Sieben Lehren von Albert Ellis

17. Dezember 2015 en Psychologie 2 Geteilt

An dem Tag, an dem ich das Werk von Albert Ellis kennengelernt habe, habe ich mich schlicht und einfach verliebt. Nachdem ich für eine lange Zeit keinen Sinn in der Psychologie gefunden habe und ihr nicht wirklich „glauben“ konnte, habe ich gelernt, dass mit einer guten Therapie, wie der REVT (Rational-Emotive Verhaltenstherapie), die Psychologie eine mächtige Waffe sein kann, um den größten Teil der psychologischen Probleme der Menschen zu lösen.

So erklärt es Albert Ellis, nachdem er seine Therapie an sich selbst angewandt hat, um seine Schüchternheit und seine Ängste zu überwinden, Frauen anzusprechen und näher kennenzulernen. Und ich muss gestehen, dass sich mein ganzer Kopf um 180 Grad gedreht hat, als ich angefangen habe, sie an mir selbst anzuwenden.

Deshalb, und auch damit mehr Menschen den Vater der rationalen Therapie kennenlernen, möchte ich hier zusammenfassend sieben Lehren dieses Genies vorstellen.

1. Das A-B-C Modell

Die rationale Therapie sagt, dass weder die Situation noch ein bestimmter Schicksalsschlag direkt dafür verantwortlich sind, dass man sich emotional schlecht fühlt, sondern dass wir selbst es sind, mit unseren Überzeugungen und Gedanken, die uns das Leid erzeugen.

In diesem Sinne lehrt das A-B-C Modell dem Patienten, all diese Konzepte zu ordnen und klar den Zusammenhang zwischen Gedanken und Emotionen zu sehen.

Das A ist die auslösende Situation, der Schicksalsschlag oder das Problem. Das B sind unsere Gedanken und Überzeugungen und das C sind die Konsequenzen, die sich aus diesen Gedanken ableiten, das heißt, auf welchem emotionalem Niveau wir uns befinden und wie wir uns verhalten.

Wenn meine B’s rational sind, dann sind meine C’s gesund und normal, wenn meine B’s jedoch irrational sind, dann sind meine C’s sehr unangenehm und negativ.

2. Irrationale Überzeugungen

Sie sind das B in dem bereits beschriebenen Modell. Wenn wir sie jedoch als „irrational“ bezeichnen, dann wollen wir sagen, dass sie weder auf Logik beruhen noch realistisch sind. Das soll heißen, dass es sich um Vorstellungen handelt, die uns automatisch durch den Kopf gehen, ohne dass sie von einem Denkprozess begleitet sind, der sie in Frage stellt oder mit der Realität konfrontiert.

Als Konsequenz leiden diese Personen sehr und handeln nicht auf die beste Weise. Albert Ellis stellte 11 häufige irrationale Überzeugungen zusammen, wobei ihre tatsächliche Anzahl wohl so groß ist wie die Anzahl der Menschen auf der Welt. Das Problem mit diesen Glaubenssätzen ist, wie bereits der Name sagt, dass die Person von Kopf bis Fuß von ihnen überzeugt ist und keine anderen Ideen oder Alternativen betrachtet.

3. Die bedingungslose Akzeptanz der eigenen Person

Albert Ellis zeigte uns, dass alle menschlichen Wesen den gleichen Wert haben, unabhängig davon, was sie besitzen oder was ihre äußeren Eigenschaften sind. Das Äußere ist veränderlich und vergänglich.

Was wir heute haben, kann morgen vielleicht schon nicht mehr da sein, aber deshalb werden wir nicht unseren Wert als Person verlieren, den wir von dem Moment an in uns tragen, in dem wir zum ersten Mal das Licht der Welt erblicken.

Wenn wir uns diese Idee verinnerlichen, die die Wirklichkeit ist, dann fühlen wir uns sehr viel freier und wir lieben uns selbst ohne Einschränkungen. Auch wenn wir nicht gut aussehen, keinen Erfolg und nicht viel Geld haben, denn diese Eigenschaften bestimmen nicht unseren Wert.

