Shame

4. März 2016 en Filme 0 Geteilt

Brandon, ein junger Mann aus New York, hat genau das, was alle Junggesellen sich wünschen: Er ist finanziell abgesichert, unabhängig, kommt gut bei Frauen an. Aber Brandon hat trotz seiner Attraktivität ein Problem. Er ist süchtig nach Pornografie und Selbstbefriedigung, was ihn daran hindert, seine Beziehungen wirklich genießen zu können.

Eines Tages schaut seine Schwester unangemeldet bei ihm vorbei und entscheidet sich dazu, für ein paar Tage in seiner Wohnung zu übernachten. Der plötzliche Besuch seiner Schwester hindert ihn daran, seine Triebe frei auszuleben, woraus wiederum ein Problem auf seiner Arbeit entsteht.

Dieses Psycho-Drama ist das zweite Filmprojekt des Britischen Regisseurs Steve McQueen – der Film Shame.  Dieser Film ist ehrlich und mutig, denn er behandelt das Problem sexueller Sucht so einfühlsam wie kein anderer.

Der Film enthält ein Geständnis. McQueen führt uns dieses Tabu-Thema auf eine Art und Weise vor Augen, dass wir uns so sehr mit Brandon identifizieren, dass wir uns mit ihm zusammen in seinem Problem eingekerkert fühlen. Und aus diesem Grund bewegt uns dieser Film auch so sehr, denn er ist ein Spiegel unserer Gesellschaft.

Vielleicht liegt darin das Besondere an solchen Werken. Filme wie Shame  gehen in ihrer Relevanz weit über ihre Zeit hinaus, sie sind kein Hype und keine Modeerscheinung. Grundlegende Themen wie Sex und Sucht hinterlassen etwas in unserem Unterbewusstsein…vor allem, wenn sie uns durch einen wirklich guten Film dargebracht werden – gut im Sinne von gut umgesetzt.

Warum weichen wir solch normalen Themen wie Sex immer wieder beschämt aus, selbst wenn wir direkt mit ihnen konfrontiert werden? Der Grund ist einfach: Wir haben Angst. Wir verschließen uns vor dem, was wir sehen, weil wir uns vor all dem fürchten, was in unserer Gesellschaft nicht weitläufig akzeptiert ist. Wir bekommen eine panische Angst vor Dingen, die mit Argwohn betrachtet werden, egal wie natürlich sie auch sein mögen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Filmes ist die Banalität. Banalität wird oftmals in einem abwertenden Sinne gebraucht, für jene Dinge, die am Rande unseres Lebens ablaufen, leise und still. Wir orientieren uns mit unserem Verhalten und unseren Gewohnheiten an ziemlich willkürlichen Konzepten. Damit meine ich, dass die meisten unserer Taten auf einer großen Anzahl von Elementen basieren, die, ins rechte Licht gerückt, ziemlich trivial und leer sind. Brauchen wir all das, was wir haben? Sind wir uns des Übermaßes bewusst, in dem wir leben?

Wir sollten damit anfangen, dass wir analysieren, was uns unserer Überzeugung nach wichtig ist. Aus einer materialistischen Perspektive glauben wir, dass es wichtig ist, viel zu besitzen, um einen Lebensstil leben zu können, der zu uns passt.

Aber eines sollte uns dabei klar sein: Ein Großteil dessen, was wir glauben, haben zu müssen, ist in Wahrheit unnötig. Wir sind überall von Überfluss umgeben. Überfluss ist eine Art Selbsttäuschung, die uns Träume verfolgen lässt, die eigentlich „falsche Träume“ genannt werden müssten.

Menschen, die alles zu haben scheinen (diejenigen, die ein teures Auto fahren, einen perfekt geschnittenen Rasen im Vorgarten haben und ein makellos erscheinendes, materialistisch geprägtes Leben führen), sind vielleicht glücklich… vielleicht aber auch nicht.

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