Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP): Was versteht man darunter und wie funktioniert es?

· 28. April 2016

Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP) wurde ursprünglich von Richard Bandler und John Grinder in den siebziger Jahren in Kalifornien erfunden. Die Macher hinter diesem Konzept behaupten, dass es eine Verbindung gibt zwischen unseren neurologischen Prozessen, unserer Sprache und unseren erlernten Verhaltensweisen.

Die Erfinder des Neuro-Linguistisches Programmierens suchten sich dazu drei Spezialisten aus: Fritz Perls, Virninia Satir und Milton Ericksson. Mithilfe von verschiedenen Vergleichsstudien fanden sie heraus, dass diese drei Menschen über besondere kommunikative Fähigkeiten verfügten, mithilfe derer sie bei ihren Patienten äußerst gute Resultate erzielen konnten.

Auf diese Weise gingen sie einen Schritt weiter und fertigten eine Zusammenstellung von Werkzeugen an, die später unter dem Namen Neuro-Linguistisches Programmieren, kurz NLP, bekannt wurden.

„NLP ist wie die Kernphysik des Gehirns. Die Physik beschäftigt sich mit der Beschaffenheit der Realität, mit der Natur dieser Welt. NLP tut genau dasselbe für unseren Geist. Es ermöglicht uns, Dinge, die das Gehirn antreiben, gesondert zu betrachten und in ihre einzelnen Komponenten zu zerlegen.“

Tony Robbins

Es ist uns allen schon einmal passiert, dass wir in einer Situation auf eine bestimmte Art und Weise reagiert haben und später dann diese innere Stimme in uns wahrgenommen haben, die uns darauf aufmerksam gemacht hat, dass wir eigentlich etwas anderes hätten sagen und auf andere Weise hätten reagieren sollen.

Doch in Wirklichkeit ist die Art, wie wir antworten und denken schon in einer Art neurologischer Landkarte festgelegt. Sie verschlüsselt und speichert die Art, wie wir auf eine bestimmte Situation reagieren. Diese Karte setzt sich aus unserer Vergangenheit, unserer Gegenwart und unserer Zukunft zusammen und mit ihrer Hilfe werden unsere Glaubensüberzeugungen, Erfahrungen und gelernten Verhaltensweisen erschaffen.

Die Strukturen unseres Gehirns sind in uns so stark festgelegt, dass wir sie nicht einfach so beeinflussen können – zumindest nicht in unserem Bewusstsein.

Unser Gehirn funktioniert auf zwei verschiedenen Ebenen: der bewussten (für logisches Denken) und der unterbewussten (für automatisierte Funktionsweisen).

Gedanken

Der bewusste Teil unseres Geistes ist das, was ständig wach ist. Dieser Teil ist zum Beispiel dafür verantwortlich, dass wir uns an bestimmte Termine oder an die Namen von Menschen erinnern. Der unterbewusste Teil unseres Geistes ist derjenige Teil des Gehirns, der all unsere Verhaltensweisen, unseren Glauben, unsere Werte etc. aktiviert – all die Dinge, die wir erlernt haben und die unsere Art, uns zu verhalten, bestimmen. Dieser Teil unseres Gehirns spielt eine Rolle, wenn wir Auto fahren, wenn wir eine E-Mail schreiben oder wenn wir ein Fenster öffnen.

Damit der unterbewusste Teil unseres Gehirns in der Lage ist, etwas Neues in die Landkarte „einzuzeichnen“, muss er mit einem klaren Ziel vor Augen handeln, welches mit der Frage „Was möchte ich?“ zusammenhängt.

Und genau darin liegt auch der komplizierte Part. Denn wir wissen oftmals gar nicht so recht, was wir eigentlich wollen. Wir wissen nicht, wie wir unsere Ziele näher definieren sollen. Um dies herauszufinden, müssen wir über etwas nachdenken, was unsere eingespielten Verhaltensweisen in einer bestimmten Situation wirklich verändern wird – also etwas, das eigentlich unmöglich erscheint.

„Wenn du neue Resultate erzielen möchtest, dann solltest du nicht immer das Gleiche machen.“

Albert Einstein

Fragen, die uns dabei weiterhelfen, unsere Ziele zu definieren

Handelt es sich dabei um ein positives Ziel?

Damit diese Programmierung wirklich funktionieren kann, müssen wir ein positives Ziel festlegen. Also darf dieses Ziel nicht beginnen mit „Ich möchte nicht, dass…“.

Hat es für dich einen Nutzen?

Dein Ziel muss etwas sein, was du persönlich gern machen möchtest und was von dir abhängt und nicht von anderen Menschen. Zum Beispiel: Unter jungen Menschen ist es ein sehr verbreitetes Ziel, das Abitur zu erlangen. Dabei handelt es sich aber nicht wirklich um ihr Ziel, sondern um das ihrer Eltern. Darüber hinaus musst du das, was du tust, um dieses Ziel zu erreichen, auch noch selbst kontrollieren können – es muss also in deiner Hand liegen. Wir können uns nicht solche Ziele setzen wie: Ich möchte, dass das Wetter am Wochenende gut wird. Denn solche Dinge haben wir nun mal nicht in der Hand.

Wie kannst du dir sicher sein, dass du dein Ziel erreicht hast?