Am wichtigsten ist unsere Fähigkeit, uns selbst, das Leben und die Anderen zu lieben.

Regenschirm

4. Die bedingungslose Akzeptanz der Anderen

Genauso wir die bedingungslose Akzeptanz der eigenen Person ist auch die der Anderen wichtig, um glücklich zu sein. Wir müssen lernen, die Anderen bedingungslos zu akzeptieren, wie sie sind. Das trifft auf jeden Menschen zu, sei er hässlich oder schön, schwarz oder weiß, schlau oder dumm, reich oder arm.

Die ganze Welt kann uns wunderbare Dinge schenken, unabhängig davon, welche äußeren Eigenschaften jemand hat, die letzten Endes gar nicht so wichtig sind.

Außerdem ist es sehr wichtig, die Menschen in unserem Umfeld mit ihren Defekten und mit ihren positiven Eigenschaften zu akzeptieren, um uns zu befreien, um keine Angst zu haben, und um nicht zu versuchen, sie zu verändern und sich auf unendliche Diskussionen mit ihnen einzulassen. Wir werden es nicht schaffen, sie einfach zu verändern.

Der Schlüssel besteht darin, ihre guten Eigenschaften zu akzeptieren und wertzuschätzen, denn jeder hat solche Eigenschaften.

5. Frustrationstoleranz

Einer der Schlüssel zu emotionaler Gesundheit besteht darin, Frustrationstoleranz zu entwickeln. Dies bedeutet zu akzeptieren, dass die Welt sich nicht immer so bewegt, wie du es gern möchtest und dass die Dinge nicht immer so laufen, wie es dir gefallen würde.

Dies ist eine Wirklichkeit, die viele Menschen nicht wahrhaben wollen und die sich deshalb sehr schlecht fühlen. Und ihre irrationalen Überzeugungen tragen noch weiter dazu bei. Sie denken in Worten wie „Es muss doch auch anders gehen.“ – „Die Welt sollte so sein…“, und wenn sie sehen, dass dies nicht eintritt, dann werden sie nervös oder depressiv.

Toleranz bedeutet, dass wir lernen zu akzeptieren, dass die Dinge manchmal gut laufen und manchmal nicht und dass wir diese Unannehmlichkeiten tolerieren müssen.

6. Die Katastrophenweltsicht

Damit ist gemeint, dass eine Person denkt, dass alles was ihr passiert, etwas Schlimmes ist, viel schlimmer als das, was sie ertragen kann. Man bewertet das Negative einer Situation sehr extrem.

Es ist eine falsche Vorstellung, da sie uns noch ängstlicher macht, obwohl erwiesen ist, dass der Mensch dazu in der Lage ist, fast jede Form von Schicksalsschlag zu ertragen. Eine rationale Vorstellung wäre stattdessen: „Das, was mir passiert, ist sehr unangenehm, aber natürlich werde ich es irgendwie ertragen.“

Trauer

7. Rational-emotive Bilder

Eine der Techniken, die in der REVT Anwendung finden, um die irrationalen Überzeugungen abzuschalten, sind Visualisierungen. Visualisierungen sind eine wahr Geheimwaffe. Sie helfen dabei, rationelle Denkweisen zu üben und gesunde Emotionen zu erleichtern.

Es geht darum, dass der Patient sich eine Situation vorstellt, vor der er sich aufs Äußerste fürchtet und dabei all die Gefühle spürt, die sich daraus ergeben.  Danach wird der Patient dazu veranlasst, seine übertriebenen Gefühle zu verändern und angemessene Gefühle zu entwickeln.

Zum Beispiel versucht man, die Panik in Missfallen zu verwandeln, die Depression in Trauer. Wir können uns unsere eigenen Gefühle vorschreiben, wenn wir uns dazu zwingen, die Dinge auf andere Weise zu sehen.

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