaft mit seinen Annahmen und Theorien zu schockieren. Für Psychologen der heutigen Zeit ist er immer noch ein wesentlicher Referenzpunkt. Er hinterließ seine berühmten Studien zum menschlichen Verstand mit dem Fokus zur Psychoanalyse.

Die ersten Jahre Sigmund Freuds

Die ersten Jahre von Sigmund Freud waren äußerst schwierig. Er wurde am 6. Mai 1856 in der Stadt Freiburg, damals Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie, heute zur Tschechischen Republik gehörend, geboren. Der zukünftige Psychoanalytiker musste in seinen jungen Jahren harte Lebenssituationen aushalten, als sein Vater, ein Wollhändler, wirtschaftliche Krisenzeiten durchstehen musste.

Dennoch, Sigmund Freud hatte, seit er ein kleines Kind war, ein starkes Gespür.

„Es gibt zwei Möglichkeiten in diesem Leben glücklich zu sein: Eine ist, den Narren zu spielen, und die andere ist, einer zu sein.“

Sigmund Freud

Der Verstand von Freud

Freuds Familie war jüdisch und litt unter dem Antisemitismus der Nationalsozialisten. Die Familie blieb den Bräuchen und Sitten treu, allerdings waren sie nicht besonders gläubig. Der Vater war ein Freidenker, was Einfluss auf Freud nahm, der in der Adoleszenz seinen Glauben verlor.

Freud war ein sehr guter Schüler. Bereits mit 17 Jahren schloss er das Gymnasium mit Auszeichnung ab. Seine Eltern brachten große Opfer für ihn, sodass er eine glanzvolle Karriere und Zukunft anstreben konnte. Er entschied, anstatt Jura seine Ausbildung in Medizin fortzusetzen.

Es war nicht die Intention vom jungen Freud, Medizin zu praktizieren, sondern vielmehr den Zustand des Menschen, gemäß den Leitsätzen der Naturwissenschaften, zu studieren.

Die professionellen Anfänge von Sigmund Freud

Nach einiger Zeit auf der Universität beschloss Sigmund Freud, den Schwerpunkt seiner beruflichen Laufbahn auf die biologische Forschung zu legen. Er fand sich als Mitarbeiter im Laboratorium von Ernst von Brücke wieder, was ihn zu seiner ersten Begegnung mit dem menschlichen Gehirn führte.

Ende 1870 freundete er sich mit Josef Breuer an, welcher ihm bei seiner Forschung materiell aber auch emotional unterstützend zur Seite stand und ein enger und vertrauter Mitarbeiter wurde.

Kurze Zeit später traf er Martha Bernays, welche er kurzerhand zu seiner Frau nahm. Martha spielte eine wichtige Rolle in seinem Leben, mitunter auch, weil sie aus einer intellektuellen jüdischen Familie stammte. Es war um diese Zeit, in den frühen 1880er Jahren, als er entschied, die Universität zu verlassen, um Martha Bernays zu heiraten. Er beendete ebenfalls die Arbeit im Laboratorium mit von Brücke und begann seine eigene professionelle Karriere als Arzt, da er bereits die dafür notwendigen offiziellen Qualifikationen besaß.

Sigmund Freud, der Arzt

Ungeachtet dessen, das Freud nicht beabsichtigte, Arzt zu werden, arbeitete er als einer, um seine wirtschaftliche Situation zu verbessern. Nachdem er verschiedene Krankenhausabteilungen in Wien durchlief, spezialisierte er sich auf Neuropathie und fing an, die therapeutische Wirkung von Kokain zu studieren. Freud vollzog Experimente an sich selbst, bis er beinahe rauschgiftsüchtig wurde. Dies bescherte Kritik aus medizinischen Kreisen und beeinflusste seine Reputation.

Nach Erhalt einer Förderung reiste er nach Paris, wo er unter der Führung von Jean Martin Charcot, einem großartigen Neurologen seiner Zeit, seine Studien fortsetzte. Es war zu dieser Zeit, als er seine Studien zur Hysterie begann.

Kurz nachdem er Martha heiratete, erlitt er mehrere Zusammenbrüche aufgrund von Eifersucht. Dies konnte durch jedermann ausgelöst werden, der Zuneigung zu ihr zeigte, sogar durch seine eigene Mutter.

Sigmund Freud und die Neuropathologie

Während seiner Ehe, aus welcher 6 Kinder entstammen, wurde Freud Facharzt und wendete Methoden wie Hypnose also auch Elektroschocktherapie an.

Zusammen mit Breuer begründete er die Psychoanalyse, obwohl der Fokus seiner ersten Studien und Veröffentlichungen in der Hysterie lagen. Zu dieser Zeit fing Freud an, die Rolle der Sexualität bei psychischen Störungen zu beobachten.

In Folge brach Freud mit Breuer und veränderte seine klinische und therapeutische Methodologie, gestützt auf die Konzepte der Psychoanalyse, wie Unterdrückung, das Unbewusste und Übertragung. Erneut erntete er dafür Verachtung seitens der medizinischen Gemeinschaft.

In das 20. Jahrhundert startete er mit seinen berühmtesten Publikationen, welche bis heute Bestand haben. Herausragende Beispiele davon sind Die Traumdeutung, Einführung in die Psychoanalyse  und Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie.  Alle Werke wurden später editiert und ergänzt.

Das Vermächtnis von Sigmund Freud

In medizinischen Kreisen ist Sigmund Freud heutzutage sogar noch populärer. Die psychoanalytische Forschung hatte zur damaligen Zeit nur Spezialisten und Patienten aus der oberen Gesellschaftsschicht angezogen.

Freud und Freunde

Zwischen 1900 und 1910 zeigten andere Spezialisten Interesse an Freuds Arbeit. Er wurde zum ersten psychoanalytischen Kongress persönlich von Carl Gustav Jung eingeladen. Zwischen beiden entstand eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam besuchten sie die Vereinigten Staaten, wo freudianisches Denken wachsendes Interesse und Begeisterung erfuhr.

Zu dieser Zeit erlebte er den Höhepunkt seiner Karriere. 1910 beteiligte er sich an der Gründung der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, was zu einem Bruch mit Jung einige Jahre später führte.

1923 erkrankte Freud an Gaumenkrebs. Sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich bis zu seinem Tode 1939.  Nichtsdestotrotz war seine berufliche Aktivität stets sehr energisch geblieben.

„Die moderne Wissenschaft hat bisher noch keine beruhigende Medizin erschaffen, welche so wirksam ist, wie ein paar freundliche Worte.“

Sigmund Freud

Freudsche Psychoanalyse

Glücklicherweise hat Freud zahlreiche großartige Werke hinterlassen. Obwohl viele seiner Theorien nachträglich widerlegt wurden, ist es doch offensichtlich, dass sein faszinierender Geist den Grundstein legte, um ein tieferes Verständnis für den Verstand und für unsere dunkelsten Begierden entwickeln zu können.

Das Es, das Ich und das Über-Ich sind Themengebiete, die er in seinem brillantesten Werk erkundete – eine außergewöhnliche und enthusiastische Reise durch den menschlichen Verstand. Seine Studien über Sexualität, Psychoanalyse, Neurosen, Religion, Fantasie, Hysterie, Moral, Verdrängung und Familie sind schlicht einzigartig.

Sigmund Freud bleibt weiterhin einer der scharfsinnigsten und kühnsten Geister der menschlichen Zivilisation. Seine Ideen werden immer eine Inspirationsquelle für zukünftige Generationen sein.