Wie entwickeln sich psychische Störungen?

20, August 2016 en Psychologie 215 Geteilt

Wir sind daran gewöhnt, über verschiedene psychische Störungen zu sprechen und über die Symptome, die typisch für diese sind. Doch wir sind nicht wirklich daran gewöhnt, darüber zu sprechen, wie sich diese psychologischen Störungen entwickeln, obwohl das mindestens genauso wichtig ist. Psychische Störungen haben immer eine Ursachen und die Symptome sind auch nicht zufällig. Im Gegenteil, jede Störung ist ein Puzzle, dessen Elemente logisch und verständlich sind.

Deshalb sollten wir uns fragen: Was löst eine psychische Störung aus? Welche Veranlagungen müssen schon in unseren Köpfen vorhanden sein? Gibt es eine Ursache-Wirkung-Beziehung?

Psychische Störungen

Eine psychische Störung, auch bekannt als Geisteskrankheit, bezeichnet eine Änderung des Verhaltens und des Denkens einer Person. Die Störung führt dazu, dass die betroffenen Personen in manchen Fällen kein normales Leben mehr führen können oder eine kontinuierliche Behandlung benötigen, um „normal“ leben zu können. Psychische Störungen können das Leben der betroffenen Person einschränken und bewirken, dass diese nicht mehr richtig angepasst sind und andere stören.

Es gibt verschiedene Arten von Störungen, aber die häufigsten sind:

  • Schizophrenie: wenn wir Stimmen hören, die andere nicht hören, die uns oft dazu anstacheln, etwas zu tun.
  • Autismus: kommt häufiger bei Jungen als bei Mädchen vor. Charakteristisch für diese Störung ist das Defizit in der Entwicklung, das es dem Betroffenen unmöglich macht, zu kommunizieren, sich etwas vorzustellen oder etwas zu planen.
  • Bipolare Störung: verursacht übertriebene und extreme Emotionen. Sobald man zum Beispiel sehr glücklich ist, wird man von einem extrem depressiven Zustand erdrückt.
  • Persönlichkeitsstörung: eine Reihe von verschiedenen Störungen, die emotionale, affektive und soziale Dimensionen beeinträchtigt. Am bekanntesten ist die antisoziale Persönlichkeitsstörung und die beschränkte Persönlichkeitsstörung.
  • Essstörung: wenn der Verstand das zerstört, was wir sehen, in diesem Fall unseren Körper.
  • Aufmerksamkeitsdefizit (ADHS): tritt häufig bei Kindern auf, charakteristisch für diese Störung ist die Schwierigkeit, sich zu konzentrieren und das Verhalten zu kontrollieren.
  • Panikstörung: diese Art der Störung enthält drei verschiedene Typen. Erstens, die Zwangsneurose, zweitens, die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und drittens die generelle Angststörung.

Die Entwicklung einer Störung

Nachdem wir nun die häufigsten Störungen betrachtet haben, fragen wir uns, was in unserem Gehirn passiert, damit eine Störung auftritt. Warum entwickeln manche Menschen diese Arten von Störungen und andere nicht?

Trauma

Eine häufig genannte Ursache für die Entwicklung einer psychischen Störung ist ein Trauma. Ein traumatisches Ereignis, das man in der Kindheit erlebt hat (Misshandlung, Gewalt, Missbrauch), kann einen nachhaltigen Schaden verursachen und Auswirkungen auf das Leben als Erwachsener haben. Es gibt kein bestimmtes Alter für das Auftreten eines Traumas. Doch wir wissen, dass es zu Essstörungen, Panik- oder Angststörungen oder anderen Störungen führen kann. Wie Sigmund Freud sagte:

„Traumatische Ereignisse, die im Kindesalter erlebt werden, werden im Unterbewusstsein gespeichert, und es kann zu jeder Zeit und in jedem Alter dazu kommen, dass sich diese bemerkbar machen. In irgendeiner Weise kann das Unterbewusstsein eine traumatische Situation aus der Kindheit mit einer alltäglichen Situation im Erwachsenenleben verknüpfen und verursacht so, dass sich eine psychische Störung entwickelt.“

In dieser Hinsicht verdanken wir der Psychoanalyse sehr viel. Sie hat die Art, wie wir Störungen verstehen, revolutioniert, schulte die Psychologie um und zeigte, wie wichtig die Verhaltensmuster sind, die wir in jungen Jahren gelernt und verinnerlicht haben. Moderne Ansätze wie zum Beispiel das neueste NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) nutzen diese Verhaltensmuster, um Interventionen durchzuführen.

Genetik

Manche Störungen entwickeln sich aufgrund der Genetik. Das bedeutet nicht, dass du an Schizophrenie oder Depressionen leiden wirst, nur weil jemand aus deiner Familie darunter gelitten hat, doch es gibt ein größeres Risiko. 

Insbesondere bei den folgenden Arten von Störungen kann dies häufiger passieren: Autismus, Aufmerksamkeitsdefizitstörung, bipolare Störung, Depressionen und Schizophrenie.

Wie schon erwähnt, heißt das nicht, dass du eine mentale Störung bekommen wirst, nur weil ein Familienmitglied damit diagnostiziert wurde. Es gibt viele Faktoren, die zusammenspielen, und diese sind nicht für jeden gleich.

Umweltfaktoren

Es gibt einige Umweltfaktoren, die die Entwicklung einer psychischen Störung auslösen können. Zum Beispiel können der Tod eines geliebten Menschen, genereller Stress oder ein psychotischer Anfall der Auslöser sein. Ebenso kann dies bei einer Scheidung oder Drogenmissbrauch der Fall sein.

Bei jungen Menschen können die sozialen oder kulturellen Erwartungen, also das, was andere von ihnen erwarten, zum Beispiel Essstörungen auslösen. Die ständige Werbung, die körperliche Perfektion und Schönheit vorgibt, verstärkt dieses Problem. Deshalb ist die Zahl der Fälle gestiegen und das Alter der Menschen, die gefährdet sind, ist gesunken.

Wie wir gesehen haben, gibt es verschiedene Faktoren, die dazu beitragen, dass sich eine psychische Störung entwickelt. Es gibt noch weitere wie zum Beispiel bestimmte Infektionen, Hirnschäden oder bei der Geburt entstandene Schäden, die die Entwicklung dieser Arten von Störungen fordern können.

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