Denke darüber nach, wie es sein wird, wenn du am Ziel ankommst und wie du dich dabei fühlen wirst. Stell dir dabei jede Aktion, jedes Gefühl vor, das dieser Moment in dir hervorrufen wird, wie es sich langsam in dir ausbreitet, was für einen Geschmack es auf deiner Zunge zurücklassen wird, was genau deine Ohren wahrnehmen werden, wie du dich bewegen wirst, was du tun wirst. Um überprüfen zu können, ob wir unser Ziel auch erreicht haben, ist es ebenfalls sinnvoll, sich kleinere Etappenziele zu setzen. Dann können wir leichter feststellen, ob wir etwas erreichen oder nicht. Wenn es zum Beispiel mein Ziel ist, dass ich einen neuen Job finde, dann könnte ein kurzzeitiges Ziel sein, dass ich mir die Jobanzeigen durchsehen werde und in der nächsten Woche ein paar Bewerbungen schreibe.

Ist dein Ziel auch spezifisch genug?

Du musst dir darüber, was du willst und was nicht, genau im Klaren sein. Je detaillierter dein Ziel definiert ist, desto leichter wird es auch sein, die einzelnen Schritte zu gehen, die notwendig sind, um es zu erreichen. Wenn du zum Beispiel einfach nur die Aussage nimmst „Ich möchte einen neuen Job finden“,  ist das nicht gerade sehr spezifisch.

Wenn wir unser Ziel aber genauer definieren und es mit Details ausschmücken, dann wird umso deutlicher, welche Etappenziele wir uns setzen sollten, um unser langfristiges Ziel zu erreichen. Du könntest zum Beispiel so etwas sagen wie: „Am 1. August 2017 werde ich in einer Firma arbeiten, die im IT-Bereich tätig ist und mein Lohn wird bei 2500 Euro pro Monat liegen.“

Welche Ressourcen brauchst du, damit dein Ziel Realität wird?

Denke über die Ressourcen nach, die du schon hast und auch über die, die du generell brauchen wirst: Fachwissen, einzelne Ziele, finanzielle Ressourcen oder die Hilfe von anderen Menschen.

Sobald du dein Ziel festgelegt hast, musst du einen Blick auf deine Überzeugungen und deine Werte werfen. Was ist es, das tief in dich eingeprägt ist und dich davon abhalten kann, deine Träume wahr werden zu lassen? Du musst die negativen Glaubensstrukturen in dir verändern, die sonst zu einem Hindernis auf dem Weg zu deinem Ziel werden würden.

Und eines der größten Hindernisse, dem wir auf dem Weg zur Erfüllung unserer Träume begegnen werden, sind die Meinungen anderer. Erinnere dich daran, dass jeder Mensch eine unterschiedliche Perspektive hat. Und damit wir die Meinungen anderer wirklich verstehen können, müssen wir uns in ihre Lage hineinversetzen.

Und immer wieder solltest du auf deinem Weg hin zu deinem Ziel deine Träume visualisieren: Denke darüber nach, wie sie riechen, was du in ihnen hören wirst, was du berühren wirst und vor allem, welche Gefühle du in diesem Moment des Glücks empfinden wirst, wenn du endlich am Ende angekommen bist.

Und dann: Lass deinen Traum zur Realität werden und setze deine Ziele in die Tat um!

Damit der unterbewusste Teil unseres Geistes ein neues Programm erlernen kann, mit dem es uns möglich ist, aus unseren Träumen Realität werden zu lassen, ist es notwendig, dass er die Gründe und Motive versteht, die sich dahinter verbergen.

schlaue Frau

NLP – ein Lernprozess, der sich in 4 Phasen vollzieht

  • Phase 1: unterbewusster Zustand des Nichtwissens – Ich weiß nicht, was ich nicht weiß.
  • Phase 2: bewusster Zustand des Nichtwissens – Ich weiß, was ich nicht weiß.
  • Phase 3: bewusster Zustand des Wissens – Ich weiß, was ich weiß.
  • Phase 4: unterbewusster Zustand des Wissens – Ich weiß nicht, was ich weiß.

Um etwas zu verlernen, müssen wir von Schritt 4 zu Schritt 2 kommen. Um etwas zu erlernen, müssen wir von Schritt 2 zu Schritt 4 kommen.

Sobald das neue Programm einmal erlernt ist, werden wir auch in der Lage sein, es in der Praxis anzuwenden.

Aus diesem Grund hilft NLP uns dabei, neue mentale Programme zu entwickeln, die uns in vielen Bereichen unseres Lebens eine Erleichterung bringen können und die uns dabei helfen werden, an unseren Zielen zu arbeiten und aus unseren Wünschen und Träumen Realität werden zu lassen.

Die größten Erfolge mit NLP lassen sich in den Bereichen der zwischenmenschlichen Beziehung und in der Arbeitswelt erzielen. In diesen beiden Gebieten kannst du NLP dazu verwenden, deine eigenen Kompetenzen zu trainieren, Hindernisse, die dir im Weg stehen, zu überwinden, Konflikte zu lösen und Einfluss auf andere Menschen auszuüben.

Doch noch vor allem gibt dir NLP Werkzeuge an die Hand, mit denen du trainieren kannst, auf die Menschen in deinem Umfeld zu reagieren. Dann lernst du, sie richtig wahrzunehmen und auf diese Weise weitere Schritte zu gehen, damit deine Träume endlich wahr werden.