Kennst du die drei Arten von Selbstwertgefühl?

25. April 2016 en Psychologie 5 Geteilt

Das Selbstwertgefühl ist ein sehr wichtiger Faktor, wenn es darum geht, das eigene Wohlbefinden zu erhalten. Darüber hinaus spielt es eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, positive und gesunde Beziehungen mit den Menschen in unserem Umfeld zu entwickeln. Trotz alledem hat nicht jeder Mensch die gleiche Art von Selbstwertgefühl.

„Wir alle wissen, das Selbstwertgefühl gründet sich auf dem, was du von dir selbst denkst – und nicht auf dem, was andere über dich denken.“

Gloria Gaynor

Es gibt drei Arten von Selbstwertgefühl. Das bedeutet aber nicht, dass man sich einfach immer eine Art Etikett aufdrücken lassen kann. Es mag nämlich Momente geben, in denen wir uns überschwänglich gut fühlen und andere, in denen wir depressiv sind. Das alles hängt davon ab, was wir gerade erleben.

Es ist aber möglich, herauszufinden, welche Art dich vornehmlich dominiert. Welche ist es, die bei dir am häufigsten an die Oberfläche kommt?

  1. Das aufgeblasene Selbstwertgefühl

Menschen mit einem aufgeblasenen Selbstwertgefühl denken von sich besser als andere und kommen niemals auf den Gedanken, dass sie vielleicht andere Menschen unterschätzen könnten. Diese Art ist äußerst negativ, denn sie hält den Menschen davon ab, liebevolle und gesunde Beziehungen zu pflegen. Der Ehrgeiz solcher Menschen ist ständig präsent und sie wollen immer als Erste durchs Ziel kommen. Für sie bedeutet glücklich sein und erfolgreich sein ein und dasselbe. Die Wahrheit ist aber: Mit dieser Haltung lässt sich nicht glücklich werden.

Diese Menschen lassen sich an ihrer Unfähigkeit, anderen zuzuhören und sich selbst kritisch zu betrachten, erkennen. Sie sind nicht in der Lage, eigene Fehler als solche zu korrigieren. Die Schuld wird ständig anderen zugeschoben. Weiterhin haben sie die Tendenz in sich, andere Menschen nicht wertzuschätzen und ihnen gegenüber eine feindliche Gesinnung zu entwickeln.

Für solche Menschen kann es sehr schwer sein, gesunde Beziehungen zu anderen zu entwickeln. Der Gegenüber wird nämlich immer als Konkurrenz aufgefasst.

Apfel und Spiegelbild

  1. Das hohe Selbstwertgefühl

Menschen mit dieser Art von Selbstwertgefühl akzeptieren und wertschätzen sich selbst. Es  ist positiver Natur und es sorgt dafür, dass die Person mit ihrem eigenen Leben zufrieden ist. Bedeutet das, dass es dann keine Hindernisse oder Barrieren mehr gibt, die überwunden werden müssen? Natürlich nicht. Aber das Vertrauen in sich selbst und der Mut, jedes Problem, das sich ihnen in den Weg stellt, anzugehen, macht die Sache wesentlich leichter.

„Menschen mit einem hohen Selbstwertgefühl haben nicht den inneren Drang, sich über andere zu stellen. Sie versuchen nicht, ihren eigenen Wert dadurch herzustellen, dass sie sich im Wettbewerb mit anderen messen. Sie genießen vielmehr, dass sie sind, wer sie sind – und nicht jemand anderes.“

Nathaniel Branden

Menschen mit dieser Art Selbstwertgefühl glauben an sich und vertrauen sich selbst. Dadurch werden sie allerdings nicht arrogant oder fühlen sich besser als die Menschen in ihrem Umfeld. Sie haben einfach die nötige Sicherheit, um nicht zuzulassen, dass negative Umstände oder Ereignisse dazu in der Lage sind, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Frau im Spiegel

Doch auch unter den Menschen mit einem hohen Selbstwertgefühl gibt es solche, denen es passieren kann, dass sie aus der Balance geraten. Solche Menschen sind nämlich nicht dazu fähig, ein solch hohes Selbstwertgefühl konstant aufrechtzuerhalten.

Was zeichnet jene Menschen aus, die immer wieder in die Falle der Unsicherheit tappen? Eine aggressive, passive oder negative Haltung den Standpunkten anderer Menschen gegenüber. Dies tritt vor allem in wetteifernden Kontexten zu Tage, wo Unsicherheiten auftreten und nicht angegangen werden können.

  1. Das niedrige Selbstwertgefühl

Hier haben wir das genaue Gegenteil: Solche Menschen schätzen sich selbst nicht wert und sie haben kein Vertrauen in ihre eigenen Möglichkeiten. Die Unsicherheit, die sie verspüren, zeichnet sich in so gut wie jeder Situation ab. Die Angst vor dem Versagen ist etwas, wovon Menschen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl gequält und eingeschränkt werden. Sie sind das Sinnbild eines unglücklichen Menschen.

„Wer das Bedürfnis hat, hinter dem Rücken eines anderen Menschen schlecht über ihn zu reden, beweist damit ein niedriges Selbstwertgefühl. Damit signalisiert man: ‚Ich fühle mich so unbedeutend, dass ich nicht mich selbst in den Blick nehmen kann, sondern andere Menschen herabwürdigen muss.‘“

Pope Francis

Menschen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl können auch Momente der Euphorie erleben, allerdings nur, wenn auch alles gut geht. Sobald sich etwas zum Schlechten hin entwickelt, sinkt das Selbstwertgefühl wieder rapide ab. Solche Menschen sind äußerst sensibel, beeinflussbar und haben die Tendenz, zwar ihre eigene Meinung zu formulieren, ohne sie jedoch auch zu verteidigen.

Dann wiederum gibt es manche Menschen, die zwar ein niedriges Selbstwertgefühl haben, die aber nicht ganz so instabil sind. Ihr Problem ist allerdings ihr Mangel an Entscheidungsfähigkeit. Solche Menschen vertrauen sich selbst nur sehr wenig, sie schätzen sich selbst nicht wert und sie tragen in sich eine solch große Angst davor, etwas falsch zu machen, dass sie ständig in dem Glauben leben, dass sie den Umständen nicht gewachsen sind.

Welche Art von Selbstwertgefühl trifft auf dich am meisten zu?

Behalte im Hinterkopf, dass es nicht leicht ist, ein aufgeblasenes oder niedriges Selbstwertgefühl einfach so abzulegen. Wenn du Menschen in deinem Umfeld hast, die ein hohes Selbstwertgefühl haben, – auch wenn du vielleicht in manchen Situationen ins Schwanken gerätst – dann können wir dir nur gratulieren! Dann bist du viel näher am Ziel, glücklich zu werden und jene Zufriedenheit in deinem Leben zu verspüren, die dir das Gefühl gibt, gesegnet zu sein.

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